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Was Odenkirchen geschafft hat, können wir auch

Die Landesliga-Fußballer des SV Viktoria Goch stehen vier Spieltage vor Ende der Meisterschaftssaison mit einem Rückstand von acht Punkten auf einen möglichen Relegationsplatz im tiefdunklen Tabellenkeller. Der Abstieg der ersten Fußballmannschaft des mehr als 100-jährigen Vereins, der nach seinen Hochzeiten in der Oberliga schon einmal über die Bezirksliga einen Neuaufbau erfolgreich gestartet hat, ist nahezu besiegelt. Die Fakten muss auch Viktoria-Vereinschef Mike Theissen akzeptieren. Doch Theissen gibt sich vor dem Duell gegen den scheinbar übermächtigen Spitzenreiter vom Bresserberg kämpferisch.

"Wir sind nicht blauäugig und richten uns auf die Bezirksliga ein, aber rechnerisch besteht noch eine Chance auf den Klassenerhalt und da wollen wir uns nachher nicht vorwerfen müssen, nicht alles gegeben zu haben", argumentiert der Vereinschef der Schwarz-Roten. Er erwartet von seinen Fußballern, dass sie ihre allerletzte Chance mit aller Macht zu nutzen versuchen. Sportlich scheinen mit 42 Punkten und 16 Tabellenplätzen zwar Welten zwischen den beiden Gegnern zu liegen, doch bange wird ihm deshalb nicht: "In der Liga sind die Ergebnisse meist sehr knapp. Wenn Odenkirchen gegen Kleve punkten kann, warum sollen wir das dann nicht auch können", verweist er zu Recht darauf, dass die Klever in den letzten Wochen immer wieder Punkte gerade gegen vermeintlich schwächere Gegner liegen ließen.

"Außerdem ist unsere Mannschaft unter Trainer Wim Wouterse zu einem richtigen Team geworden und hat bis auf den Rückschlag in Nettetal zuletzt aufsteigende Tendenz gezeigt. Wir haben uns jetzt endlich stabilisiert", sagt Theissen, der darauf setzt, dass die Viktoria mit dem Rücken zur Wand dem Kontrahenten aus Kleve mit Geschlossenheit und Entschlossenheit entgegentreten wird.

Dieses können die Gocher in der augenblicklich ausweglos erscheinenden Situation im Grunde genommen frei von taktischen Zwängen machen. "Wir haben eigentlich nichts mehr zu verlieren. Der Druck liegt sicher bei den Klevern, die sich im Meisterschaftskampf keinen Punktverlust leisten können. Und es ist natürlich immer schön, gegen Kleve zu punkten", sagt Theissen und liebäugelt damit, dem Lokalrivalen im Aufstiegsrennen die Suppe zu versalzen.

Geschürt wird eine gewisse Brisanz nicht nur durch das Lokalkolorit, sondern auch durch die personelle Konstellation. "Allein vor dieser Spielzeit sind noch einmal fünf unserer Akteure nach Kleve gegangen. Von daher kennen wir die Klever Mannschaft also bestens", sagt Theissen. Den Gedanken greift Viktoria-Coach Wim Wouterse auf und spricht mit einem Augenzwinkern von einem Duell "Goch II gegen Goch I". Und ergänzt dann vielsagend: "In den Trainingsspielen ist das B-Team ja meist besonders motiviert." Zudem werden mit Tim Janz und Sebastian van Brakel zwei zukünftige Klever gegen ihren nächsten Verein vorspielen.

Mike Theissen bemüht letztlich die jüngsten direkten Duelle und die ureigenen fußballerischen Gesetze: "Immerhin haben wir von den letzten fünf Derbys drei gewonnen und nur das letzte verloren. Ich denke, es ist unabhängig von den Platzierungen somit ein 50:50-Spiel. Schließlich haben Derbys ja ihre eigenen Gesetze." FRANK GIPMANN

Quelle: RP
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