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Kalkar-Grieth
Spurensuche in den Straßen von Grieth

Kalkar-Grieth: Spurensuche in den Straßen von Grieth
Bei den Treffen wollen die Mitglieder des Arbeitskreises die Geschichte Grieths intensiv erforschen. FOTO: Gottfried Evers
Kalkar-Grieth. In der im Januar gegründeten "Arbeitsgruppe Dorfgeschichte" treffen verschiedene Alterklassen aufeinander. Nun entwickelten sie gemeinsam einen Flyer zur Historie der ehemaligen Hansestadt an Rheinufer. Von Maria van de Sand

Sie sitzen zusammen, begehen das Dorf, recherchieren und tauschen sich aus. Die neue "Arbeitsgruppe Dorfgeschichte" in Grieth trifft sich seit Januar wöchentlich im Sankt Marien-Haus für Senioren. Nun haben die 15 Teilnehmer im Alter von 46 bis 90 Jahren gemeinsam einen Flyer entwickelt, der anhand von Fotos über die Dorfgeschichte informiert.

"Die Idee war es, Bewohner des Seniorenzentrums und Einwohner des Ortes zusammenzubringen. So entdecken sie gemeinsam ihr Lebensumfeld", berichtet Kunsthistorikerin Nicole Brögmann, die das Projekt für das Katholische Alten- und Plegehilfenetzwerk am Niederrhein (KAN) koordiniert.

Hildegard Müller hat ihr Leben lang in der ehemaligen Hansestadt gewohnt. Auch sie bringt ihr Wissen nun in die Arbeitsgruppe ein. Mit vollem Elan ist sie dabei, wenn es darum geht, ein wenig Abwechslung in den Alltag der Bewohner des Seniorenhauses zu bringen. Hildegard Müller kam bereits zweimal wöchentlich in das Sankt Marien-Haus, als sich die neue "Arbeitsgruppe Dorfgeschichte" im Januar gründete. Für sie als "Griether Urgestein" war es gar keine Frage, ob sie sich dort einbringen möchte.

Doch was genau macht die neue Gruppe in Grieth? "Bereits 50 ehemalige Griether Betriebe wurden gelistet. Historische Ansichten der Betriebe - Lebensmittelläden, Seilereien, Fassmachereien, Gaststätten oder eine Rübenkrautfabrik - werden digital erfasst", erklärt Nicole Brögmann. Die Bewohner des Hauses Sankt Marien und die Griether Bürger bringen bei der Einordnung der Bilder aus den Beständen des Griether Heimatmuseums gemeinsam ihr Wissen mit ein: "Wann sind die Fotografien entstanden? Wer oder was ist abgebildet?", so lauteten in etwa die zentralen Fragestellungen bei der Archivarbeit des Arbeitskreises.

Ein erstes Resultat ist der nun erstellte Flyer über die Dorfgeschichte des Kalkarer Ortsteils Grieth. Sandra Kimm-Hamacher hat sich um das Layout des Flyers gekümmert und ist überzeugt von dem Projekt. "Die Bewohner von Sankt Marien und die beteiligten Griether freuen sich gleichermaßen auf die wöchentlichen Treffen", berichtet sie. Christian Weßels, Pressesprecher der Katholischen Karl-Leisner-Trägergesellschaft, hilft dabei, die "Arbeitsgruppe Dorfgeschichte" in einen Rahmen einzuordnen: "Sie ist nach dem Projekt "Senior-Kulturreporter - Mit Tablets auf den Spuren der Kunst" im Seniorenzentrum Herz-Jesu-Kloster in Kleve bereits das zweite KAN-Projekt dieser Art."

Wer das Ergebnis der Gruppe begutachten möchte, der ist eingeladen, selbst einen Besuch in Grieth zu machen, um einen Blick hinter die Fassaden der Häuser zu werfen. Mit dem fertig gestellten Flyer können Besucher den Ort künftig noch viel intensiver entdecken als bisher. Den Leuten, die sich trotz Flyer lieber in fachkundige Hände begeben, steht Ingeborg Reumer als sachkundige Führerin durch die ehemalige Hansestadt auch weiterhin noch zur Verfügung.

Quelle: RP
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