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Lokalsport
Mit Finten zum Erfolg

Kleve. Seit mehr als 42 Jahren wird beim VfL Merkur gefochten. Die Abteilung hat sich blendend entwickelt. Der Zuspruch ist ebenso groß wie die Erfolge der Athleten. Von Per Feldberg

Auf eine mittlerweile 42-jährige Geschichte kann die Fechtsportabteilung des VfL Merkur Kleve zurückblicken. Im Mai 1975 gründeten Martin Wildenhain und Winfried Döring die jetzige Abteilung. Elfi Terfehr, Iris Tömmes und Ute Wildenhain vervollständigten das erste Team, das von Marin Wildenhain in allen drei Waffengattungen aktiv war. 1989 übergab Wildenhain die Führung der Abteilung an Winfried Döring, der diese bis ins hohe Alter von 80 Jahren bis 2012 führte. Dann jedoch war es um die Zukunft des Fechtsports in Kleve nicht gut bestellt, denn nach dem altersbedingten Rückzug von Winfried Döring standen die Aktiven ohne Vereinsführung und Trainer dar. Und das zu einem Zeitpunkt an dem besonders im Nachwuchsbereich zahlreiche junge Talente im Verein sind und von außerhalb mit Sophie Irene Brunets eine Nachwuchsfechterin der Spitzenklasse den Weg in die Schwanenstadt findet.

Nun waren Ideen und Eigeninitiative gefragt. Und so entschlossen sich die Eltern aller Fechterinnen und Fechter die Abteilung gemeinsam weiterzuführen und mit Wojtek van Barneveld, der in den Niederlanden eine eigene Fechtschule betreibt, einen Honorar-Trainer zu verpflichten, der die Fechter zweimal in der Woche und bei Turnieren und Meisterschaften betreut. Und dieses Konzept geht bis heute auf. Derzeit betreiben etwa 40 Aktive ab dem siebten Lebensjahr Fechtsport in Kleve, wobei derzeit die beiden Waffengattungen Florett und Degen angeboten werden. Zudem kommen, durch eine Kooperation mit der Hochschule Rhein-Waal, regelmäßig rund zehn Studierende zu den Trainigseinheiten in der Sporthalle an der Spyckschule in der Klever Unterstadt.

"Natürlich stoßen wir hier mittlerweile räumlich an unsere Kapazitätsgrenzen", klagt Horst Terfehr, der zusammen mit Dr. Ihor Brunets die Verantwortung für die Abteilung trägt. "Es wäre toll für uns und die Entwicklung des Fechtsports wenn sich hier seitens der Stadt Verbesserungen einrichten ließen".

Das eine Sportart wie Fechten eine verhältnismäßig große Resonanz in Kleve erfährt, gerade im Nachwuchsbereich, ist auch den unermüdlichen und emsigen Bemühungen der Gesamtabteilung zu verdanken. So präsentierten sich die Fechter zum Beispiel erfolgreich im Jahre 2016 auf dem Klever Stadtfest. "Dort haben wir zwei Bahnen aufgebaut und nicht nur Demonstrationen gefochten. Allen Zuschauern, die Interesse hatten, selbst einmal auf der Planche zu stehen und ein Gefecht auszuprobieren, haben wir die Möglichkeit dazu geboten. Die Resonanz war beachtlich", erinnert sich Terfehr.

"Gerade für die Kinder ist Fechten ein toller Sport. Neben der physischen Beanspruchung lernen sie hier ihr Konzentrations- und Reaktionsvermögen zu steigern. Und von dem bei uns Erlernten profitieren sie dann nicht nur im Sport, sondern auch in ihrer weiteren Gesamtentwicklung, zum Beispiel in der Schule", erklärt Dr. Ihor Brunets, der erst durch seine Tochter den Weg zum Fechtsport fand und neben der Abteilungsleitung mit Horst Terfehr auch als Obmann für den Verein unterwegs ist. Dass in Kleve hervorragende Nachwuchsarbeit geleistet wird, zeigt sich derzeit an drei Nachwuchssportlerinnen und Sportlern. Bruntes Tochter wechselte so, nachdem sie unter anderen die Deutschen B-Jugendmeisterschaft 2014 gewonnen hatte, in das Sportinternat des Olympia-Stützpunktes Tauberbischofsheim und gehört derzeit dem Perspektivkader des Deutschen Fechterbundes an. Mit den B-Jugendlichen (Jahrgang 2003/2004) Jorge Thönnes und Jan Mallmann haben sich zudem gleich zwei Klever Fechter für die anstehenden Deutschen Meisterschaften im Florett in Halle an der Saale qualifiziert. Dieses Turnier findet dann im Mai statt und ist ein weiterer sportlicher Höhepunkt für die Fechtabteilung des VfL Merkur Kleve. Und bei der professionellen Betreuung der Nachwuchsfechter werden die beiden VfL-Kämpfer wohl auch nicht die letzten bleiben, die den Sprung zu den Titelkämpfen schaffen.

Quelle: RP
 
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