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Hendricks verabschiedet sich
Szenen einer (Ex-)Ministerin

Hendricks verabschiedet sich: Szenen einer (Ex-)Ministerin
Bei einer Juso-Demo gegen die Große Koalition ergreift die Kleverin das Wort. FOTO: Orthen
Kreis Kleve. Nach 1548 Tagen ist alles auch schon wieder vorbei. Barbara Hendricks, Kleves derzeit bekanntester Polit-Export, hat vier Jahre als Bundesumweltministerin hinter sich. Von Ludwig Krause

Seit dieser Woche ist sie "nur" noch Bundestagsmitglied, wie ihre 708 Kollegen im Berliner Reichstagsgebäude auch. "Ich blicke zurück auf vier ereignisreiche und erfolgreiche Jahre als Bundesumwelt- und Bauministerin", sagte Hendricks zu ihrer Verabschiedung auf der eigenen Facebook-Seite. Ihr letzter Dank galt ihren Mitarbeitern. "Gemeinsam haben wir in den letzten Jahren viel erreicht für den Klimaschutz, den Erhalt der Artenvielfalt, die Bewältigung der atomaren Altlasten und für gutes und bezahlbares Wohnen in unserem Land."

Tatsächlich waren die vergangenen Jahre ereignisreich, nicht jedem Ressort stand am Ende derselbe Minister vor wie am Anfang - dem Umweltministerium schon: Barbara Hendricks brachte zu Ende, was sie begann. Auch wenn sie einräumt, dass sie gerne weiter Umweltministerin geblieben wäre.

Dabei machte sie sich nicht immer Freunde: Beobachter gingen zunächst hart mit ihr ins Gericht, bemängelten fehlende internationale Reife. Landwirte tobten angesichts der "elf neuen Bauernregeln". Und doch handelte sie das Pariser Klimaabkommen mit aus, setzte sich für bezahlbaren Wohnraum und Artenvielfalt ein. Unvergessen ihr Auftritt am Brandenburger Tor, als sie ein Zeichen der Gleichberechtigung setzte, indem sie am Tage der Legalisierung gleichgeschlechtlicher Ehen ihrer Partnerin einen Heiratsantrag machte.

Ihrer Nachfolgerin, Svenja Schulze, wünschte Hendricks viel Erfolg: "Mit ihr wird die Umweltpolitik auch weiterhin mit einer starken Stimme in der Bundesregierung vertreten sein." Um die Kleverin selbst dürfte es nun stiller werden. Als Abgeordnete will sie sich um auswärtige Kulturpolitik und Außenpolitik kümmern, wie sie der Süddeutschen Zeitung verriet. Auch in den sozialen Medien werde es etwas ruhiger: "Bei Fragen steht Ihnen aber wie gewohnt mein Team aus den Bundestags- und Wahlkreisbüros zur Verfügung."

Quelle: RP
 
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