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Lokalsport
Neopren, Bananen, Krämpfe

Lokalsport: Neopren, Bananen, Krämpfe
Der erste Teil war geschafft: Raus aus dem kühlen Wasser. FOTO: Stade Klaus-Dieter
Kleve. 650 Teilnehmer aus ganz Deutschland gingen beim GochNess-Triathlon an den Start. Von Antje Thimm

Professionelle Organisation, Sportler, die mit höchster Konzentration auf die Strecke gingen, begeisterte Zuschauer und bestes Sommerwetter bestimmten das Triathlon-Ereignis rund um das Freizeitbad GochNess in Kessel. Zum achten Mal trafen sich Teilnehmer aus ganz Deutschland und den Niederlanden im Gocher Ortsteil an der Niers und maßen sich im Schwimmen, Radfahren und Laufen.

Die Veranstaltung der Triathlon-Abteilung des TV Goch war aufgeteilt in verschiedene Starts für die einzelnen Altersklassen. Um den NRWTV-Nachwuchscup kämpften die besten jungen Triathleten des Landes. Dort hatte Robin Willemsen vom SUS Stadtlohn Triathlon die Nase vorn und gewann bei den Junioren in genau 58 Minuten, dicht gefolgt von Teamkollege Jonas Osterholt, der den ersten Platz der Jugend A belegte. Katharina Krüger vom SV Eintracht Ergste war die erste der Juniorinnen, Sina Prinz aus Hagen holte sich den Pokal der A-Jugend.

Geschwommen, gefahren, gelaufen wurden verschiedene Distanzen: beim Schnuppertriathlon waren es 200 Meter im Wasser, zehn Kilometer auf dem Fahrrad und 2,5 Kilometer zu Fuß. Die sogenannte Jedermanndistanz betrug 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Rad und fünf Kilometer Laufen. Ein Angebot für Familien, Kegelclubs, Firmen und Sportteams sind die Staffel-Starts, bei denen jeder im Team eine Sportart übernimmt. "Der Reiz am Triathlon ist die Abwechslung", sagt Jochen Janssen vom Organisationsteam. "Mal schauen, ob es funktioniert", sagte Teilnehmer Thorsten Lüth aus Rees, als er in der Wechselzone sein Rad, seine Laufschuhe und trockene Kleidung bereitlegt. Der 45-Jährige traute sich zum ersten Mal an die Sportart, die drei Ausdauerdisziplinen kombiniert. Die Vorstartatmosphäre beim Einchecken in die Wechselzone fand er schon "kribbelig". Die Wechselzone, in der die Athleten vom Wasser auf die Radstrecke gehen, war eine "Hochsicherheitszone", die Zuschauer nicht betreten durften. Verständlich, denn dort lief im Wettkampf bereits die Zeit, jeder Handgriff musste sitzen.

"Umziehen in der Wechselzone ist eigentlich die vierte Sportart beim Triathlon", so der Moderator der Veranstaltung, Christoph Kepser vom TV Goch. "Umziehen muss man üben", sagt auch Vienna Sophie Wippich aus Cappeln. Die 17-Jährige startet ambitioniert im NRWTV-Nachwuchscup und schwimmt 750 Meter, fährt 20 Kilometer und läuft dann noch die Fünf-Kilometerstrecke. Vor dem Start fettet sie in aller Ruhe die Kette am Rad, brachte die Klickschuhe auf den Pedalen in die richtige Position, legte den Radhelm bereit. Die hochsommerlichen Temperaturen fand sie ein bisschen zu warm. Im Wasser jedoch herrschen 19,2 Grad, dort trugen fast alle Starter den Neoprenanzug. Vienna Wippich kommt sehr gut durch und belegte mit einer Gesamtzeit von 1:16:53 den dritten Platz ihrer Altersklasse.

Die zahlreichen Zuschauer feuerten die Ausdauerspezialisten begeistert an. Unter ihnen auch viele Eltern und Großeltern. "Vater coacht, Mutter fotografiert", erklärte Petra Heide aus Neukirchen Vluyn. Ihr 13-jähriger Sohn Maximilian startete für den SC Bayer 05 Uerdingen und war zum dritten Mal in Kessel. "Eine tolle Veranstaltung, gut organisiert, überschaubar und familiär", sagte sie. Im Ziel gibt es für die Finisher Getränke und Stücke von Bananen, Melonen und Äpfeln. Ein bisschen ausgepowert aber mit einem glücklichen Lächeln kam die Neunjährige Nora Lanzerath aus Kleve ins Ziel. In elf Minuten und 37 Sekunden ist sie 100 Meter geschwommen, 2,5 Kilometer gefahren und 400 Meter gelaufen. Damit erreichte sie den 2. Platz ihrer Altersklasse. Die jungen Teilnehmer bis elf Jahre absolvierten die Schwimmstrecken im Hallenbad. "Aus Sicherheitsgründen", erklärte Jochen Janssen. Überhaupt wurde Sicherheit großgeschrieben. Der DLRG patrollierte mit zwei Booten, zwei Rettungsbrettern und mit Helfern des Kanuclubs Kleverland auf dem See neben der Schwimmstrecke. "Die Kanuten sind wendiger, das ist eine gute Hilfe", erklärte Martin Küsters, Einsatzleiter der Ortsgruppe Goch. Im Sanitätszelt stand ein Helferteam der Malteser zusammen mit Arzt Christoph Braun in Bereitschaft. "Zum Glück müssen wir oft nur Insektenstiche, kleine Schürfungen oder leichte Muskelkrämpfe behandeln", sagte Michael Henning, Einsatzleiter der Malteser Kevelaer/Rees. Triathleten seien eben meistens gut trainiert. Für die Sicherheit und freie Fahrt auf der Radstrecke sorgten 17 Verkehrskadetten von der Verkehrswacht Kreis Kleve und Düsseldorf. "Manchmal müssen wir an den Absperrungen mit Autofahrern diskutieren und die Nerven bewahren", sagte Helfer Björn Basmer.

"Wir freuen uns über 200 freiwillige Helfer, 150 davon aus eigenem Verein", so Jochen Janssen. Die restlichen 50 rekrutierten sich aus befreundeten Vereinen wie zum Beispiel "Velociraptor Rainbow", Feuerwehr, Pfadfinder. "Unsere Veranstaltung ist von Sportlern für Sportler und geprägt vom Teamgeist der vielen Helfer", bestätigte Moderator Christoph Kepser, selbst aktives Mitglied der Gocher Triathleten. "Wir haben 60 Kuchenspenden von Vereinsmitgliedern bekommen. Der Erlös kommt der Jugendabteilung des TV Goch zu", sagte Karin Peters, die beim Catering hilft. "Wir machen das alle gerne und mit Herz."

Quelle: RP
 
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