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Stellungnahme des Klever Versorgers
Stadtwerke: Windpark eine Gefahr für das Trinkwasser

Kleve. Die Stadtwerke Kleve haben sich deutlich gegen den Bau der zwölf Windkraftanlagen im Reichswald ausgesprochen. Drei Kritikpunkte hebt der Versorger besonders hervor.

In einer Stellungnahme, die im Rahmen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes an den Kreis Kleve ging, führt der Versorger drei Punkte auf, die zu der Ablehnung des Projekts führen:

An erster Stelle stehen dabei die Baumaßnahmen, die teilweise erhebliche Risiken für das Trinkwasser darstellen. So würden diese auch in unmittelbarer Nähe zum Einzugsgebiet von drei Förderbrunnen der Stadtwerke liegen.

Die Arbeiten für die Errichtung des Windparks seien Eingriffe in die natürliche Struktur des Oberbodens. Dieser verliere dadurch seine Schutzfunktion. Auch der drei Meter tiefe Aushub für die Stahlbetonfundamente der Anlagen, die Abstellflächen für den Kranplatz und die Verlegung von Kabeln würden die natürliche Struktur der Bodenschichten stören.

Die Kritik der Stadtwerke richtet sich zudem gegen die Rodung der Waldflächen. Dies sei auch vor dem Hintergrund einer seit Jahren bestehenden Kooperation mit dem Landesbetrieb Wald und Holz abzulehnen.

Bei der Zusammenarbeit geht es darum, den Reichswald vom Nadel- in einen Laubholzbestand umzuwandeln. Im Rahmen der Maßnahme wird von dem Unternehmen bis 2018 die Anpflanzung von 200.000 Laubbäumen finanziert.

Ein weiterer Punkt, der zu der ablehnende Haltung des Versorgers führt, ist der Einsatz von wassergefährdenden Stoffen, der sowohl bei der Bauphase als auch beim Betrieb zu erwarten sei. In direkter Nähe zur Trinkwassergewinnung sei dies abzulehnen, innerhalb bestimmter Schutzzonen sogar verboten. Zu besonders kritischen Situationen komme es bei Unfällen. Dies gelte auch für Brände und dem damit verbundenen Einsatz von Löschmitteln, die ebenfalls eine erhebliche Gefährdung des Grundwasser darstellen würden, so die Stadtwerke Kleve.

Was das Thema Verschmutzung des Trinkwasser betrifft, so haben auch die Stadtwerke Goch dazu noch keine öffentliche Stellungnahme abgegeben.

Die von dem Projektentwickler erstellten hydrogeologischen Gutachten waren dem Unternehmen nicht aussagekräftig genug, so dass man selbst eine Untersuchung in Auftrag gab. Diese ist zwar abgeschlossen, soll jedoch zunächst den internen Gremien vorgestellt werden.

(Jan)
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