| 00.00 Uhr

Lokalsport
Mit besserer Abwehr gegen das Zitttern

Kleve. Fußball-A-Ligist DJK Grün-Weiß Appeldorn musste im vergangenen Jahr häufiger, als ihm lieb war, die Abstiegszone im Blick haben. Das soll sich nicht wiederholen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Verbesserung der Abwehrarbeit. Von Roland Baumann und Reinhard Pösel

Nach dem Wiederaufstieg in der Saison 2011/12 gehen die Fußballer aus dem Zuckerstädtchen Appeldorn, wo im Herbst der qualmende Schornstein der Zuckerfabrik Pfeiffer & Langen den Besuchern schon von weitem den Weg weist, ins vierte Kreisliga-A-Jahr. Eine Saison lang führte Aufstiegstrainer Manni Priewe noch das sportliche Regiment, dann gab er die Verantwortung an seinen ehemaligen Spieler Jens Hoffmann ab.

Der knüpfte nahtlos an seinen erfahrenen Vorgänger an und umschiffte mit der DJK sicher und gekonnt die Klippen, die nun mal eine Saison in der höchsten Klasse des Kreisligafußballs mit sich bringen kann. In Hoffmanns Ägide wurden im Endklassement die Tabellenplätze neun und zehn belegt. Das ganz große Zittern gab es also bei der DJK Appeldorn auch in der abgelaufenen Saison nicht, aber dennoch schielte sie immer mit einem Auge in Richtung Tabellenkeller. Am Ende löste sich alles in Wohlgefallen auf, weil die Hoffmann-Truppe im richtigen Moment die nötigen Punkte holte und es noch einige schwächere Mannschaften gab. Doch Spielern wie Verantwortlichen war schon bewusst, dass es durchaus hätte eng werden können. Zum ersten Mal nach Rückkehr in das Oberhaus des Kreisliga-Fußballs standen mehr Niederlagen als Siege auf dem Papier.

"Das soll es in der bald beginnenden Saison nicht mehr geben. Wir wollen auf jeden Fall ins gesicherte Mittelfeld", benennt Spielertrainer Jens Hoffmann das Ziel für die anstehende Spielzeit. Gegen einen einstelligen Tabellenplatz wie in seiner Anfangssaison als Spielertrainer der DJK hätte der 36-Jährige mit Sicherheit nichts einzuwenden. Das Vorhaben scheint noch nicht einmal bloßem Wunschdenken zu entspringen. Der Blick auf den Kader, der in der Breite vergrößert wurde, gibt eine erste Antwort auf die Zuversicht von Hoffmann. Den Abgängen von Peter Hellfeld, Daniel Naß und Benjamin Vroom stehen sieben Neue gegenüber. "Hellfeld und Naß waren viel verletzt, und Vroom wird wohl noch in der Zweiten aushelfen", spricht der Appeldorner Coach von "anderthalb Abgängen".

Er freut sich, dass er in seinem 22 Spieler umfassenden Kader nunmehr fast jede Position doppelt besetzt hat. "Das erhöht den Druck auf jeden Einzelnen. Das merkt man jetzt schon gut beim Training", sagt Hoffmann, der keinem Spieler in seinem Kader einen Stammplatz garantieren will. "Keiner kann sich ausruhen, und jeder will sich zeigen", verspürt der im dritten Jahr tätige Trainer eine Art Aufbruchstimmung. Eingelebt haben sich die Neuen ziemlich schnell, da sie größtenteils in der Jugend bereits zusammengespielt hatten. Da wird beim Bier nach dem Training auch viel geflachst. "Hoffentlich halten die sich samstags mit dem Bierchen zurück", sagt Hoffmann, der aus der jüngsten Vergangenheit weiß, dass diese kontraproduktive Art der Vorbereitung verbreitet stattfand und der DJK in der Meisterschaft das Leben unnötig schwer gemacht hat. "Aber dann findet man sich halt schnell in der Zweiten wieder", hat der Coach durch den vergrößerten Kader ein neues Druckmittel, denn "schließlich wollen alle in der Ersten spielen".

Verbessert werden gegenüber dem Vorjahr soll die Abwehrarbeit. "Wir müssen schneller nach hinten umschalten und hinten besser stehen", fordert Hoffmann, der von daher der Defensivarbeit in der Vorbereitung auf die neue Saison breiten Raum eingeräumt hat. Taktisch werde sich aber nicht viel ändern. "Ich spiele gerne nach vorne. Wir werden uns nicht hinten rein stellen und auf Konter lauern. Dazu haben wir auch gar nicht die Spieler, die ein solches taktisches Konzept umsetzen könnten", sagt der DJK-Coach, der eine Menge falsch machen würde, wenn er nicht mit seiner "gut bestückten Offensive" Staat zu machen versuchte. Denn wenn es vorne ordentlich scheppert, kann man den einen oder anderen Fehler in der Abwehr leichter ausbügeln. Der funktionierende Angriff hat Appeldorn in der vergangenen Saison schon so manches Spiel gerettet. Allerdings stand dem sechstbesten Sturm der Liga auch die drittschlechteste Abwehr gegenüber. Aber wie Hoffmann sagte, will er diese Scharte bei den Grün-Weißen in der kommenden Saison ausmerzen und darüber dann in der Tabelle ein paar Plätze besser als im vergangenen Jahr abschneiden.

Doch wie sieht der Appeldorner Coach die stärker gewordene Konkurrenz? Hoffmann hält die A-Liga für sehr ausgeglichen und rechnet an der Tabellenspitze mit den Bezirksliga-Absteigern Pfalzdorf und Uedem sowie den in der Vorsaison bereits oben mitspielenden Gocher Concorden und Twisteden. "Es kommt auch eine Überraschungsmannschaft dazu", orakelt Jens Hoffmann, der im Übrigen froh ist, dass er weiterhin auf den Sachverstand und die gute Zusammenarbeit mit Co-Trainer Dirks Klingbeil und Torwart-Trainer Oliver Gatz bauen kann.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Lokalsport: Mit besserer Abwehr gegen das Zitttern


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.