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Kalkar
Geschichtsverein aus Bedburg-Hau war zu Gast in der Sankt-Nicolai-Kirche

Kleve. Stadtführerin Helene Meurs und Küster Roland van Weegen führten 16 Mitglieder des Geschichtsvereins Bedburg-Hau durch die Kirche Sankt Nicolai in Kalkar und zeigten ihnen Orte, die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Zunächst erfuhren die Teilnehmer, dass mit dem Bau der ursprünglich romanischen Tuffsteinkirche wahrscheinlich schon um 1230 begonnen wurde. Bei einem Brand im Jahr 1409 wurde die Kirche zerstört und in verschiedenen Bauabschnitten zu der heutigen dreischiffigen gotischen Hallenkirche umgebaut.

Im Jahre 1450 wurde sie eingeweiht. Nach der kirchengeschichtkichen Information führte Küster Roland van Weegen die Teilnehmer über eine steile und sehr schmale Wendeltreppe hinauf auf den Dachstuhl. Die Besucher hatten die Möglichkeit, einen Blick auf das Gewölbe des Mittelschiffs zu werfen. Vom Dachstuhl aus waren noch Reste des ursprünglich romanischen Gemäuers zu erkennen. Der nächste Gang führte in den Meditationsraum oberhalb des Südportals. Hier wurde im Mittelalter meditiert.

Den Abschluss der normal nicht zugänglichen Orte bildete das Sakrarium, die Sakristei. Die bei dem Brand von 1409 zerstörte Sakristei wurde im Jahre 1506 als Gerfkammer gebaut. Gerf ist gleichbedeutend mit dem Begriff "Gewand". In den heute noch vorhandenen Schränken wurden die Paramente, die Priestergewänder, aufbewahrt. In der Sakristei befindet sich auch eine Piscina, ein Waschbecken. Wenn geheiligte Gegenstände zu Boden gefallen und "verunreingt" waren, so wurden diese in dem Waschbecken gereinigt.

Das "Schmutzwasser" wurde durch ein Rohrsystem zum Friedhof hin abgleitet. Über dem Waschbecken ist ein Relief des niederländischen Bildhauers Arnt van Tricht angebracht. Es zeigt den römischen Statthalter Pontius Pilatus, der sich zu Jesus neigt und ihm das Todesurteil verkündet. Die Dankesworte des Geschichtsvereinsvorsitzenden Norbert Pies an Helene Meurs und Rokand van Weegen quittierten die Teilnehmer mit Applaus.

Quelle: RP
 
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