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Triathlon
"NessTri" startet mit dem Sprung ins Nass

Triathlon: "NessTri" startet mit dem Sprung ins Nass
Auf die Plätze, fertig . . . Vom Sandstrand aus ging es ins offene Wasser. Nur die ganz Jungen schwammen im Hallenbad. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Veranstalter TV Goch und die Teilnehmer des zum sechsten Mal ausgetragenen Gocher Triathlons sprachen von hawaiianischen Verhältnissen. 450 Einzelstarter stellten sich dem Dreiklang aus Schwimmen, Radfahren und Laufen. Von Lea Ebbers

Sören Schiffer hat sich für den Triathlon "NessTri" in Goch nicht extra vorbereitet. "In meiner Freizeit spiele ich Fußball und besitze daher eine recht gute Grundkondition", erklärt er. Der 14-jährige Gocher steht entspannt unter einem blauen Pavillon und ruht sich aus. Bei fast 30 Grad und strahlendem Sonnenschein ist ein kühler Schattenplatz auch genau das Richtige auf dem Freibadgelände am "GochNess" in Kessel.

Schiffer hat seinen sportlichen Teil schon am frühen Vormittag hinter sich gebracht. Bereits zum fünften Mal nimmt er an dem Gocher Triathlon teil, den der Turnverein Goch in diesem Jahr zum sechsten Mal ausrichtet. Der B-Jugendliche ging mit der dritten Gruppe an den Start und musste 200 Meter im See schwimmen und direkt im Anschluss zehn Kilometer Rad fahren sowie zweieinhalb Kilometer laufen. Mit einer Gesamtzeit von 37:23 Minuten belegte er den zweiten Platz in seiner Altersklasse und durfte zur Erinnerung einen Pokal mit nach Hause nehmen. Der Beifall der Familie, die ihn während des dreifachen Ausdauerkampfes unterstützte, war ihm überdies gewiss.

Fast 150 Helfer passen auf, dass alles glatt über die Bühne geht. "Die Freiwillige Feuerwehr, DLRG, der Kanu Club Kleve, Malteser Hilfsdienst und das Team von ,GochNess' unterstützen die Sportveranstaltung", sagt Andreas Lötz, der zusammen mit Jochen Janssen die Leitung des Gocher Triathlons in den Händen hält. August Wagner und Karlheinz Schulze packen seit fünf Jahren mit an, dieses Jahr als "Schleuser". "Wenn die Radfahrer kommen, sperren wir den Weg, damit sie freie Fahrt haben", sagt Schulze.

Die Verantwortlichen wollen möglichst viele Menschen für die Sportart begeistern. Aus diesem Grund wurde in diesem Jahr die olympische Distanz gestrichen. Stattdessen liegt der Fokus auf dem Volkstriathlon mit Distanzen, die jeder einigermaßen Geübte gut bewältigen kann: 500 Meter Schwimmen im offenen Wasser, 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen. Die Disziplinen des Volks- oder Jedermann-Triathlons lassen sich aber auch aufteilen und als Dreier-Staffel absolvieren. Das Teilnehmerfeld ist bunt gemischt. Es starten sowohl Topathleten wie auch Firmen-, Familien- und Freundesstaffeln. Drei Wertungsklassen werden entschieden: es gibt Männer-, Damen- und Mixedstaffeln. Sie bilden am Sonntagnachmittag den Abschluss der Veranstaltung.

Ein Mädchen im roten Triathlonanzug läuft eilig aus dem See über den blau ausgelegten Teppich und dreht sich kurz um. "Nicht nach hinten sehen, guck' nach vorne", ruft ihr ein Mann zu. Jan Heiming steht hinter aufgestellten Holzpaletten vor dem Baggerloch in der Sonne. Er sieht sich das ganze Spektakel mit einem Lächeln im Gesicht an. "Ich muss zwar keine Freunde anfeuern, aber bei dem schönen Wetter macht es einfach Spaß, den Athleten bei ihrem Wettkampf zuzusehen", sagt Heiming.

Die Jahrgänge ab 2002/2003 mussten im offenen See beachtliche Distanzen hinter sich bringen. Die weiteste Strecke betrug 750 Meter. Danach ging's mit nassen Klamotten schnell auf das Rennrad, auf dem die Athleten bis zu 20 Kilometer abzustrampeln hatten. Die dritte Disziplin war das Laufen auf einer Strecke von zweieinhalb bis fünf Kilometern auf der Bundesstraße 504. Diese war für Autofahrer in der Zeit der Veranstaltung gesperrt. "Alle Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 2006 und jünger mussten nicht in den kalten Badesee, sie konnten im Hallenbad schwimmen und hatten natürlich deutlich kürzere Strecken hinter sich zu bringen", sagt Theo Rappers aus dem Organisationsteam.

Marike Schneehagen ist dieses Jahr zum ersten Mal beim "NessTri" mit dabei. Nachdem sie ins Ziel gelaufen ist, schiebt sie zufrieden ihr Fahrrad neben sich her. Die Zwölfjährige hat sich im Verein "SSF Bonn" sehr gut auf den Wettkampf vorbereitet. "Ich trainiere bis zu fünf Mal die Woche, jeweils von 17 bis 20 Uhr", erklärt die junge Sportlerin. Außerdem übe sie den Wechsel zwischen Schwimmen und Radfahren. Sie gehört zu den besten Nachwuchstriathleten Nordrhein-Westfalens und startete im Nachwuchscup. Die A-Schülerin benötigte eine Gesamtzeit von 34:48 Minuten. Der Wettkampf rund um das Freizeitbad "GochNesse" war aber nicht ihr erster. Sie hat schon Erfahrungen bei anderen Sportveranstaltungen sammeln können und weiß daher recht gut Bescheid, wie so etwas abläuft.

Spaß jedenfalls hat es nicht nur der jungen Bonnerin in Goch gemacht. Das mag auch daran gelegen haben, dass diesmal glücklicherweise das Wetter mitspielte. Da gab es von oberster Stelle ganz offensichtlich einen gewissen Bedarf an Wiedergutmachung. Denn im vergangenen Jahr war die immer mit sehr viel Leidenschaft organisierte Gocher Veranstaltung im Dauerregen ertrunken.

Quelle: RP
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