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Kleve
Stadt: Polizei macht sich rar in Kleve

Kleve: Stadt: Polizei macht sich rar in Kleve
Früher war bei großen Veranstaltungen die Polizei immer präsent. Heute ist das kaum noch der Fall. Darüber beklagt sich die Stadt Kleve und sagt: "Die Polizei zieht sich seit Jahren immer mehr zurück." FOTO: reichwein/Montage: Creativgrafic
Kleve. Kleve sieht mangelende Präsenz der Beamten auf Großveranstaltungen. Tatsächlich liegt die Verantwortung bei Sperrungen und Ordnungsdiensten inzwischen mehr bei den Veranstaltern. Einsatzzahlen gehen zurück. Von Matthias Grass

Die Stadt Kleve hadert mit der Präsenz der Polizei auf ihren Großveranstaltungen: "Die Polizei zieht sich seit Jahren immer mehr von den städtischen Veranstaltungen zurück", sagt Kleves Stadtsprecher Jörg Boltersdorf. Das sei insbesondere dann der Fall, wenn es sich um einen reinen "Verkehrseinsatz" handelt oder Gefahren im Vorfeld nicht zu erkennen seien. Das träfe vor allem auf größere Veranstaltungen wie das Radrennen, den Triathlon oder jüngst das Lichterfest zu, so Boltersdorf. "Lediglich die Abi-Fete am Radhaus und der Rosenmontagszug werden noch begleitet", schreibt Boltersdorf.

Polizeisprecher Manfred Jakobi bestätigt im Gespräch mit unserer Redaktion, dass die Polizei die Verantwortung beispielsweise für Sperrungen oder Ordnungsdienste mehr in den Händen der Veranstalter sehe. "Für die Kommunen gilt hier das gleiche, was auch für Vereine gilt", sagt Jakobi.

Dennoch ist die Polizei vor Ort. Oft seien hier zivile Kräfte unterwegs, die nicht gleich als Polizeipräsenz erkannt werden. "Wir haben aber auch uniformierte Beamte vor Ort - je nach Veranstaltung", so der Polizeisprecher. Tatsächlich seien bei Großveranstaltungen die Einsatzzahlen zurückgegangen - es sei also mit weniger Delikten zu rechnen. Entsprechend passe die Polizei ihre Präsenz an.

Besonders stößt der Stadt auf, dass die Polizei ihre Kirmeswache aufgegeben hat: Sie sei ein sichtbares Zeichen für die Polizeipräsenz, so die Stadt. Auch hier versucht Jakobi, die Wogen zu glätten: Man sei so, wie die Kirmes jetzt aufgebaut ist, über das Gelände der Hochschule genauso schnell von der Wache an der Kanalstraße auf dem Kirmesplatz, wie von einer Kirmeswache aus. "Wir brauchen diese Kirmeswache eigentlich nicht mehr, weil die räumliche Nähe zur Kirmes eben von Haus aus da ist", sagt Jakobi. Unterm Strich seien auf der Kirmes die Einsatzzahlen in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen, erklärt Jakobi. Der Polizeisprecher ergänzt, dass die Behörde intern bei anstehenden Veranstaltungen durchaus reagieren, beispielsweise mit erhöhten Dienststärken. Dabei seien oft zivile Einsatzgruppen unterwegs, die dann in der Öffentlichkeit nicht als Polizei wahrgenommen werden, wenn es zu keinem Einsatz kommt.

Dennoch bemängelt die Stadt die fehlende Zusammenarbeit - angesichts geforderter Polizeipräsenz fehlen dem Bürger auf Großveranstaltungen die Beamten: "Die vom Innenministerium propagierten ,Ordnungspartnerschaften' sind daher mittlerweile wesentlich weniger, weil die Polizei deutlich weniger präsent ist", sagt Boltersdorf. Das hat die Stadt schriftlich beim Chef der Kreis Klever Polizei, Landrat Wolfgang Spreen, angemahnt. Der jedoch hat die Entscheidung der Polizei mit "knappen Personalressourcen" gerechtfertigt, erklärt Boltersdorf. Jakobi appelliert hier an die Kommunen, dieses Problem gemeinsam zu meistern: "Wir müssen nicht an jeder Straßensperre zu einem Stadtfest einen Streifenwagen stehen haben - das kann auch der Ordnungsdienst der Stadt. Wenn es aber eng wird, sind wir natürlich zur Stelle", sagt er. Sehr gut läuft die Zusammenarbeit dagegen im kleineren Bereich, kann Boltersdorf bestätigen, ausgesprochen gut ist der Einsatz der Bezirksdienste der Polizei bei Kindergartenumzügen, bei Sankt Martin und anderen Kleinveranstaltungen: "Hier ist die die Zusammenarbeit aus Sicht der Ordnungsbehörde optimal!"

Quelle: RP
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