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Kleve
Tanzen für die Integration

Kleve. 25 Jugendliche traten gestern bei einem Flashmob in der Innenstadt auf. Von Lena Köhnlein

Die Klever Innenstadt gestern Nachmittag: Die Sonne scheint, viele Besucher schlürfen genüsslich ihren Kaffee, essen ein Eis oder sitzen lesend am Elsa-Brunnen. Plötzlich kommt eine Gruppe Jugendlicher auf den Platz. Dazu eine Kamerafrau. Fragende Gesichter. Dann ertönt um Punkt 14 Uhr Musik und die Jugendlichen beginnen zu tanzen - knapp fünf Minuten lang.

Es handelt sich bei der Aktion um einen Flash Mob - eine kurze Darbietung - von 25 Jugendlichen. Unter ihnen sind 15 (meist) unbegleitete Flüchtlinge. Unter der Leitung von Elke Welz-Janssen und Ella Lichtenberger tanzen sie seit einer Woche gemeinsam bei dem integrativen Tanzprojekt "TanzRaum.Kleve" mit. Dass nur Männer aus anderen Ländern unter der Gruppe sind, läge daran, dass sich keine deutschen angemeldet hätten. "Die Gruppe ist wahnsinnig motiviert", sagt Lichtenberger.

Auch die 16-jährige Lea tanzt mit und findet das Integrationsprojekt toll. Alle Vorurteile, die über die Flüchtlinge kursieren, würden nicht stimmen. "Ich glaube, viele Eltern haben Angst. Gerade um ihre Töchter. Solche Projekte sind gut, um diese Vorurteile zu wiederlegen", sagt die Tänzerin.

Das Projekt ist vom Land gefördert, sagt Thomas Brückner, Vorstand der Rheinischen Arbeitsgemeinschaft Tanz. Die Ursprungsidee sei, die Jugendlichen an kulturelle Angebote heranzuführen. Gerade im Tanz können sie direkt Kontakt knüpfen. "Es ist ein wichtiger Baustein der Integration."

Neben dem Flashmob standen gestern noch weitere Videodrehs in Kleve auf dem Programm der Gruppe. Zu sehen sind diese heute Abend. Hierzu sind alle Interessierten um 18 Uhr in die kleine Kirche an der Böllenstege eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Quelle: RP
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