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Kleve
Stiftung: Hundertwasserhaus ist möglich

Kleve: Stiftung: Hundertwasserhaus ist möglich
In Darmstadt entwickelt sich ein Hundertwasserhaus wie eine Spirale nach oben. Auf dem Dach wachsen Bäume. FOTO: dpa
Kleve. Der Bau eines Hauses im Sinne des Wiener Künstlers ist auch nach seinem Tod noch möglich. Das erklären die Nachlasswalter in Wien. Es werde die Ernsthaftigkeit, der Zweck und die Wirtschaftlichkeit einer solchen Anlage geprüft. Von Matthias Grass

Das Projekt Hundertwasserhaus in Kleve kann den nächsten Schritt wagen. Die Nachlasswalter des Wiener Künstlers stehen dem Vorschlag des Klever Arztes Dr. Gert Schumacher, ein solches Haus auf dem Klever Minoritenplatz zu bauen, wohlwollend gegenüber: "Vielen Dank für die erfreuliche Nachricht, dass in der nordrhein-westfälischen Stadt Kleve ein natur- und menschengerechteres Hundertwasser Architekturprojekt diskutiert wird", schreibt Joram Harel auf Anfrage unserer Zeitung. Harel ist Vorstand der "Hundertwasser Gemeinnützige Privatstiftung", die ihren Sitz in der Wiener Colloredogasse hat. Harel stellt aber klar: "Ein Architekturprojekt unterliegt dem Urheberrecht, da es sich um eine geistige Schöpfung handelt. Wenn jemand ein Werk Hundertwassers verwerten möchte, muss er selbstverständlich von der Stiftung die Erlaubnis dafür schriftlich einholen".

Zu Lebzeiten Hundertwassers seien weltweit rund 50 seiner Arbeiten realisiert worden. "Wenn die Stiftung eine Anfrage für ein Hundertwasser Architekturprojekt erhält und die Ernsthaftigkeit, die Wirtschaftlichkeit und der Zweck seriös und begründet sind, überlegen wir in Zusammenhang mit dem beabsichtigten Ort inwieweit ein Hundertwasser Architekturprojekt entsprechen würde", erklärt Harel.

Nun könne Hundertwasser nach seinem Tod keine neuen Architekturprojekte entwerfen, aber es gebe solche, die er zu Lebzeiten entworfen hat und die aus verschiedenen Gründen nicht realisiert oder weiter verfolgt wurden. "Natürlich ist es vorteilhaft, wenn es der Stiftung möglich ist, einen Architekten mit der Realisierung von Hundertwassers architektonischen Werkes zu beauftragen, der auch schon zu Hundertwassers Lebzeiten mit ihm kooperierte", so Harel weiter.

Aber dies sei keine Bindung. "Zumal die Stiftung nur den kreativen, planerischen Teil nach dem Raum- und Funktionsprogramm des Bauherrn realisiert, wobei die gesamte Detailplanung und Umsetzung der Bauherr mit einem Architekten seiner Wahl, jedoch in Kooperation mit der Stiftung, realisiert", sagt Harel.

Vorangestellt hatte Harel seinen Aussagen, dass Hundertwasser zwar keine eigenen Projekte mehr planen oder formulieren könne, da er 2000 verstorben ist. Allerdings sei sein geistiges Erbe unter anderem auch sein Einsatz für eine natur- und menschengerechte Architektur in Harmonie mit der Natur theoretisch und praktisch internationale dokumentiert. "Wir, die von ihm gegründete Hundertwasser gemeinnützige Stiftung, sind die Erben seines geistigen Eigentums und seines kulturellen Erbes", unterstreicht Harel.

Mit dieser Aussage ist es also durchaus möglich, ein Hundertwasserprojekt auch nach dem Tod des Künstlers in Kleve umzusetzen, das mit der Einwilligung der Stiftung auch nicht nur ein Haus wäre, das so aussieht, als ob. Wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Im Hundertwasserhaus in Magdeburg, das der Klever Arzt Dr. Gert Schumacher als Beispiel angeführt hatte, sind Wohnungen und Geschäfte untergebracht. Sein berühmtes Haus in Wien hat einen regelrechten Park auf dem Dach, im Inneren befinden sich 52 Wohnungen und vier Geschäftslokale, 16 private und drei gemeinschaftliche Dachterrassen. Die meisten Häuser wurden in Zusammenarbeit mit den Architekten Peter Pelikan (Österreich) und Heinz M. Springmann (Deutschland) umgesetzt.

Springmann verwirklichte unter anderem die "Waldspirale" in Darmstadt, ein Wohnkomplex mit 105 Wohnungen, einer Tiefgarage, einem Café, einer Bar und einem Kiosk. Er war auch der Architekt der Hundertwasseranlage in Plochingen: Es entstand unter einem privaten Bauträger ein Wohn- und Geschäftshaus mit 6.800 Quadratmeter Wohnfläche und 5.500 Qaudartmeter gewerblicher Nutzfläche über einer Tiefgarage . . .

Quelle: RP
 
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