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Kalkar
Vorstand der Seniorenunion besucht Eziden

Kleve. Der Vorstand der Seniorenunion (SU) tagte jetzt in Kalkar: Die SU war in das Zentrum des Vereins der Eziden am unteren Niederrhein eingeladen. Die Vorstandsmitglieder erhielten einen Bericht über die Geschichte und das Schicksal. Dabei erfuhren sie, dass die ezidische Religion eine sehr alte monotheistische Religion ist. Die Eziden sind ein Teil der Kurden, die bis zur gewaltsamen Islamisierung eine im Wesentlichen einheitliche Religion hatten.

In Deutschland werden sie als "Jesiden" bezeichnet, lehnen diese Bezeichnung für sich jedoch strikt ab. Dennoch sind die rund 60.000 Eziden in Deutschland eine der am besten integrierten Gemeinschaften aus dem Nordirak, Nordsyrien und dem Südosten der Türkei. Die Seniorenunion erhielt einen Vortrag über die Geschichte der Eziden, der von einer jungen Anhängerin, die in London studiert hat und in Mülheim an der Ruhr arbeitet, gehalten wurde.

Dabei erfuhren die anwesenden Gäste, dass die ezidische Religion keine heilige Schrift kennt - ihre Vorstellungen werden mündlich von Generation zu Generation überliefert. Bisher sagt die Überlieferung, dass Eziden nur diejenigen sein können, deren Elternteile beide dem Glauben angehörigen. Einmal aus der Gemeinschaft ausgetreten, gibt es keine Rückkehrmöglichkeit - jedoch scheint diese Regel vor dem Hintergrund der existenzbedrohenden Gefahren vor einer Lockerung zu stehen.

Insofern könne die Tatsache, dass es keine schriftlichen Weisungen von Religionsführern gibt, auch ein Vorteil sein, um sich den Entwicklungen der Gesellschaften, in denen die Eziden leben, anpassen zu können, merkte die Vortragende an.

Quelle: RP
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