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Leichtathletik
Spronk beste Crossläuferin Europas

Leichtathletik: Spronk beste Crossläuferin Europas
Begrüßung nach der Landung in Weeze: (von links) Laurenz Thissen, Marianne Spronk, Günther Janßen, Monika Voss und Helga Thissen. FOTO: Thissen
Kleve. Die in Kessel wohnende Marianne Spronk gewann in Ancona/Italien den EM-Titel im Crosslauf. Von Reinhard Pösel

Als der Flieger am Montagnachmittag über Weeze einschwebte, hatte er neben weiteren Passagieren auch zwei Läuferinnen an Bord, die bester Stimmung waren. Froh gelaunt entstiegen der Maschine Marianne Spronk (67) und ihre Freundin Monika Voss (64), die beide seit Beginn dieser Saison die Farben der Weezer Leichtathleten tragen und drei Tage lang auf europäischem Parkett unterwegs waren. Anlass ihres Kurzausflugs waren die Hallen-Europameisterschaften der Senioren im italienischen Ancona, in deren Rahmen auch die besten Crossläufer des Kontinents ermittelt wurden. Für diesen Wettbewerb hatten beide TSVerinnen gemeldet. Mit dem erfreulichen Resultat: Gold für Spronk in der Altersklasse W 65 und Platz sieben für Voss. Letztere musste mit der Altersklasse W 60 vorliebnehmen, obwohl sie in diesem Jahr ihren 65. Geburtstag feiert. Die Erklärung: Anders als auf nationaler Ebene entscheidet bei Europameisterschaften das Alter des Athleten am Veranstaltungstag über die Altersklasse.

Doch dieser nicht eingeplante Umstand änderte wenig daran, dass Voss, die als eine der ersten Triathletinnen im Kreis Kleve über eine langjährige Lauferfahrung verfügt, mit dem Abschneiden auf der Crossstrecke zufrieden war. "Allein schon die Tatsache, im Nationaltrikot laufen zu dürfen, ist etwas Besonderes", sagt die 64-Jährige, die es in ihrem Rennen mit Läuferinnen aus Belgien, Frankreich, Finnland und Italien zu tun hatte. 32:57 Minuten benötigte Voss für die fünf Kilometer, als Siebtplatzierte ihrer Altersklasse kam sie ins Ziel.

Voss befand sich in einem Rennen mit zahlreichen weiteren Altersklassen. Dazu gehörte auch die ihrer Vereinskollegin Marianne Spronk. "Ab der W 55 aufwärts wurden wir alle gemeinsam auf die Strecke geschickt", erklärt Spronk, die in Kessel zuhause ist und zwischen ihrem Wohnort und der Weezer Sportanlage pendelt. Ihr Erfolgsrezept seit vielen Jahren ist ein ausgewogener Mix aus Tempo-, Ausdauereinheiten und Gymnastik für die allgemeine Beweglichkeit. Den Beweis für die Richtigkeit ihrer Herangehensweise lieferte Spronk, die sich mit dem frischen Ruhm eines deutschen Crosstitels nach Norditalien aufmachte, auch bei der EM wieder. Die fünf Kilometer lange Strecke führte über ein gut zu belaufendes Wiesengelände - "gar nicht zu vergleichen mit dem Matsch bei der DM in Herten", so Spronk. In jeder der vier Runden musste eine Steigung bewältigt werden.

Da in dem gut 40-köpfigen Läuferpulk die Übersicht schnell verloren ging, gelang es Spronk nicht, sich an den Konkurrentinnen der eigenen Altersklasse zu orientieren. Stattdessen verließ sich die erfahrene Langstrecklerin auf ihr Tempogefühl. Die Taktik sollte aufgehen, hatte jedoch unmittelbar nach Erreichen des Ziels erst einmal zur Folge, dass die TSVerin nicht wusste, auf welchem Platz sie nach den von ihr benötigten 23:46 Minuten gelandet war. Erst als eine quirlige Spanierin mit nach oben gerecktem Daumen auf Spronk zugelaufen kam, um ihr ausgesprochen herzlich zum Sieg zu gratulieren, fiel bei der Deutschen die Ungewissheit über die Platzierung ab. Wie sich herausstellte, belegte die freundliche Gratulantin 20 Sekunden hinter Spronk den zweiten Platz und hatte offenbar den richtigen Einlauf eher als viele andere realisiert.

Emotional wurde es bei der Siegerehrung. "Als die Nationalhymne erklang und mein Name auf der Anzeigetafel aufleuchtete, lief es mir kalt den Rücken herunter", gesteht Spronk, die diesen Moment als "wunderschön und ergreifend" bezeichnet. Doch auch der von Laurenz Thissen organisierte Empfang nach der Landung in Weeze sei überraschend und bewegend gewesen, so die frisch gekürte Europameisterin. Zunächst wurden die EM-Teilnehmerinnen von einer Abordnung ihres Vereins begrüßt. Anschließend ging es ins Eiscafé Alpago, wo Besitzer Rudi Bortoluzzi einen deutsch-italienischen Tisch vorbereitet hatte.

Quelle: RP
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