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Niederrhein
Stiftsmuseum feiert den fünften Geburtstag groß

Niederrhein: Stiftsmuseum feiert den fünften Geburtstag groß
Freut sich auf die Geburtstagsfeier: die stellvertretende Leiterin des Stiftsmuseums, Elisabeth Maas. FOTO: Armin Fischer
Niederrhein. Musik, Kreativangebote, Führungen und eine Verlosung: Am Sonntag schaut die Einrichtung zurück und blickt optimistisch in die Zukunft. Von Heinz Kühnen

Das Xantener Stiftsmuseum feiert seinen fünften Geburtstag - mit einem Tag der offenen Tür und vielen Angeboten am Sonntag, 23. August. Mit zufriedenen Mitarbeitern, die einer stetig steigenden Besucherzahl einen riesigen Kirchenschatz zugänglich machen können.

Es war schon eine schier endlose Geschichte, bis das Museum im Frühjahr 2010 seine Pforten erstmals öffnen konnte. In Kisten verpackt, in Regalen aufgereiht, in alten Räumen und in Gewölben mehr oder weniger verstaut ruhte der Domschatz in den Gebäuden rund um die alte Stiftskirche. Jede Generation der Stiftsherren hatte ihren Nachlass weitergegeben: Messgewänder und -bücher, Kelche, Paramente, Statuen, (Schatz-)Kästchen, die als Geschenk teils von weither an den Niederrhein gefunden hatten. Den Krieg hatten die Schätze überstanden. Doch zu sehen bekam sie fast niemand. Bis der Gedanke an ein Museum reifte, dauerte es. 1992 gab es schließlich einen Architektenwettbewerb, den Professor Dieter Baumewerd aus Münster gewann. Den Grundstein für den Neubautrakt legte der damalige Bauminister Michael Vesper - 13 Jahre später. "Es galt zunächst, die Finanzierung zu sichern", denkt die stellvertretende Leiterin des Stiftsmuseums, Elisabeth Maas, zurück. Das Bistum brachte den größten Teil auf, es gab Geld von Bund und Land, Banken halfen bei der Restaurierung der Schätze, Vitrinen kamen vom Landschaftsverband. Und private Spender trugen eine erkleckliche Summe zusammen.

2001 war dann der erste von fünf Umbauten in Angriff genommen worden. Schritt für Schritt: Archive, Magazine, Büros wurden umgelagert. Später verzögerten Insolvenzen die Fertigstellung, die dann aber doch mit der großen, feierlichen Eröffnung gefeiert werden konnte. 10,5 Millionen Euro hat der Bau letztendlich gekostet, die zehn Museumsräume umfassen mit Vortragssaal, Archiven und Magazinen 2000 Quadratmeter Fläche.

Fünf Jahre ist das her, und das wird mit dem zweiten Museumsfest am Sonntag gefeiert. Von 12 bis 17 Uhr gibt's, so verspricht Elisabeth Maas, ein großes Programm - mit viel Musik. Das Museum präsentiert eine Art "Hausorchester". Andreas Elders, Haustechniker am Kapitel, leitet das Mixed Age Orchestra. Die 20-köpfige Big Band, die im Winter ihren siebten Geburtstag gefeiert hat, weiß mit viel Swing auch richtig zu begeistern. Das werden auch die Stiftsherren und -damen (diese gab es allerdings in der Geschichte des Xantener Stifts nie) tun: Sie berichten - teils in "echten" Kostümen - aus dem Leben rund um den Dom seit dem 18. Jahrhundert. Wer gut aufpasst, kann einen Fragebogen ausfüllen und bei richtigen Kreuzchen und mit Glück Preise gewinnen.

Auch die Werkstatt, in denen unter Leitung von Claudia Kienzle Bücher und Papiere restauriert werden, steht offen. Die Stiftsbibliothek, meist nur durch Glastüren zu bewundern, kann besichtigt werden. Christiane Peters erläutert die Schätze der Handbibliothek, die jedermann nutzen kann (auch per PC). Erwachsene (und Kinder) dürfen sich mit Ines Krupp beim Papierschöpfen betätigen. Für Kinder gibt es ganzjährig ein Programm, das zum Beispiel Grundschulen und Kindertagesstätten jetzt ein Jahr lang kostenlos nutzen können. "Wir sind auf einem guten Weg", sagt Elisabeth Maas selbstbewusst. Mehr als 10 000 Gäste zählte das Museum in diesem Jahr schon. Und das Gästebuch ist voller Lob. Maas: "Das fordert noch mehr heraus."

Quelle: RP
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