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Kleve
Sturmtief verwüstet Maisfelder

Kleve: Sturmtief verwüstet Maisfelder
Landwirt Johannes Reimer auf seinem Feld an der Gocher Landstraße. Dort steht nach dem Sturm kaum noch eine Maispflanze aufrecht. FOTO: markus van offern
Kleve. Der heftige Wind in Kombination mit starkem Regen hat den Feldfrüchten, die kurz vor der Ernte standen, stark zugesetzt. Kreislandwirt Josef Peters befürchtet, dass bis zu 30 Prozent der Flächen betroffen sind. Von Maximilian Krone

KLEVE Sebastian - dieser Name wird den Maisbauern in der Region noch einige Zeit im Gedächtnis bleiben. Der Sturm, der am Mittwoch über den Kreis zog, sorgte auf vielen Feldern für platt gedrückte Maispflanzen. An sich ist das im Frühherbst keine Seltenheit, die Kombination mit extrem starken Regen aber führte schließlich dazu, dass viele der Feldfrüchte abknickten und nun zum Teil auf dem Boden liegen.

"Das ist der schlimmste Sturmschaden beim Mais, den ich je erlebt habe", sagt Kreislandwirt Josef Peters. Er geht nach ersten Schätzungen davon aus, dass im Schnitt rund 20 bis 30 Prozent der Flächen, auf denen Mais angebaut wurde, betroffen sind. Für die Landwirte zählt daher nun jeder Tag. Denn die Wettervorhersage ist schlecht, neuer Regen in Sicht. "Es muss nun zügig geerntet werden. Die Pflanzen, die am Boden liegen, haben dabei Priorität", sagt er.

Wegen der widrigen Umstände stehen viele Landwirte aber vor einem Problem: Die modernen Erntemaschinen können den am Boden liegenden Mais nicht sonderlich gut aufnehmen. "Das erschwert die Erntearbeiten enorm", sagt Peters. Ähnliches befürchtet auch Johannes Reimer. Bei ihm sind rund fünf Hektar Land von den Sturmschäden betroffen. Besonders starke Schäden hat das Tief Sebastian auf seinem Feld an der Gocher Landstraße kurz vorm Ortseingang Kleve verursacht. Dort liegen fast alle Maispflanzen darnieder. "Wir werden nun versuchen, den Mais einzuholen und wir hoffen, dass das mit unseren Maschinen klappt", sagt der Landwirt.

So sehen die Maispflanzen an vielen Stellen im Kreis aus: Der Wind hat sie knapp über dem Boden abknicken lassen. FOTO: van Offern Markus

Ähnlich schaut es auf den Nachbarhöfen von Landwirt Hans-Heinrich Beenen aus. Er selbst hat in diesem Jahr zwar nur zwei Hektar seiner Felder mit Mais bepflanzt und ist vom Sturm nicht so stark betroffen wie andere Landwirte, konnte gestern aber mit einigen seiner Kollegen sprechen. "Dort wird nun zum Teil ganz alte Technik wieder aus den Scheunen geholt, um noch zu retten, was zu retten ist", sagt er. Das Problem sei, dass der Mais im feuchten Untergrund schnell anfängt zu faulen und zu schimmeln. Daher muss es jetzt zügig gehen. "Die Flächen werden jetzt in Tag- und Nachtarbeit geerntet", sagt Josef Peters. Mit jedem Tag, der nun verstreicht, werde der Ertrag weniger.

Bitter für viele Landwirte: In maximal drei Wochen wären alle Felder laut Peters komplett abgeerntet gewesen. "Die Frucht ist reif, in acht bis 14 Tagen hätten wir geerntet", sagt auch Johannes Reimer. Er hofft nun, dass der finanzielle Schaden nicht ganz so hoch ist und sein Mais, der zur Fütterung von Tieren dienen soll, noch genutzt werden kann.

Insgesamt wurden im Kreis 18.000 Hektar mit Mais bepflanzt, das entspricht laut Josef Peters rund 25 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Flächen. Dabei hat ein Hektar Mais in etwa den Wert von 1700 bis 1900 Euro. "Da kann man sich ausrechnen, welchen Schaden die Kollegen haben", sagt Peters. Es seien jedoch nicht alle Maisbauern betroffen. "Manche haben kaum oder gar keine Schäden, bei anderen liegen 100 Prozent der Maispflanzen flach auf der Erde", sagt der Kreislandwirt.

Eine genaue Schadensbilanz wird es erst in den kommenden Tagen geben. Zu den Ausfallkosten kämen für die Landwirte laut Peters aber auch erhöhte Kosten für die Erntearbeiten, weil diese schwieriger und somit teurer werden. Eine Versicherung für solche Schäden gibt es indes nicht. "Es gibt wohl einen solchen Schutz bei Hagelschäden, aber für Sturm ist mir so etwas nicht bekannt", sagt Josef Peters.

Quelle: RP
 
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