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Bedburg-Hau-Moyland
Starke Frauen und Museum im Aufwind

Bedburg-Hau-Moyland: Starke Frauen und Museum im Aufwind
Konsequente Museumsarbeit wird belohnt: die Nennung der Ausstellung "Starke Frauen" bei Joseph Beuys in Schloss Moyland (hier "Frau aus dem Jahr 1956 - Ausschnitt). FOTO: Gottfried Evers
Bedburg-Hau-Moyland. Bei der Bewertung der Museen in Nordrhein-Westfalen durch die Kunstkritiker gab's für Museum Schloss Moyland und Museum Goch gute Noten. Goch gilt als Museum im Aufwind. Von Matthias Grass

Dass es für eine Sammlungspräsentation eine Auszeichnung gibt, ist im Museumsbetrieb eher ungewöhnlich. Doch die Sammlungspräsentationen in Moyland, die unter dem Titel "Kunst.Bewegt" alle halbe Jahre das Schloss quasi neu einrichten und die Sammlung jedes Mal themengebunden unter einem ganz anderen Aspekt zeigen, sind eigentlich wunderbar inszenierte Ausstellungen, die den Schatz der Moyländer Sammlung erst richtig verdeutlichen. Das trifft vor allem auf die Beuys-Sammlung zu, die endlich ausgesuchte Blätter zu ausgesuchten Themen präsentiert. Wie jüngst das Thema "Starke Frauen" in der Ausstellung "Kunst.Bewegt.07".

Damals inszenierte Dr. Bettina Paust, künstlerische Direktorin von Museum Schloss Moyland, aus dem großen Konvolut der Beuys-Bilder aus der Moyländer Sammlung 30 Blätter zum Thema "Frauen". Das Thema war letztmals in einer Ausstellung Anfang der 1980er behandelt worden. Es waren schlanke Figuren wie "Frau", Geburtsdarstellungen, schlanke Torsi mit zartem Strich sowie kräftig mit Farbe aufs Blatt gemalte Figuren. Die Präsentation der Bilder auf einer dunkel-farbigen Wand war gelungen: Paust ließ den ersten Saal für die Ausstellung in erdigem Aubergine streichen. Hatte man sich an die karge 50-Lux-Beleuchtung gewöhnt, schienen die Zeichnungen zu strahlen, wirken vor der dunkel-zurücktretenden Wand geradezu plastisch.

Dafür gab's jetzt in der Bewertung nordrhein-westfälischer Museen durch die Kunstkritiker, die die Zeitung "Die Welt" jährlich gegen Jahresende veröffentlicht, eine Nennung als "Beste Inszenierung". Zu dieser Beurteilung werden jedes Jahr die Kunstkritiker der NRW-Zeitungen befragt, darunter auch Dr. Bertram Müller von der Rheinischen Post.

"Diese Wertschätzung freut mich ganz besonders, handelte es sich doch nicht um eine große Sonderausstellung, sondern um eine vom Umfang eher überschaubare Präsentation mit Zeichnungen von Joseph Beuys im Rahmen unserer Sammlungspräsentation", so Dr. Bettina Paust, künstlerische Direktorin des Museums Schloss Moyland. "Beuys ist in unserem Haus permanent präsent, mit immer wieder neuen und faszinierenden Beständen, wie auch diese Auszeichnung zeigt. Deshalb ist für uns jedes Jahr ein Beuys-Jahr" , sagt sie.

Noch bis 31. Januar 2016 präsentiert das Museum die Ausstellung "Märchen und andere wundersame Geschichten" im Rahmen der Sammlungsschau Kunst.Bewegt 08. Auch hier ist Joseph Beuys mit Zeichnungen von "Starken Frauen" - wie Aktricen, Schamaninnen und Zauberinnen - neben vielen anderen Künstlern der Sammlung vertreten. In der Zeit zwischen den Feiertagen ist das Museum geöffnet, jedoch nicht an Heiligabend, 1. Weihnachtstag, Silvester und Neujahr.

Doch nicht nur Moyland bekommt eine Nennung: "Die vorgeschlagenen Museen, die privaten und städtischen Ausstellungsorte wie Kai 10 in Düsseldorf, das Museum Goch oder das gerade eröffnete "Museum unter Tage" in Bochum zeigten in diesem Jahr, dass auch kleinere Häuser einen wichtigen kulturellen Beitrag leisten", schreibt die Welt. Dabei wird Dr. Stephan Mann für seine kontinuierliche Arbeit im Gocher Museum belohnt.

Mann und sein Team holen spannende Ausstellungen in das kleine Haus mit wenig Raum, geben jungen Künstlern die Möglichkeit, sich raumgreifend entfalten zu können, haben aber auch etablierte Vertreter der Gegenwartskunst zu präsentieren, die ihnen auch schon mal zum Dank ein Werk auf die Wand malen. Dass man die Arbeit in Goch zu schätzen weiß, zeigen aber auch Schenkungen wie jüngst durch Sammlerin Hiltrud Neumann. Die in ihrer umfangreichen Sammlung Arbeiten vieler Künstler hat, die Goch präsentierte - von Baumgärtel über Shirley Wegner bis Günther Zins, den Goch einst zusammen mit Moyland zeigte.

Goch hat sich die Nennung "Museum im Aufwind" verdient. Den Titel hatte Moyland bereits 2011 - damals in Mehrfachnennung, als sich das Gros der Kritiker über die neupräsentation freute.

Quelle: RP
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