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Lokalsport
Unsportliches Verhalten

Kleve. Der VfL Merkur Kleve fühlt sich von der Stadt hingehalten. Während mit Arbeiten an anderen Platzanlagen begonnen wurde, wartet der Verein seit acht Jahren darauf, umzuziehen. Die Anlagen sind marode, die Zeit drängt. Von Peter Janssen

Der VfL Merkur ist mit 1080 Personen der mitgliederstärkste Sportverein Kleves. Er ist derzeit auch der Club mit den größten Problemen. Er weiß nicht, wie seine Zukunft aussieht, und wo diese ist. Während bei anderen Vereinen mit dem Bau von neuen Plätzen und Sportzentren begonnen wird - die RP berichtete gestern - hat man beim VfL keine Ahnung, wie seine Anlagen in naher Zukunft aussehen werden und wo diese liegen. Was man weiß ist, dass die aktuelle Situation nicht erst seit gestern eine katastrophale ist. Die Turnhalle des VfL ist seit Jahren eine gewagte Mischung aus Beton, Holz und Löchern. Es regnet hinein, von den Wänden bröckelt der Putz. Der Verein zerfällt. Seit Jahren wird über den Umzug der Merkurianer in die Oberstadt neben das Gustav-Hoffmann-Stadion gesprochen. Mehr aber auch nicht.

In der vergangenen Woche war die Jahreshauptversammlung des VfL. Die Stimmung an der Basis wird ungemütlicher. "Ich weiß auch nicht mehr, was ich den Mitgliedern erzählen soll. Seit acht Jahren wird jetzt über die Verlagerung der Sportstätten gesprochen", sagt Dietmar Eisel, Vorsitzender des Vereins. Die Stadt hatte vor einigen Monaten erklärt, man warte auf eine Reaktion des VfL zu den vorgelegten Plänen.

Eisel betont, dass der Verein zu Fragen und Vorschlägen stets Stellung bezogen hat. "Es ist alles besprochen und geklärt. Aber es kommt nichts mehr aus der Verwaltung. Seit Monaten warten wir darauf, dass es endlich los geht. Wir werden hingehalten", betont der Merkur-Vorsitzende. Für den Verein für Leibesübungen ist das Verhalten ein unsportliches. Den letzten Kontakt zur Verwaltung habe er gehabt, als er ein Schreiben von Herrn Mutz bekommen habe, so Eisel. Inhaltlich ging es um Reinigungspflichten auf Wegen zur Sportanlage.

Gestern teilte die Stadt auf Anfrage mit, dass man mit dem VfL Merkur Kleve gesprochen habe und über die Rahmenbedingungen Einigkeit bestehe. Stadtsprecher Jörg Boltersdorf ergänzte, dass man sich jedoch noch in Gesprächen mit Dritten befände, die man abwarten müsse. Erst dann könne man sagen, wie das Verfahren tatsächlich ablaufe. Wer der ominöse Dritte ist, wollte er nicht offenbaren. Nicht wenig spricht dafür, dass es sich um den 1. FC Kleve handelt. Dass die Halle in dem Gebiet rund um das Sportzentrum am Hoffmann-Stadion gebaut werden soll, sei klar, so Boltersdorf.

Wie lange jedoch die Diskussion mit dem Dritten noch dauert, steht nicht fest. Nimmt man die Zeit als Maßstab, die seit den ersten Gesprächen zwischen Merkur und Stadt über die Umsiedlung vergangen ist, so wird die noch ausstehende Erörterung nicht im Schnellverfahren erledigt. Vor acht Jahren war die Verwaltung mit dem Thema an den VfL herangetreten.

Irritationen gibt es offenbar auch darüber, an welcher Stelle die neue Turnhalle, wenn sie denn gebaut wird, stehen soll. Der Merkur-Vorsitzende kennt nur einen Plan und erklärt: "Vorgesehen ist der Standort, an dem sich derzeit die alten Umkleidekabinen des Hoffmann-Stadions befinden." Davon weiß jedoch Christoph Thyssen, Vorsitzender des 1. FC Kleve, nichts. "Pläne, nach denen die neue Turnhalle dort stehen soll, habe ich nie gesehen", betont er. Der 1. FC Kleve hatte vorgeschlagen, die Sporthalle auf dem jetzigen Parkplatz hinter der Tribüne der Volksbank-Arena zu platzieren. Klar ist hier ebenfalls nichts. Aber die ersten Gespräche laufen schon.

Quelle: RP
 
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