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Triathlon
"NessTri" - eine schöne Herausforderung

Triathlon: "NessTri" - eine schöne Herausforderung
FOTO: TV Goch
Kleve. Die Triathlonabteilung des TV Goch veranstaltet am Sonntag, 28. August, zum sechsten Mal den "NessTri". Zentraler Ort der Veranstaltung ist das Gelände am Freizeitbad GochNess in Kessel. Der Triathlon spricht alle Altersgruppen an. Von Marius Tacke

Die Zehenspitzen des linken Fußes tauchen ins seichte Wasser. Die Muskeln des rechten Oberschenkels strecken sich, bereit für den Antritt. Niemand macht mehr nervöse Witze, diskutiert über den Nutzen von "Neos", beurteilt die Besonderheiten der Radstrecke. Stille kehrt ein. Die Sonne brennt vom Himmel. Ein leichter Wind kräuselt die Wellen im See. In der Ferne treiben die Boote der DLRG. Dann beginnt der Countdown. Dröhnend über die Lautsprecher ausgestrahlt, durch die Rufe des Publikums verstärkt. 3 - 2 - 1 - und los geht's. Der sandige Untergrund gibt leicht nach, bevor das Wasser aufschäumt angesichts der in den See sprintenden Athleten.

Der Start eines Triathlons ist immer wieder ein besonderer Moment. Der Adrenalinkick, die Fokussierung auf den bevorstehenden Wettkampf, vor allem aber die grandiose Unterstützung der Zuschauer - überall das gleiche Prozedere, bei "kleinen" Wettkämpfen in der Region genauso wie bei den großen Events in Hamburg, Roth oder Hawaii.

Der Start ins Triathlonvergnügen: Die Schwimmstrecke ist die erste der drei Teildisziplinen. Geschwommen wird beim NessTri im natürlichen Gewässer. Nur die Jüngsten dürfen ihre Bahnen im Freizeitbad GochNess ziehen. FOTO: TV Goch

Auch Noah van Sambeck ist davon infiziert. Der 13-jährige Schüler aus Goch betreibt diesen Sport seit seinem siebten Lebensjahr. Der Weg zum Triathlon war jedoch alles andere als geplant. "Angefangen hat alles mit einem Schwimmkursus beim TV Goch", berichtet er. Um einen weiteren Reiz zu setzen, bot die damalige wie heutige Trainerin Heidi Chlasta ein Training in der Sporthalle an. Stabilisationsübungen und Laufeinheiten standen auf dem Programm. Erst nachdem dieses Angebots sehr gut angenommen wurde, reifte die Idee, gezielt für den ersten vom TV Goch veranstalteten Triathlon in Kessel, den sogenannten "NessTRI", zu trainieren. Neben den Schwimm- und Laufeinheiten trainierte der Nachwuchs dann noch das Radfahren. Und irgendwann stand der ersten Teilnahme an einem Triathlon nichts mehr im Wege. "Damals bin ich noch mit einem Mountainbike gestartet und hatte kaum Chancen. Aber das Ganze hatte so viel Spaß gemacht, dass ich unbedingt weitermachen wollte", erinnert sich Noah.

Es gab allerdings eine Bedingung. "Ich mache das nur, wenn du auch mitmachst", sagte er zu seinem Vater. Der gab sich keine Blöße - und stieg gemeinsam mit seiner Frau in das Triathlontraining ein. Um Noah und seine Eltern Helli und Michael van Sambeck herum entstand beim TV Goch eine Gruppe Jugendlicher, die inzwischen begeistert und durchaus erfolgreich ihrem Sport nachgehen. So zählt Noah zu den besten Athleten seines Jahrgangs in Nordrhein-Westfalen. Einige Male hat er an den Landesmeisterschaften teilgenommen und Plätze im vorderen Mittelfeld belegt.

Doch von nichts kommt nichts. Noah trainiert etwa vier Mal in der Woche, zum einen bei den Triathleten des TV Goch und ergänzend dazu noch einmal pro Woche bei den Leichtathleten der Gocher Viktoria. Obwohl er bis zu sechs Wettkämpfe im Jahr bestreitet, genießt die Schule Priorität. "Wenn ich nach Hause komme, stehen erst die Hausaufgaben an, bevor ich zum Training gehe", sagt Noah. So sei noch nie ein Konflikt zwischen seinem Training und den Anforderungen in der Schule entstanden.

Der absolute Höhepunkt einer jeden Saison bleibt aber nicht nur für Noah, sondern für viele seiner Trainingskollegen im Verein der "NessTRI". Unter dem Motto "Von Sportlern für Sportler" findet am Sonntag, 28. August, die sechste Auflage dieser familiär geprägten Veranstaltung statt, die sich ausdrücklich auch an Einsteiger und jene richtet, die sich einfach mal auf einer überschaubaren Distanz an diesen Sport heranwagen möchten.

Erwachsene müssen beim Volkstriathlon 500 Meter schwimmen, 20 Kilometer Rad fahren und fünf Kilometer laufen. Beliebt sind auch die Staffel-Wettbewerbe, bei denen sich drei Teilnehmer die Disziplinen aufteilen. Für Firmen, Familien, Kegelclubs, Fußballer oder Leichtathleten genau das Richtige, um für einen Nachmittag Teil der Triathlonfamilie zu sein.

Alle Distanzen bis hin zu denen für die Erwachsenen sind beim Gocher Triathlon so gestaffelt, dass für jede Altersgruppe eine machbare, aber doch herausfordernde Strecke dabei ist. "Besonders den jüngeren Startern messen wir großen Wert bei", erklärt Jochen Janssen, Mitglied des Organisations-Teams des Gocher Triathlons.

Der Mittelpunkt des "NessTri" befindet sich am Freizeitbad in Kessel, in dem die jüngeren Jahrgänge ihre Schwimmdistanz absolvieren. Dagegen gehen alle Teilnehmer vom Jahrgang 2004 und älter im benachbarten Baggersee ins Wasser. Die Radstrecke verläuft auf gut ausgebauten Straßen am Freizeitbad, während die abschließende Laufstrecke am Ufer des Sees entlang führt.

Bereits bei den früheren Ausgaben stellte der "NessTRI" einen großen Erfolg dar - für die Organisatoren des Gocher Turnvereins wie für die Sportler. Manche entdeckten wie der junge Noah van Sambeck den Triathlon für sich und stiegen in ein regelmäßiges Training ein. Jeder von ihnen unterstützt am Ende aber seinesgleichen: Denn während sich die Organisatoren jedesmal aufs Neue über die tolle Resonanz mit erfreulich großen Teilnehmerzahlen freuen, fließen die Erträge dieser Veranstaltung in die Jugendarbeit der Triathlonabteilung des TV Goch.

Und auch in diesem Fall passt ein weiteres Mal das Motto der Gocher Triathlon-Veranstaltung: Sportler für Sportler.

Quelle: RP
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