| 17.39 Uhr

Fußball
Mit leeren Händen vom Platz

Fußball-NRW-Liga: Gestern Abend verlor der 1. FC Kleve das Nachholspiel gegen den SC Wiedenbrück 2000 mit 0:1. Die Mannschaft von Kleves Trainer Georg Kreß machte ein ordentliches Spiel. Ein Punkt war gegen das Top-Team drin. Von Peter Janssen

Die Stimmung in der Volksbank-Arena ließ nichts Gutes vermuten. Nur ein paar Gesellen verliefen sich eine halbe Stunde vor dem Anpfiff auf der Tribüne der Volksbank-Arena, was ein Fan mit der Frage kommentierte: "Haben wir auch 'ne Fan-Sperre oder nur Köln?" Die Stimmung mäßig, ein übermächtig erscheinender Gegner und Kleves Torjäger Benedikt Koep geschwächt. Die Voraussetzungen waren nicht die besten.

"Der Benedikt musste sich die ganz Nacht übergeben und hat heute zwei Infusionen bekommen", sagte FC-Trainer Georg Kreß. Zur Vorsicht lief sich FC-Sturmtank Christian Klunder ebenfalls warm, falls Koep zu schwach gewesen wäre. Er war es nicht. Schwach war auch die Leistung des 1. FC Kleve nicht, der mit einer Mannschaft mithielt, die zu den aussichtsreichsten Aufstiegskandidaten zählt. Dass am Ende der 1. FC Kleve mit einer 0:1-Niederlage die erste Pleite im Jahr 2010 kassierte hatte, lag weniger an grandios aufspielenden Gästen, denn an der Sorglosigkeit, mit der Kleve seine Chancen nahezu wegwarf.

Dienst nach Vorschrift

Beim Spiel der Gäste wurde man den Eindruck nicht los, dass Wiedenbrück mit möglichst wenig Aufwand versucht, die drei Punkte mitzunehmen. Der Ausspruch "Dienst nach Vorschrift" kommt dem recht nahe. In den ersten Minuten sind vor allem Quer- und Rückpässe gefragt. Den Spuk beendete Kleves Marius Sowislo, der zu schnell für die Gästeabwehr an dieser vorbeirennt, jedoch aus spitzem Winkel an Wiedenbrücks Keeper scheitert (7.). Erst nach 23 Minuten ist erstmals Kleves Torwart Sascha Horsmann gefordert, der einen Freistoß unter sich begräbt.

Mit dem ersten solide vorgetragenen Konter erzielt der Gast die Führung. Wiedenbrücks Litfaßsäule im Sturmzentrum namens Jansen grätscht in eine Flanke rein, FC-Innenverteidiger Sendag kommt zu spät – 0:1 (39.). Wenig beeindruckt präsentierte sich der 1. FC von dem Rückstand auch nach dem Wechsel. Sowislo ist es, der mit einem Pass die komplette Wiedenbrücker Hintermannschaft zerlegt wie kleine Jungs Lego-Autos und Koep bedient. Der nimmt den Ball an, rennt seinem Schatten weg und schiebt die Kugel am herauseilenden Gäste-Keeper und auch am Tor vorbei (54.). Eine sehenswerte Direktabnahme von Marek Klimczok, der eine Ecke von Mahr verwerten wollte, kann SC-Keeper Melling irgendwie noch über die Latte lenken (65.).

Kleve drängelt weiter auf den Ausgleich und hat selbst zum Finale der Partie noch Möglichkeiten. In der 90. Minute wird der mit nach vorne geeilte Sendag bedient. Der steht derart alleingelassen im Strafraum, dass er sich selbst erschrocken haben muss. Statt die Kugel gepflegt anzunehmen und in eine Ecke zu schieben, nimmt er die Vorlage direkt und drischt Ball und die Hoffnung auf einen Punkt ins Fangnetz des Klever Hauptsponsors.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Fußball: Mit leeren Händen vom Platz


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.