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Lokalsport
Schumann gewinnt WM-Bronze in Perth

Kleve. Der 65-jährige Robin Schumann erkämpfte sich in seiner Altersklasse den dritten Platz. Der Bedburg-Hauer startete aus Anlass der Amateur- und Master-Weltmeisterschaft auf dem fünften Kontinent. Von Stephan Derks und Reinhard Pösel

Es lohnt sich, um die halbe Welt zu fliegen, wenn dabei sportliches Edelmetall herausspringt. Diese Geschichte kann der für die Radrenngemeinschaft (RRG) Kleverland fahrende Robin Schumann erzählen. Von der diesjährigen Amateur- und Master-Weltmeisterschaft im Radsport kehrte der Bedburg-Hauer mit der Bronzemedaille an den Niederrhein zurück.

Die WM begann mit einem Einzel-Zeitfahren. Ausgetragen wurde es auf einem 19,4 Kilometer langen Rundkurs auf Rottnest Island, einer dem australischen Festland vorgelagerten Insel im indischen Ozean. Schumann erzählt: "Der WM-Kurs war hügelig und bestand aus 200 Höhenmetern." Der raue Straßenbelag und einige Kurven, an denen manches Mal Sand angeweht worden war, erforderte die ganze Konzentration der Fahrer. Zudem blies ein kräftiger Wind.

Zu den großen Favoriten in Schumanns Altersklasse gehörte der ehemalige Bahnweltmeister Danny Clark. Neben dem 65-jährigen Australier zählten beim Rennen gegen die Uhr auch einige Spezialisten wie der Australier Nick Crainger oder der österreichische Meister Friedrich Peltz zu den Kandidaten auf die vordersten Rängen. Als letzter Teilnehmer ging Schumann auf den Kurs. Es rollte gut, sehr bald hatte er die beiden vor ihm gestarteten Fahrer eingeholt, kurz vor dem Ziel rauschte der Bedburg-Hauer an einem weiteren Konkurrenten vorbei. Nach 28:34:6 Minuten überquerte Schumann den Zielstrich. Eine ausgezeichnete Leistung, mit der er hinter den Einheimischen Clark und Crainger und 1,5 Sekunden vor dem Österreicher Peltz Platz drei im Zeitfahren belegte. Die anderen Fahrer lagen weit dahinter.

Drei Tage später folgte das Straßenrennen, das die WM komplettierte. Von Perth aus ging es in die Berge. Dort musste ein Anstieg und abschließend noch eine bergige Runde absolviert werden. Das Feld ließ es auf dem ersten, flachen Teilstück von rund 50 Kilometern behutsam angehen. Nur zwei Mutige suchten während der Anfangsphase das Weite, wurden dann aber unter der Führung von Danny Clark und Robin Schumann zwei Kilometer vor dem ersten Anstieg wieder eingeholt.

Auf den nächsten Anstiegen mussten immer mehr Fahrer abreißen lassen. Am mit mehr als vier Kilometern längsten Anstieg hatte sich die Spitzengruppe auf 20 Mann reduziert. Mit Unterstützung von Clark wagte Schumann einen Vorstoß, der die Gruppe endgültig sprengte. Nur der Däne Bertelsen sowie der Franzose Nadaud konnten folgen. Bald hatte das Quartett einen Vorsprung von 200 bis 300 Meter herausgefahren. Dann verspürte der Bedburg-Hauer starke Schmerzen in der Hüfte, konnte das Tempo nicht mehr halten und musste sich in die vierköpfige Verfolgergruppe zurückfallen lassen, wo er sich etwas "erholen" konnte.

Auch der Franzose fiel aus der Spitze heraus und reihte sich in die schließlich sechs Mann starke Gruppe ein, in der Neuseeland, Frankreich und Deutschland mit je zwei Fahrern vertreten waren. Der Sprintstärkste dieser Gruppe war der Deutsche Hans Bauer. Deshalb versuchte Schumann zu Beginn der letzten Steigung nochmals anzugreifen, merkte aber schnell, dass bei seinen Schmerzen eine Alleinfahrt nicht möglich war. Den Endspurt der Verfolger gewann Bauer vor dem Franzosen Patrick Villain und Schumann. Der Sieg im Straßenrennen ging erwartungsgemäß an Clark, der den Dänen Bertelsen auf den zweiten Platz verwies.

Nachdem schließlich die Ergebnisse aus dem Zeitfahren und dem Straßenrennen ausgewertet worden waren, durfte Schumann mit der australischen Sonne um die Wette strahlen. Die Siegerehrung krönte dann einen wunderbaren Wettkampf, der für den Bedburg-Hauer mit Bronze endete. Es hatte sich also gelohnt, um die halbe Welt zu fliegen.

Quelle: RP
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