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Lokalsport
Sportstunde mit Bundesliga-Profis

Kleve. Karl Kisters Realschule erhält von der AOK 4900 Euro für Sportförderung. Von Antje Thimm

Es war keine normale Sportstunde für die Jungs und Mädchen der 5a und 6a der Karl Kisters Realschule in Kleve-Kellen. Fußballtraining war angesagt mit den ehemaligen Bundesliga-Profis Michael Klinkert und Marcel Witeczek. Neben der Sportstunde mit den beiden Fußball-Profis wurde die Schule von der AOK Rheinland/Hamburg für ihre Bemühungen um Sport- und Gesundheitsförderung mit 4900 Euro ausgezeichnet.

Marcel Witeczek, in seiner aktiven Zeit Stürmer beim 1. FC Kaiserslautern, zweimaliger Deutscher Meister mit dem FC Bayern München, Vizemeister und UEFA-Pokalsieger, übernahm das Training mit der 5a.

Michael Klinkert, der in den 80er Jahren beim FC Schalke 04 spielte und später 12 Jahre lang Stammspieler beim VfL Borussia Mönchengladbach war, brachte die Schüler der 6a nach einem gründlichen Aufwärmprogramm mit einem lustigen Kopfballspiel in Schwung. Alle standen im Kreis und jeder musste den zugeworfenen Ball entweder mit dem Kopf oder mit der Hand annehmen, aber immer das Gegenteil von dem, was der Trainer sagte. Es wurde viel gelacht bei dieser Koordinations- und Konzentrationsübung. Danach wurden Mannschaften gebildet und losgelegt. "Aber geballert wird hier nicht", sagt der Profi. Für das Training in der Halle nahm er daher den etwas kleineren Futsal-Ball, der nicht so springt. Alle machten begeistert mit. "Die Schüler konnten den Tag gar nicht erwarten und fragten immer `Wann kommen die denn?` und hatten sicherheitshalber jeden Tag schon ihre Sportsachen dabei", erzählt Sportlehrer Dominik Huißmann. Einige Schüler der Klasse 6a spielen auch in ihrer Freizeit Fußball im Verein. Emily Stickelbroek zum Beispiel spielt Abwehr rechts beim SV Rheinwacht Erfgen und Warbeyen. Sie fand die Einheit mit Michael Klinkert richtig gut: "Es hat Spaß gemacht." Kai-Wen von BV DJK Kellen sagte: "Das Training ist anders als im Verein, aber cool!" "Mal was anderes", findet auch Daniel Kinder. Er hat auch schon mal Vereinsfußball gespielt, aber wieder aufgehört.

Wie Johannes Verfürth, Fachberater der AOK in Kleve und zuständig für Regionalmarketing und Prävention, erläutert, hat die Kellener Realschule bei der bundesweiten AOK-Initiative "Fit durch die Schule" mitgemacht. Ziel der Initiative, die auch vom Schulministerium NRW unterstützt wird, sei es, die sportliche Leistungsfähigkeit von Schülern und Schülerinnen durch mehr Bewegung, Spiel und Spaß zu verbessern. Die beiden ehemaligen Bundesligaspieler sind Angestellte der AOK und arbeiten an Sportprojekten in der Gesundheitsvorsorge. Die Karl Kisters Realschule hat zusammen mit den Sportlehrern Dominik Huißmann und Michael Dicks einen Schwimmkurs geplant, der sich besonders an Kinder richtet, die noch nicht oder kaum schwimmen können. Dies soll, so die Sportlehrer, der Unsicherheit von Kindern und Jugendlichen im Wasser vorbeugen und auch die körperliche Leistungsfähigkeit steigern. Die AOK unterstützt diesen Kurs, der außerhalb der regulären Unterrichtsstunden stattfinden wird, finanziell mit dem erwähnten Betrag von 4900 Euro.

"Wir besuchen an die 40 Schulen im Jahr, die sich an der Initiative beteiligen", berichtet Johannes Verfürth weiter. "Immer mehr Kinder haben Übergewicht, Haltungsschäden, Koordinationsstörungen und wenig Ausdauer. Das möchten wir mit dieser Initiative ändern."

Den Spaß an der Sache konnten Michael Klinkert und Marcel Witeczek vermitteln, denn die Schüler kickten mit viel Begeisterung und es fielen einige Tore. Das Highlight der Profi-Einheit aber kam zum Schluß. Ein Ballspeedometer wurde hinter dem Tor aufgestellt, und jeder durfte einmal mit voller Kraft und erfahren, mit welcher Geschwindigkeit er den Ball ins Tor geschossen hat. Mit Werten zwischen 50 und 90 Kmh flogen die Bälle ins Netz, die Schüler hatten auch einen Riesen Spaß daran, die Ergebnisse der Lehrer zu toppen. Marcel Witeczek dazu: "Wer besser als der Lehrer ist, braucht heute keine Hausaufgaben zu machen." Jedes Kind erhielt eine Urkunde mit seiner persönlichen Ballgeschwindigkeit sowie ein Paar Fußball-Handschuhe.

Quelle: RP
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