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Bedburg-Hau
Studentinnen gründen Begegnungscafé

Bedburg-Hau: Studentinnen gründen Begegnungscafé
Die Studentengruppe "Lieblingsmensch" mit Fea Steggers, Lena Hebel, Elena Wolhorn, Leonie Bleß, Leonie Hoogen (von links) präsentierte im Pfarrheim in Schneppenbaum ihr Konzept eines Begegnungscafés. FOTO: Klaus-Dieter Stade
Bedburg-Hau. Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit entwickelten fünf junge Frauen der Studentengruppe "Lieblingsmensch" ein Konzept für einen Treffpunkt, in dem deutsche und ausländische Besucher Berührungsängste und Vorurteile abbauen können. Von Sarah Neubauer

Die fünfköpfige Studentengruppe "Lieblingsmensch" der Hogeschool van Arnhem en Nijmegen hat nun ihre Bachelorarbeit im Bereich Sozialpädagogik im Pfarrheim St. Markus in Bedburg-Hau vorgestellt. Gemeinsam mit dem Ausländer-Initiativ-Kreis aus Bedburg-Hau haben die Studentinnen Leonie Bleß, Elena Wolhorn, Fea Steggers, Lena Hebel und Leonie Hoogen, das Begegnungscafé ins Leben gerufen. Die Studentin Elena Wolhorn moderierte die Präsetation, und interviewte jeweils zwei ihrer Mitstudentinnen über das Projekt.

Der erste Schritt ihrer Bachelorarbeit war zunächst, dass die Studentinnen sich für eine Einrichtung entscheiden mussten, mit der sie arbeiten wollten. Die Wahl der Organisation war schnell getroffen, denn die jungen Frauen wollten sich für bedürftige Menschen im Umkreis einsetzen. Kein Unternehmen hätte sich ihrer Meinung nach besser geeignet als die Lebensmittelhilfe und Basisberatung für Hilfssuchende aus Bedburg-Hau "Fair-teiler". "Wir besuchten ,Fair-teiler' von dort an regelmäßig, um die Einrichtung und die Kunden kennenzulernen. Schnell fielen uns zwei Probleme auf. Zum einen, dass die Kunden wenig Kenntnis über die verteilten Lebensmittel besitzen und zum anderen, dass ein mangelndes Angebot von Inklusionsmaßnahmen der Kunden von ,Fair-teiler' herrscht", sagt Fea Steggers. Die deutschen Kunden hätten Angst vor den ausländischen Kunden. "Uns wurde deutlich, dass wir vielmehr daran arbeiten müssen, dass sich die Kundengruppen kennenlernen, um ihre Ängste abzubauen. So möchten wir Inklusion möglich machen und beide Kundengruppen zusammenführen.", sagt Lena Hebel. Die Studentinnen haben im Laufe ihrer Bachelorarbeit viele Untersuchungen und Interviews durchgeführt. Bei den Kurzinterviews mit den Besuchern von "Fair-teiler" wurden die Wünsche und Ideen erfragt. Hierbei kam heraus, dass ein Treffpunkt zum Austausch und Freizeitangebote gestaltet werden sollen. Dies kam ebenfalls beim Fragebogen für die Bürger der Gemeinde Bedburg-Hau zum Vorschein. Außerdem wollen die Bürger hilfebedürftige Menschen einbinden. Mit dem Bürgermeister der Gemeinde Bedburg-Hau, Peter Driessen, führte die Studentengruppe ebenfalls ein Interview. Driessen sagte, dass die Gemeinde das Projekt unterstütze und er offen für neue Ideen und Projekte sei. Zuletzt führten sie eine Podiumsdiskussion durch, bei der 40 Flüchtlinge teilgenommen haben. Wünsche und Ideen sind dort erfragt worden.

Die Idee des Begegnungscafés ist letztendlich das Ergebnis der zahlreichen Untersuchungen. "Unsere erste Idee in der Gruppendiskussion war, einen ,bunten Abend' zu veranstalten. Da Helga Bell des Ausländer-Initiativ-Kreises die selbe Idee hatte, beschlossen wir mit ihr zusammenzuarbeiten und ein Begegnungscafé auf die Beine zu stellen. Das Begegnungscafé soll eine Anlaufstelle für alle Bürger der Gemeinde Bedburg-Hau sein und ein Treffpunkt für Austausch, Freizeitmöglichkeiten, Interessen und Hobbys. Zudem ist es eine Zusammenarbeit mit pädagogischem Hintergrund", erklärt Leonie Hoogen. Ziel des Begegnungscafés ist es, dass die Bürger miteinander in Kontakt treten sollen, dass man lernt, sich gegenseitig zu unterstützen und zu helfen, dass die Ängste vor- und untereinander abgebaut werden und dass ein Kulturaustausch stattfindet. Damit ständig neue Ideen und Themen im Begegnungscafé erweitert werden, sollen Besucher ihre Wünsche auf einer Infotafel äußern können.

Um den sozialpädagogischen Hintergrund einzubringen, haben die Studentinnen für die Mitarbeiter des Begegnungscafés ein Handbuch verfasst, das ihnen das Hintergrundwissen und eine Anleitung zur Erschaffung neuer Angebote vermittelt. "Durch das Handbuch soll eine strukturierte und organisierte Zusammenarbeit in der Einrichtung entstehen, und ehrenamtliche Mitarbeiter, die aus einem anderen Berufsfeld stammen, sollen sozialpädagogische Methoden kennenlernen", sagt Leonie Bleß. Außerdem soll das Handbuch regelmäßig aktualisiert werden, um beispielsweise Wünsche oder Meinungen der Kunden und Mitarbeiter miteinfließen zu lassen.

Quelle: RP
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