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Lokalsport
Volltreffer mit dem Luftgewehr

Lokalsport: Volltreffer mit dem Luftgewehr
Anna Lena Kropmann (13/hinten) und Franziska Driessen (14) von St. Helena sind trotz ihren jungen Alters schon seht gute Luftgewehrschützinnen. FOTO: Ostermann
Kleve. Die Sportschützinnen Anna Lena Kropmann und Franziska Driessen aus Hönnepel waren bei der DM. Jetzt geht's zur Bundesmeisterschaft. Von Heidrun Jasper

"Versuchen Sie es einfach mal." Ulrike Langendonk, Trainerin und Jugendwartin bei den Sportschützen von St. Helena Xanten, holt ein 4,5 Kilogramm schweres Luftgewehr aus dem stets abgeschlossenen Schrank im Sportheim am Fürstenberg und legt es auf ein Stativ. Sicherer Stand, die Schulter bis zum Kolben, rechte Hand am Abzug, die linke Hand stützt das Gewehr, mit dem rechten Auge die zehn Meter entfernte Scheibe ins Visier nehmen, das Gewehr entsichern, zielen, abdrücken. Und: Volltreffer, mitten rein in die Scheibe, 10 Punkte.

Anfängerglück? Das Ganze noch einmal - und wieder ins Schwarze getroffen. "Sie sollten sich bei uns anmelden", ermuntert Ulrike Langenberg. Sie trainiert Franziska Driessen (14) und Anna Lena Kropmann (13), die 13-jährigen Mädels, die vor wenigen Tagen bei der Deutschen Meisterschaft in München mit der Mannschaft den zehnten Platz holten. In der Disziplin 3-Stellung (liegend, stehend, knieend) mit jeweils 20 Schuss, holten die beiden mit dem Team (dazu gehören noch Marie Huvermann und Michelle Grobe vom Verein "Admiral van Lanz" Hamminkeln) den fünften Platz. Franziska landete in der Einzelwertung auf den siebten Platz, Anna Lena wurde 60.

Die beiden Mädchen von St. Helena kommen aus Kalkar-Hönnepel, Franziska besucht die Gesamtschule in Xanten, Anna Lena das Jan-Jost-Gymnasium in Kalkar. Seit knapp vier Jahren sind sie bei den Xantener Sportschützen und trainieren zwei bis drei Mal in der Woche. Die Väter bringen sie zu den Übungseinheiten, begleiten sie zu Wettkämpfen und waren natürlich auch in München dabei. Manchmal machen sie ihre Töchter nervös. Vor allem der Vater von Franzi, ein Fußball-Jugendtrainer beim SV Hönnepel-Niedermörmter.

Die Nerven lagen bei ihm blank in München. "Ich schaue die ganze Zeit zu, ich kann da nicht weggehen. Ich war fertig", gibt Vater Driessen durch. "In München war es echt extrem mit Papa", nickt Franziska. "Wir waren schon auf dem Schießstand, gleich sollte es losgehen, Papa wollte noch schnell ein Gruppenbild machen, da habe ich seine zittrigen Hände gesehen und bin auch mega-nervös geworden". Auch der Vater von Anna Lena ist nicht gelassener, aber: Er guckt nur ab und zu hin, wenn seine Tochter schießt, lenkt sich ab, geht bei Wettkämpfen immer wieder durch die Halle.

Im Gegensatz zu den Vätern machen die Mädels beim Schießen einen ruhigen Eindruck. "Es macht Spaß und fördert die Konzentration", sagen beide. Das mache sich auch in der Schule bemerkbar. Und "man wird auf jeden Fall selbstbewusster", findet Anna Lena. Klar sei man aufgeregt bei Wettkämpfen wie einer DM. Aber: "Man kann lernen, ruhig zu bleiben", sagt Franzi. Beide könnten auch ein Gewehr gestellt bekommen. "Es ist ein Unterschied, ob ich mit dem eigenen Gewehr oder mit einem vom Verein schieße", stimmen sie überein. Was Anna Lena am meisten stört, ist das ganze Geschleppe: Kleidung, Gewehr, alles in einem speziellen Koffer. Was beide (und natürlich auch die Väter) stolz macht, sind die Urkunden, Medaillen, Pokale, die sie schon erschossen haben.

Gestern abend stand der nächste Wettkampf an. Da haben Franzi und Anna Lena bei den Erwachsenen mit geschossen, einem Heim-Wettkampf gegen Meerbusch. An 17. September sind sie in Köln bei der Bundesmeisterschaft im Luftgewehrschießen dabei. Edelmetall, Platz eins bis drei, müsste drin sitzen. Davon gehen jedenfalls die Schützinnen und vor allem auch Vater Kropmann aus.

Und die erfolgreichen Sportschützinnen peilen Höheres an. Sie würden gerne in der Bundesliga schießen. Aber die Väter sagen nein: "Das ist noch zu früh, es sind doch noch Kinder". Gut, dann vielleicht die Olympischen Spiele 2024 in Paris...

Quelle: RP
 
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