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Kalkar
St.-Antonius-Schützen 625 Jahre in Hönnepel

Kalkar: St.-Antonius-Schützen 625 Jahre in Hönnepel
Ganz viel Arbeit haben sich Helmut Sanders und Hans-Wilfried Görden mit der Festschrift zur 625-Jahr-Feier gegeben. FOTO: Gottfried Evers
Kalkar. Schon zum 600-jährigen Bestehen gab es eine Festschrift. 25 Jahre später würdigen Interessierte aus dem Verein ihre Bruderschaft und den Ort mit einer Jubiläumsausgabe. Für 7,50 Euro viel Lesematerial. Von Anja Settnik

Schon zum 600-jährigen Bestehen hatten die Hönnepeler Antonius-Schützen eine Festschrift erstellt. Deshalb fragte sich der Vorstand etwas kleinlaut, als jemand die Frage nach der Publikation zum "echten" Jubiläum aufbrachte, was man denn da noch schreiben solle. "In den vergangenen Jahren ist ja nicht mehr allzu viel geschehen, muss man ehrlicherweise sagen", erklärt Helmut Sanders. Aber wenn ein Verein 625 Jahre nachweisen kann, kommen die Aktiven nicht um eine angemessene Würdigung herum. Deshalb nahmen Sanders und Hans-Wilfried Görden die Herausforderung an und erstellten eine Jubiläumsausgabe, die es in sich hat: 320 Seiten und ungezählte Fotos und andere Darstellungen.

Nicht immer denken engagierte Vereinsvertreter über ihre eigene Nase hinaus. Die Hönnepeler haben aber genau dies getan: "Wir waren der Ansicht, dass wir durchaus auch auf interessante Entwicklungen in Kalkar hinweisen könnten. Natürlich steht Hönnepel im Zentrum des Bandes, aber auch andere Kalkarer oder Niederrheiner im allgemeinen werden spannenden Lesestoff finden", ist Sanders sicher. Vom Einsturz der damals noch im Bau befindlichen Rheinbrücke zwischen Rees und Kalkar ist da die Rede oder vom weißen Wal im Rhein - wer könnte solche Geschichten vergessen?

Sanders kennt noch mehr Erzählenswertes: "In Kalkar gab es früher einen Schweinemarkt wie in Sonsbeck. Unterlagen gibt es davon leider nicht mehr, weil aber die Händler dieselben waren wie in Sonsbeck, haben wir von dort Fotos in unser Buch aufgenommen." Nur die Erwähnung "Der Markt wird eingestellt" Ende der 1970-er Jahre ist für Kalkar verbrieft.

Abgesehen von diesen thematischen Ausreißern geht es natürlich in dem Werk um Hönnepel, seine Vereine, die Kirchen, auch um den Brüter, versteht sich. Die Geschichte der Ortschaft und seiner Höfe, eingebettet in die Entwicklung des Niederrheins im allgemeinen, ist eine lesenswerte Dokumentation. Sehr viel Mühe haben sich die Männer mit der Recherche und Quellensammlung gegeben. Gleich fünf Prominente würdigen den Verein und seine Akteure in Grußworten. Margret Voßeler als CDU-Landtagsabgeordnete des Kreises zum Beispiel sagt: "Was für ein gewaltiges und beträchtliches Jubiläum!" Sie freue sich, wenn Traditionen fortgeführt würden, wenn die rheinischen Schützenbräuche gepflegt würden und das gesellschaftliche Leben in der Region befruchteten. Als Präses der Bruderschaft hat Pastor Alois van Doornick in die Satzung geguckt und die Schützen (in Reimform!) daran erinnert, dass sie sich zur "aktiven religiösen Lebensführung" und zu "Werken guter Nächstenliebe" verpflichtet haben.

Hans-Wilfried Görden ist 1977 nach Hönnepel gezogen. "Das war zu Beginn der großen Demonstrationen gegen den Brüter. Damals war Hönnepel bundesweit in den Schlagzeilen." Das Aus fürs geplante Atomkraftwerk und die Umnutzung zum Freizeitpark kommen ebenso in dem Band vor wie alte Hönnepeler Bräuche, Erinnerung an politische Sitzungen vor der kommunalen Neuordnung und natürlich die Schützenfeste im Laufe der Jahre.

Die Festschrift "625 Jahre Bruderschaft" mit der Unterzeile Menschen - Häuser - Höfe ist ein schweres Buch im DIN-A3-Format geworden und für nur 7,50 Euro über den Verein zu beziehen.

Jedem Hönnepeler dürfte das Blättern und Schmökern darin manchen trüben Herbstabend verschönern.

Quelle: RP
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