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Lokalsport
Laufen für mehr Licht

Lokalsport: Laufen für mehr Licht
Alleine im Dunkeln: Ein Läufer von 863 Startern auf dem Rundkurs. FOTO: Markus van Offern
Kleve. Der Auftakt ist gelungen: 863 Meldungen gingen für den 1. Klever Lichterlauf ein. Die Atmosphäre bei den Rennen im Halbdunkel durch den historischen Forstgarten ist eine besondere. Zudem läuft man für einen guten Zweck: Die Überschüsse sorgen für mehr Licht im Park. Es werden Lampen aufgestellt. Von Per Feldberg

Wer am unteren Niederrhein gerne an Laufveranstaltungen teilnimmt, wird hier gut bedient. Das Angebot ist reichhaltig. Nicht selten geht es über gepflasterte Straßen durch den Kern kleinerer Ortschaften. In Kleve wurde jetzt eine Strecke ausgesucht, die nicht in das Schema passt. Inmitten der historischen Parkanlagen des Forstgartens fand der 1. Klever Lichterlauf statt. Ein Ereignis, mit dem Läufer und Organisatoren gleichermaßen zufrieden waren.

So auch der stimmlich angeschlagene Marco van Beek von Laufsport bunert, der zusammen mit den Mitgliedern des Vereins TriFUN Kleve die Veranstaltung organisierte. Schon vor dem ersten Startschuss freute sich van Beek: "Das ist eine fantastische Resonanz und eine Bestätigung, der im Vorfeld geleisteten Arbeit. Damit haben wir nicht gerechnet." Für ihn ist die Idee, ambitionierte Läufer aber auch Hobbysportler anzusprechen, aufgegangen. Neben einem 5-Kilometer-Lauf wurde auch ein Rennen über 10 Kilometer angeboten. Die Strecke konnte man entweder alleine, in einer Zweierstaffel oder zu Viert laufen, so dass jeder 2,5 Kilometer bewältigen musste. "So konnten wir Vereine, Firmen, Behörden und Organisationen gleichermaßen ansprechen", so van Beek.

Durch die historischen Parkanlagen führt die Strecke des 1. Klever Lichterlaufs. Eine Veranstaltung, bei der für jede Alters- und Leistungsklasse etwas dabei war. FOTO: van Offern Markus

Als Dankeschön ging der Gewinn an die Stadt Kleve. Schließlich sorgt diese dafür, dass mittlerweile eine Rundstrecke von etwa 2,5 Kilometern im Forstgarten beleuchtet ist. So wird vielen Aktiven im Winter die Möglichkeit geboten dort zu laufen. "Es ist nicht selbstverständlich, dass eine Kommune sich derart engagiert. Mit dem Überschuss wollen wir die USK unterstützen, die Lichtanlage zu unterhalten und auch noch weiter auszubauen", erläutert van Beek.

Und mit diesem Vorhaben trafen er und seine Mitstreiter in Kleve auf offene Ohren. Sowohl aus der Wirtschaft, wie aus der Politik erhielt das Organisationsteam bemerkenswerte Unterstützung. So betonte Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing kurz vor dem Start: "Das hier ist ein tolles Beispiel von Eigeninitiative. Es wird nicht gesprochen, sondern gehandelt. Und dafür möchte ich mich bei den Veranstaltern und Sponsoren bedanken."

Schon früh vor dem ersten Startschuss um 18.30 Uhr füllte sich die von der Tiergartenstraße aus mit einem riesigen Traktor samt Anhänger gesperrte Wasserburgallee mit Läufern, die sich auf ihren Start vorbereiteten. Das Spektakel im Halbdunkel wurde gewohnt professionell von der "Stimme des Langlaufs", Laurenz Thissen, kommentiert. Der über das Klever Land hinaus bekannte Moderator erwies sich wieder einmal als Entertainer und fundierter Kenner der Laufszene. So begrüßte er zahlreiche Teilnehmer namentlich und konnte, sehr zur Freude der zahlreichen Zuschauer im Start- und Zielbereich, auch immer wieder Anekdoten über die Sportler zum Besten geben.

Und so war es auch der routinierte Sprecher der kurz vor halb sieben den Countdown zum Startschuss über die Lautsprecheranlage herunterzählte. Pünktlich um 18.30 Uhr schickte Bürgermeisterin Sonja Northing, assistiert von Marco van Beek, die 375 Läufer des 5-Kilometer-Rennens auf die Rundstrecke. Unter Applaus und Anfeuerungsrufen setzten sich die Favoriten sofort an die Spitze des 1. Klever Lichterlaufs.

Bei den Frauen wurde dabei Anna-Lina Dahlbeck aus Xanten ihrer Favoritenrolle gerecht. In 18:49 Minuten siegte die frischgebackene Deutsche Meisterin im Crosslauf vor Kerstin van Emden (20:35 Minuten) und Vera Artz in (22:34 Minuten, beide aus Emmerich).

Christoph Verhalen, der bei der Deutschen Meisterschaft im Crosslauf auf Rang sechs lief, war im Forstgarten der Schnellste. In einem einsamen Rennen siegte er in 17:02 Minuten vor Lukas Indicianskis aus Emmerich (18:49 Minuten) und Christoph Schulte-Werflinghof aus Geldern.

Über die 10 Kilometer setzte sich bei den Frauen Annika Wardthuysen in 44:50 Minuten vor Stefanie Schau (46:12 Minuten) und Levi Schura (46:33 Minuten) durch. Bei den Herren erreichte Martin Funke in 36:38 Minuten als erster die Ziellinie vor Gregor Akkerman in 38:47 Minuten und Rainer van den Broek (40:23 Minuten).

Bei der 4 x 2,5-Kilometer-Staffelgewann das Team Bunert-Run4Light mit Christoph Verhalen, Anna-Lina Dahlbeck, Kerstin van Emden und Jeroen Koster in 37:23 Minuten vor dem Team "Run four light" mit Maike Schmitz, Carolin Joeken, Roland Schmitz und Phillip Beckmann in 37:51 Minuten. Auf Rang drei lief das Team des SV Nordwacht Keeken mit Maurice Ripkens, Simon Berressen, Mathias Kasimir und Philip Beckmann.

Am Ende der beeindruckenden Laufveranstaltung, die in der Dämmerung eine tolle Atmosphäre besaß ließ Organisator Marco van Beek auch durchblicken: "Das war kein einmaliges Event. Die Beleuchtung hier könnte an einigen Stellen noch ausgebaut werden. Und das wollen wir mit einem Lauf im kommenden Jahr unterstützen."

Quelle: RP
 
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