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Fußball
Rot-Blau gegen Simon Lechtenberg

Kleve. Fußball-Landesligist 1. FC Kleve erwartet den VfL Rhede, der von der Treffsicherheit ihres Sturmführers lebt. Anstoß morgen um 14.30 Uhr. Von Reinhard Pösel

Michail Sergejewitsch Gorbatschow, ehemaliger Staatschef der Sowjetunion, ist zumindest den politisch Interessierten noch in guter Erinnerung. Noch mehr Menschen dürften seinen Ausspruch in den Ohren haben. Beim sich anbahnenden Niedergang der DDR sagte er den Satz: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben."

So ähnlich müssen sich am vergangenen Sonntag auch die Fußball-Anhänger gefühlt haben, denen beim Spiel der Klever Landesliga-Fußballer nicht so richtig warm ums Herz geworden war. Jedenfalls hatten sie nach gefühlten 80 Minuten genug gesehen, erhoben sich gleich in Gruppenstärke aus ihren Plastikschalen und machten sich auf den Nachhauseweg. Auf den erstaunten Einwurf eines ihrer Sitznachbarn, weshalb sie sich denn jetzt schon verabschiedeten, meinte einer von ihnen: "Das da unten hat doch mit Fußball nichts zu tun."

Sicherlich strahlte vieles aus dem Klever Spiel nicht glanzvoll vom tiefgründigen Rasen auf die Zuschauer zurück, die sich zugegebenermaßen auf der zugigen Tribüne durch den Nachmittag zitterten. Trotzdem war es eine interessante Begegnung, in der die Spieler um FC-Kapitän Fabio Forster lange Zeit nach einer Idee suchte, um den gut aufgestellten Abwehrblock der Gäste aus dem Duisburger Süden aufzubrechen. Wie gesehen, manchem Beobachter unter dem Tribünendach dauerte dieses Anrennen, das mit zunehmender Spieldauer immer massiver wurde, zu lange. Und auch die dabei angewandten Mittel sagten nicht jedem zu.

Je mehr Zeit aber von der Uhr lief, desto vehementer wurde der Druck der Klever Spieler, die sich momentan in einer Phase befinden, wo ihnen nichts mehr locker, flockig, leicht vom Fuß geht, wie das noch in den ersten Spielen der Saison gewesen war. Geduld ist vielmehr gefragt, damit sich gegen Teams wie den Duisburger SV irgendwann doch einmal der Raum auftut, den ein individuell so starker Fußballer wie Niklas Klein-Wiele zum vorentscheidenden Siegtreffer zu nutzen versteht. Der Nachschlag von Abwehrchef Nedzad Dragovic war schön, aber nicht mehr wichtig.

Von diesen beiden Treffern dürften die Voreiligen unter den Klever Anhängern allenfalls durchs Hörensagen erfahren haben. Weshalb das so war und nie anders sein wird, dürfen sie beim Ex-Sowjetführer nachlesen.

Oder aber sie rüsten sich beim morgigen Heimspiel des 1. FC Kleve gegen den VfL Rhede mit einem etwas größeren Langmut aus. Denn die Fußballer aus dem westlichen Westfalen haben auswärts schon einige Male in dieser Saison unter Beweis gestellt, wie schwer es gegen sie ist, die optimale Punktzahl zu erreichen. Die Bilanz nach sieben Begegnungen auf fremdem Geläuf: zehn Punkte bei 15:13-Toren. Das sind immerhin zwei mehr, als der VfL Rhede in ebenfalls sieben Spielen vor heimischem Publikum holte. Von den insgesamt 25 Toren geht mehr als jedes zweite auf das Konto ihres 26-jährigen Angriffsführers. Simon Lechtenberg ist gewissermaßen der Alleinunterhalter in der Rheder Offensive.

Der 1. FC Kleve sollte sich demnach auf einen Gegner einstellen, der hinten kompakt steht und über Konter versuchen wird, ihren Top-Shooter an den Ball zu bringen. Da dürfte insbesondere auf die Klever Innenverteidiger einiges an Arbeit zukommen.

Quelle: RP
 
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