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Kranenburg
Tanken ohne Druck

Kranenburg: Tanken ohne Druck
Reichlich Platz zum Tanken: Auf der Wiese im Hintergrund soll demnächst Kraftstoff verkauft werden. Der Betrieb rechts im Bild würde dann aufgegeben. FOTO: Gottfried Evers
Kranenburg. Im Kranenburger Planungs- und Umweltausschuss wurde der nächste Versuch gestartet, den Bau einer zweiten Tankstelle an der Klever Straße zu genehmigen. Ein Fahrradschnellweg soll entlang der Bahnlinie angelegt werden. Von Peter Janssen

Den Vorwurf, Tagesordnungspunkte bei Sitzungen nur locker durchzuwinken, kann man der Kranenburger Politik nicht machen. Im Planungs- und Umweltausschuss wurde wieder intensiv über jede Vorlage diskutiert und um jede Entscheidung gerungen.

Im Vorfeld der Sitzung hatte das Thema Bau einer zweiten Tankstelle an der Klever Straße in der Politik für Irritationen gesorgt. War das Vorhaben im Rat bereits begraben worden, stand es jetzt wieder auf der Tagesordnung (die RP berichtete).

Andreas Mayer (Bündnis 90/die Grünen) stellte zum Auftakt den Antrag, die Punkte, in denen die Voraussetzungen für den Tankstellenbau geschaffen werden sollten, von der Tagesordnung zu nehmen. Als Grund führte der Grüne an: Ist bereits im Rat entschieden worden und gehört nicht mehr in den Ausschuss. Mayers Antrag wurde mit 8:7-Stimmen, bei einer Enthaltung, abgelehnt. Der Ausschuss stimmte dem Verwaltungsvorschlag zu, so wird das Thema demnächst wieder im Rat auftaucht.

Kranenburgs Bauamtsleiter Andreas Hermsen bewertet die Chancen der Firma Argos, das Projekt an der in der Nähe des Kreisverkehrs "B 9/B 504"/"Klever Straße 64" realisieren zu können, mit "blassgrün". Hermsen hat die Planungen wohl aufgrund der jüngsten Ratsentscheidung nicht mit "sattgrün" bewertet. Falls nämlich, wie bei der vergangenen Ablehnung geschehen, Ratsmitglieder der CDU-Fraktion fehlen, dürfte es wieder eng für den Antragsteller werden. Bürgermeister Günter Steins setzt sich für den Bau einer weiteren Kraftstoffverkaufsstelle ein, um den Tankdruck in Kranenburg zu entschärfen. Weitere Themen auf der Ausschusssitzung waren:

Radschnellweg: Entlang der Bahnlinie soll ein Radwegschnellweg angelegt werden. Das Projekt heißt "grenzüberschreitende eRadBahn Kleve - Nijmegen" und soll die Kommunen verbinden. 6,5 Kilometer führt die Strecke über das Gemeindegebiet. Die drei Meter breite Trasse würde direkt neben den Gleisen geführt. Betont wurde, dass das Vorhaben eine Reaktivierung der Bahnlinie nicht gefährde.

Zwei Radwege gibt es bereits, die von Kranenburg nach Kleve führen. Warum man überhaupt über einen dritten nachdenkt, liegt an den Kosten. Die betragen insgesamt zwar 3,4 Millionen Euro. Eingeplant sind jedoch derart hohe Zuschüsse, dass die Gemeinde lediglich 690.150 Euro zuzahlen müsste. Da man mit Steins immer rechnen muss, machte dieser deutlich, dass man sich nur bei Gewährung der kompletten Fördermittel einen dritten Radweg leisten könne. Zu dem Punkt gab es keine zwei Meinungen im Ausschuss. Das Finanzgebaren an der Grenze bleibt somit unverändert. Hier gibt man nur das Geld aus, was man auch besitzt.

Sanierungsmaßnahme Klever Straße: Die Fahrbahnbreite der Klever Straße soll um einen Meter, von 7,50 auf 6,50 Meter, verkleinert und die Decke erneuert werden. Der gewonnene Platz wird einer besseren Entwässerung zugute kommen. Steins nahm Anwohnern die Sorge, es könnten Kosten auf sie zukommen. Es würden keine Anliegerbeiträge erhoben, so der Rathauschef.

Im Zuge der Maßnahme ist geplant, vor dem Kindergarten "Villa Kunterbunt" einen Wartestreifen zu bauen. Da sich vor der Kita nur wenige Stellplätze befinden, besteht hier ein enormer Parkdruck. Der Streifen soll die Verkehrssituation entspannen.

Ausschussmitglied Karl-Theo Lenz (FDP) gab zu Bedenken, dass auch im nächsten Jahr ein Karnevalszug über die Klever Straße rollen wird. Doch auch an die Narren hatte man gedacht. Die Baumaßnahme soll im November beginnen und nach zehn bis zwölf Wochen beendet sein.

Integriertes Handlungskonzept: 30.000 Euro will die Gemeinde für die Erstellung des Integrierten Handlungskonzepts ausgeben. Dies ist Voraussetzung, um an die dicken Fördertöpfe zu kommen. Möglichkeiten, die Gelder einzusetzen, wurden etliche genannt, wie: Bürgerhaus, Große Straße, Gestaltung des Marktplatzes... Die Projekte der Gemeinde würden mit 60 Prozent gefördert, 40 hätte man selbst zu tragen. Auch private Haushalte können Förderanträge stellen.

Quelle: RP
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