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Leichtathletik
"So ein bisschen laufen, das tut doch gut"

Leichtathletik: "So ein bisschen laufen, das tut doch gut"
Wettkampf und Spaß am Laufen schließen sich für den Pfalzdorfer Theo Aymanns nicht aus. Auf den letzten Metern des siegreich beendeten Euroruns erwiderte der bald 50-Jährige den Applaus der Zuschauer. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Beim 32. Eurorun in Nütterden herrschte auf und neben der Strecke eine gute Stimmung. Theo Aymanns gewann den Halbmarathon. Von Marius Tacke

Aus den Lautsprechern donnert der Ruf des euphorisierten Moderators. Umstehende Menschen brechen abseits des Höflichkeitsapplauses in bewundernden Jubel aus. Schon im Ziel angekommene Läufer recken den Kopf, um zu sehen, was da diese Aufmerksamkeit hervorruft: Es ist ein Mittsiebziger, der nach 21,095 Kilometern durch den Zielkanal stürmt.

Am vergangenen Samstag fand die 32. Auflage des Euroruns in Nütterden statt. Aufgrund der gestrigen Bürgermeister- und Landratswahl erstmals auf Samstag verschoben, erfreute sich die Veranstaltung dennoch mit einer Teilnehmerzahl von fast 500 Läufern einer regen Beteiligung. Mit von der Partie war der Mülheimer Siegfried Kalweit, der in der Laufszene und auch im Nütterdener Zielkanal umjubelte Langstreckenspezialist mit mehr als 90 Marathons in den Oberschenkeln. Der ehemalige deutsche Meister in der Altersklasse M 65 beehrte auch den Volkslauf am Niederrhein mit seiner Teilnahme. "So ein bisschen laufen, das ist doch schön, das tut gut. Solange die Gesundheit mitspielt, find ich das wunderbar", erklärt er.

Eröffnet wurde der Eurorun pünktlich um 14 Uhr mit dem Halbmarathon, für den Landrat Wolfgang Spreen den Startschuss gab. Die 21,1 Kilometer lange Distanz konnte sowohl solo als auch in einer sogenannten Duo-Staffel zu zweit zurückgelegt werden. Zu diesem Zweck war auf der Hälfte der Halbmarathonstrecke (10,55 Kilometer) eine Wechselzone angelegt worden. Nur fünf Minuten später kam es dann zum Duell der favorisierten Landratskandidaten Wolfgang Spreen und Jürgen Franken abseits aller Wahlkampfveranstaltungen: Beim Fünfkilometerlauf durch Nütterden kämpften beide um jede Sekunde, wobei Spreen mit 26:12 Minuten zumindest auf der Laufstrecke deutlich vor seinem Herausforderer Franken lag, der 32:07 Minuten für die fünf Kilometer benötigte. Beide stellten die Atmosphäre, den Teamgeist und vor allem den Spaß in den Vordergrund. "Ich bin ein Genussläufer", erklärte Spreen freudig, während Franken hervorhob, dass mehr als die Hälfte des ihn unterstützenden "Team Franken" "vor Spreen ins Ziel gekommen ist".

Den Halbmarathon gewann der Pfalzdorfer Theo Aymanns, der die doppelte Wendepunktstrecke als "sehr reizvoll" beschrieb, mit einer Zeit von einer 1:22,09 Stunden. An dem durchaus auch attraktiven Citylauf in Xanten einen Abend vorher hatte er nicht teilgenommen, da "Nütterden einfach vorgeht". Am Ende des Tages konnte er mit einem Lächeln das Gelände an der St.-Georg-Schule in Nütterden verlassen, genauso wie Sabine Drumm-Becker vom Kölner Turnverein, die "Deutschlands schnellste Polizistin" gerufen wird. Drumm-Becker benötigte 1:30,24 Stunden für den Halbmarathon und war damit in Nütterden die schnellste Frau. Fast acht Minuten Vorsprung auf die zweitschnellste Läuferin, Erika Schoofs vom TSV Weeze, brachten ihr die Erkenntnis, dass die ganze Zeit über der Sieg nicht in Gefahr war. Darüber hinaus machte die Frau mit der Startnummer 2724 "nicht wirklich ernst". Für sie ging schon kurz nach dem Zieleinlauf der Blick Richtung Köln-Marathon, der Anfang Oktober ausgetragen wird. "Außerdem kam ich gerade aus der Nachtschicht und war dementsprechend noch nicht ganz auf der Höhe", verrät sie.

Den Fünfkilometerlauf der Herren dominierte Kai Schmidt von der Gocher Viktoria in 16:55 Minuten, während bei den Frauen Kerstin van Embden von Leichtathletik Nütterden mit einer Zeit von 19:23 Minuten einen Vorsprung von etwa zweieinhalb Minuten auf ihre zweitplatzierte Vereinskollegin Anette Joeken ins Ziel rettete.

Den Abschluss der Veranstaltung bildeten dann der 444-Meter-Lauf der "kleinen Talente" sowie der Ein- und Zweikilometerlauf der Schüler. An Letzterem nahmen auch die Sportklassen der Karl-Kisters-Realschule teil. Neben den sportlich ausgerichteten Klassen gibt es an der Kellener Realschule in den beiden ersten Jahren auch Musiker- und Forscherklassen. "Über den normalen Unterricht hinaus gibt es bei uns pro Woche zwei Profilstunden, in denen auf die Talente und Interessen der Kinder besonders eingegangen wird", erklärt Michael Dicks, Klassenlehrer einer der Sportklassen. Auch Projektwochen, Wandertage und einiges mehr werden auf die Schwerpunkte der Klassen abgestimmt. Auf die Frage, ob das Konzept erfolgreich sei, erklärt Dicks voller Überzeugung, dass "die Klassen nicht nur die Kinder optimal fördern, sondern darüber hinaus identitätsstiftend sind und ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl hervorrufen".

Und so endete ein spannender Tag in Nütterden, bei dem sogar das Wetter mitspielte, da es erst kurz vor Schluss zu regnen begann.

Quelle: RP
 
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