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Lokalsport
Zielgenau zum Deutschen E-Darttitel

Lokalsport: Zielgenau zum Deutschen E-Darttitel
Eine lange Reihe von elektronischen Dartgeräten war am vergangenen Wochenende im Teamsports Hasselt aufgebaut. Der Grund dafür waren die Deutschen Jugend-Meisterschaften im E-Dart in der U15- und U18-Jugendklasse. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Im Teamsports Hasselt wurde die Jugend-DM im E-Dart ausgetragen. Die Titel gingen an Justin Michels und Marco Zeuner. Von Marius Tacke

Elektronisches Piepen, buntes Blinken und hintergründige Unterhaltungen dringen aus dem Kellergeschoss des Teamsports Hasselt. Nach dem Eintritt durch die schwere Holztür ist an der Längsseite des Raumes eine lange Reihe von DartAutomaten zu erblicken, an denen sich Kinder und Jugendliche im elektonischen Dart oder kurz E-Dart messen.

Am vergangenen Wochenende fanden vor den Toren der Schwanenstadt, versteckt im Kellergeschoss des Teamsports Hasselt, die Deutschen Jugend-Meisterschaften im E-Dart für die Klassen U15 und U18 statt. Erfahrene Spieler genauso wie Einsteiger aus ganz Deutschland, die von ihren Vereinen für das Turnier gemeldet wurden, versammelten sich am Niederrhein, um im Rahmen eines zweitägigen Turniers ihren Besten zu ermitteln.

Doch so versteckt, wie sich die Austragung der deutschen Meisterschaften der Junioren darstellt, sollte das E-Dart eigentlich nicht mehr sein. "Das Klischee vom Kneipensport ist schließlich längst überholt", stellt Bundesjugendwartin Birgit Böhm klar. In ihren Augen sei Dart ein "Hochleistungssport". "Die Konzentrationsleistung ist immens", sagt sie.

Darauf aufbauend ist Böhm allerdings auch optimistisch, was die Zukunft des Darts und speziell auch des E-Darts in Deutschland angeht. Die Differenz zwischen beiden Disziplinen liegt im Detail: Beim E-Dart geschieht die Erfassung der Punkte elektronisch, im analogen Dart läuft das durch die Spieler oder über unabhängige Schiedsrichter. Böhm indes hofft, dass das deutsche Dart durch in die Weltspitze aufrückende deutsche Spieler wie Max Hopp populärer wird und in den kommenden Jahren weiteren Zulauf erhält.

Währenddessen betreibt allen voran der Deutsche Dart-Sport-Verband (DDSV) eine aktive Öffentlichkeitsarbeit. "Wir gehen beispielsweise in Grundschulen und bieten dort Arbeitsgemeinschaften an, um die Kinder mit dem Dart vertraut zu machen und sie für den Sport zu begeistern", erläutert Böhm. Sie erzählt von großartigen Rückmeldungen, wonach die Dart spielenden Kinder beispielsweise deutlich konzentrierter in der Schule sind, in Mathematik Stärken entwickeln und auch ihre sozialen Kompetenzen weiter ausbilden. "Dann geht es nachmittags halt nicht direkt vor den PC oder die Playstation, sondern die Kinder beschäftigen sich mit sich selbst und mit ihren Mitspielern", fährt Böhm fort.

Schon längere Zeit macht dies Sina Hilzendegen, die vor erst drei Wochen die in Spanien ausgetragenen Europameisterschaften gewann. In Hasselt aber musste sich die Aktive der Landauer E-Dart-Liga in der DM-Entscheidung der U15-Jugend im Mittelfeld des 22 Teilnehmer großen Starterfeldes einordnen.

Seit ihrem dritten Lebensjahr spielt Hilzendegen bereits Dart, mittlerweile zwei bis drei Stunden pro Tag. "Zeit für ein anderes Hobby habe ich nicht", erklärt die Zwölfjährige, aber Dart mache ihr so viel Spaß, dass sie etwas anderes nicht vermisse. Wenig später wird sie schon wieder aufgerufen und erlangt ihren nächsten, ungefährdeten Sieg an der Dartscheibe.

Am Ende des Tages führt das Ergebnistableau die Jugendliche aus Landau auf dem siebten Platz. Um ein Vielfaches besser läuft es für die vier Teilnehmer der "Niederrhein Dart-Liga". Der zwölfjährige Justin Michels holte sich den DM-Titel vor seinem Mannschaftskollegen Justin Schmidt-Kunter. Ihre Teammitglieder Justin-Nico Schau und Jeremy Pascal Schulz teilten sich den fünften Platz im Klassement der U15-Jugend. In der älteren U18-Klasse ging der Sieg an Marco Zeuner von der DSG Rhein-Sieg-Oberberg. Für Nico Stemmler, der ebenfalls die Farben der "Niederrhein Dart-Liga" vertritt, zählte in Hasselt das Dabeisein. Er belegte den letzten Platz in dem 17er Feld der U18-Spieler.

Insgesamt zeigt sich Jugendwartin Böhm zufrieden mit der zweitägigen DM. "Die Jugendlichen zeigen wirklich beeindruckende Leistungen, das ist Außenstehenden manchmal vielleicht gar nicht so klar", betont sie. Nur lobende Worte findet sie auch für das Teamsports in Hasselt. "Ankommen und losspielen, das ist für uns ein großer Luxus", rundet sie den positiven Gesamteindruck des vergangenen Wochenendes ab.

Quelle: RP
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