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Kleve
Stadt prüft Lift zur Schwanenburg

Kleve: Stadt prüft Lift zur Schwanenburg
Links neben der Weinhandlung Peters (rechts im Bild) könnten ein Aufzug oder eine Zahnradbahn hinauf zur Schwanenburg führen - welche Möglichkeiten sich bieten, wird die Stadt jetzt auf Antrag der Grünen prüfen. FOTO: Van Offern
Kleve. Es soll eine Attraktion werden: ein Aufzug von der Stadthalle hinauf zur Burg. Der Antrag der Klever Grünen, einen solchen Lift zu planen, stieß im Umweltausschuss auf offene Ohren. Die Verwaltung wird die Möglichkeiten prüfen. Von Matthias Grass

Von der Weinhandlung den Burgberg hinauf. Eine direkte Verbindung von unten nach oben, ohne mühsam die Stufen am Gerwin erklimmen zu müssen, ohne Umwege über Große Straße und Schlossstraße hinauf. "Das ist ein alter Klever Wunsch", sagt Wiltrud Schnütgen, Stadtführerin und Ratsmitglied der Klever Grünen, für die Detlev Koken jetzt im Umwelt- und Verkehrsausschuss einen entsprechenden Prüfauftrag an die Verwaltung stellte. Sie kennt das Dilemma, den Höhenunterschied überwinden zu müssen, wenn es hinauf zur Burg gehen soll.

"Eine solche Verbindung, ein Aufzug, ist natürlich auch ein touristischer Höhepunkt, ein Hingucker, wenn man es richtig macht", sagt die Grünen-Politikerin. Richtig, das bedeute, dass die Klever Silhouette nicht durch mächtige Aufzugtürme gestört werden dürfe. Das alles müsse eben geprüft werden, sagt Schnütgen. Sie kennt verschiedene Beispiele für Aufzüge bis hin zu einem Fahrradaufzug im norwegischen Trondheim, in den das Fahrrad eingeklinkt und hinaufgezogen werde, erklärt sie. "Und das noch auf eine ganz andere Höhe als auf unseren Burgberg", sagt sie.

Diskutiert wird eine solche direkte Verbindung schon seit Jahren. Es gab Vorschläge, eine Seilbahn vom Stadtbad aus zur Burg zu führen, es war eine Zahnradbahn hinauf zur Burg im Gespräch. Ernsthaft damit beschäftigt wurde sich bis jetzt nicht, doch die Idee stand weiter im Raum. Jetzt haben die Grünen im Rahmen der Diskussion um das Stadthallenumfeld dort nach einem Punkt gesucht, wo ein solcher Aufzug ansetzen könnte. Das könnte, so Koken im Ausschuss, neben der Weinhandlung Peters sein. Dort steht allein die Stützmauer des Burgbergs, man kommt ohne Probleme bis zur Stadttorstraße hinauf und hätte sogar die Möglichkeit, bis zur Aussichtsplattform noch eine Stufe höher im Berg zu kommen.

Der Umwelt- und Verkehrsausschuss hat empfohlen, dass die Verwaltung beauftragt wird, die Errichtung einer barrierefreien Verbindung zwischen Unter- und Oberstadt zu prüfen und bei positivem Ausgang der Prüfung Fördermittel für eine Umsetzung zu akquirieren. "Die im Antrag der Fraktion Bündnis 90/die Grünen genannten Flächen und der Aufzug sind als Beispiele für solche Möglichkeiten zu werten. Der Antrag wird nun weiter im Haupt- und Finanzausschuss und Rat beraten", erklärt Stadtsprecher Jörg Boltersdorf.

Schnütgen führt an, dass ein Aufzug bis zur Schlosstorstraße nur einen kurzen Abschnitt darstelle. Ausschussvorsitzender Michael Bay freute sich über die positive Grundhaltung, die man im Ausschuss für diesen Antrag gespürt habe. "Es gibt da einen gewissen Konsens, diese Idee zu prüfen", sagt er. Bay führt allerdings auch die Bedenken der Verwaltung aus, dass Kleve eben auf dem Sand der Endmoräne gebaut ist und nicht auf Fels, wie die Städte, die die Grünen als Beispiel für solche Aufzüge oder Zahnradbahnen gebracht hatten. Baudezernent Jürgen Rauer habe, so Bay, an den Erdrutsch an der Kaskade erinnert. So etwas dürfe wegen eines Aufzuges nicht passieren. Ob ein solcher Aufzug eine zusätzliche Befestigung des Bergs sein könnte, werde mit dem Antrag ebenfalls geprüft, meint Bay. Auf jedenfalls bleibt der Klever Wunsch im Gespräch.

Quelle: RP
 
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