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Schwimmen
TV Goch befürchtet Trainingseinschränkung

Schwimmen: TV Goch befürchtet Trainingseinschränkung
Abteilungsleiter und Trainer Falk Wunderlich (links) mit einer Gruppe junger Schwimmer im Freizeitbad "Goch Ness". FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Die Schwimmabteilung des TVG betreut 190 Aktive. Bald scheiden zwei Trainer aus. Abteilungsleiter Falk Wunderlich ist besorgt. Von Sabrina Peters

Die Schwimmabteilung des TV Goch steht vor einem Problem. Wenn bis Mitte nächsten Jahres ein Schwimmlehrer in den sportlichen Ruhestand entlassen wird und eine weitere Schwimmlehrerin wegen einer beruflichen Neuorientierung ebenfalls kein Schwimm-Training mehr erteilen kann, ist das wöchentliche Training für Kinder im Alter ab fünf Jahren in Gefahr. Mit dann nur noch sieben Trainern kann man das nämlich nicht mehr wie bisher stemmen.

17 Trainingsgruppen betreut die Schwimmabteilung des TV Goch. Diese wurden bislang von neun Übungsleitern trainiert, was schon die untere Grenze darstellt, wie Falk Wunderlich meint, selbst TV-Trainer und Abteilungsleiter. "Es geht hier ja um die Sicherheit. Ab dem Badebereich übernehmen wir die komplette Verantwortung", betont Wunderlich. Bei Kindern, die Gefahren noch nicht so einschätzen können wie Erwachsene, müsse die Aufmerksamkeit der Trainer daher besonders groß sein. "Es bleiben eben nicht alle nur ruhig stehen. Kinder machen auch mal Unvorhergesehenes, da muss man als Trainer die Augen überall haben", so Wunderlich. Beim Training läuft er ständig das Becken ab, um eventuelle Gefahren sofort erkennen und reagieren zu können. Denn Schwimmen sei eine der komplexesten und auch gefährlichsten Sportarten. "Wenn ein Kind mitten auf der Bahn nicht mehr kann, muss ich diesem sofort helfen", sagt Wunderlich.

Nach der Sicherheit steht beim TV Goch jedoch auch die schwimmsportliche Ausbildung im Fokus. Die insgesamt 190 Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von bis zu 23 Jahren, die derzeit in der Schwimmabteilung des Traditionsvereins trainiert werden, sollen auch etwas lernen. "Wenn ich aber jemandem eine persönliche Fehlerkorrektur gebe oder gegebenenfalls sogar selbst ins Wasser gehe, um etwas zu zeigen, brauche ich jemanden an der Seite, der auf die anderen aufpasst", erklärt Wunderlich. Er weist mit diesem Beispiel eindringlich darauf hin, was es bedeuten würde, wenn der Kreis der Übungsleiter schrumpft. Bei einer im Durchschnitt mit 15 Kindern großen Gruppe schaffe es ein Trainer nicht alleine, auf alle aufzupassen und dazu noch ein Training zu geben, dass Kinder und Jugendliche individuell fördert.

Letzteres werde, sollten sich nicht neue Trainer finden, nur noch eingeschränkt möglich sein. "Darunter würden dann auch die Kinder leiden, die auf einer längeren Warteliste stehen und am Training teilnehmen wollen", erklärt Wunderlich, der für seine Abteilung spricht, wenn er sagt, keine Schwimmer wegschicken zu wollen. Das sei aber nicht so einfach. Denn die Gruppen dürften nicht zu groß und unübersichtlich werden. "Oberste Priorität hat die Sicherheit", bekräftigt Wunderlich. "Wenn zwei Trainer bald wegfallen, müssen wahrscheinlich vier Gruppen eingestampft oder umverteilt werden", so Wunderlich.

Die einzige Lösung des Problems sieht er in neuen Trainern, die den Verein unterstützen. "Nachdem der Kreis unserer Trainer immer kleiner wurde, haben wir bereits intern versucht, neue Trainer zu werben", berichtet Wunderlich. Nur sei das nicht so einfach gewesen. "Wir haben vor allem jüngere Schwimmer, die dann im jugendlichen oder jungen Erwachsenen-Alter aufhören, weil ihnen die Zeit fehlt", erklärt Wunderlich. Sie dann als Trainer zu integrieren, sei beinahe unmöglich. Zudem bekommt die Schwimmabteilung Konkurrenz aus anderen Abteilungen des Vereins. Viele Schwimmer widmen sich ab einem gewissen Alter dem Triathlon und wechseln zu dieser Abteilung. Sie stehen anschließend den Schwimmern gar nicht oder nur noch eingeschränkt zur Verfügung.

Wunderlich hofft nun, dass sich schon erfahrenere oder zumindest interessierte Schwimmtrainer und/oder gute Schwimmer, die Freude am Umgang mit Kindern haben, beim TV Goch melden. Um eine Schwimmgruppe betreuen zu dürfen, benötigen Trainer das Rettungsschwimmer-Abzeichen in Bronze. "Es wäre toll, wenn das schon abgelegt wäre, aber dabei würden wir auch helfen. Zudem gibt es eine Aufwandsentschädigung", sagt Wunderlich. Neue Trainer seien die einzige Möglichkeit, das Schwimmtraining im bisherigen Rahmen fortzuführen.

Quelle: RP
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