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Kranenburg
Tempo 30 vor der "Villa": Maas startet neuen Versuch

Kranenburg: Tempo 30 vor der "Villa": Maas startet neuen Versuch
Alltag vor der "Villa Kunterbunt": Die Parkplätze sind belegt, die Autos stehen gefährlich aufgereiht auf dem Grünstreifen am Straßenrand. FOTO: sta
Kranenburg. Kranenburgs SPD-Fraktionschef stellt Antrag erneut / Anwohner plädieren für Verkehrsberuhigung in Materborn. Von Peter Janssen

/ Kleve Der Kranenburger SPD-Fraktionschef Manfred Maas ist kein ausgewiesener Anhänger der CSU. Dennoch hatte er vor einigen Monaten ein Lob für Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt übrig. Er sagte, dass der Unionspolitiker seinen ersten vernünftigen Vorschlag gemacht habe.

Der Minister hat jetzt den Rechtsrahmen geschaffen, damit die Straßenverkehrsbehörden ohne größere bürokratische Hürden Tempo 30 vor Schulen und Kindergärten auch an Hauptverkehrsstraßen anordnen können. Auch der Nachweis, dass es sich hier um einen Unfallschwerpunkt handelt, ist nicht mehr erforderlich.

Maas hatte vor knapp zwei Jahren beantragt, am Kranenburger Kindergarten "Villa Kunterbunt", der an der viel befahrenen Klever Straße liegt, das Tempo auf 30 Stundenkilometer zu begrenzen. Eltern und Erzieherinnen unterstützen den Plan. Der Kreis Kleve lehnte den Antrag damals ab. Eine Geschwindigkeitsbeschränkung komme hier nicht in Betracht, so die Behörde. Der SPD-Fraktionschef wird den Antrag erneut stellen. "Es gibt jetzt keinen Grund mehr, die Tempo-30-Zone an der Stelle nicht einzuführen", sagt der Sozialdemokrat.

Auf Nachfrage wollte sich der Kreis Kleve noch nicht dazu äußern, ob ein erneuter Versuch aufgrund der sich verändernden Rechtslage mehr Aussicht auf Erfolg habe. Eine Kreissprecherin sagte, dass man sich erst äußern wolle, wenn die Ausführungsbestimmungen vorlägen. Dann könne eine verbindliche Aussage getroffen werden.

Große Sorgen muss sich der Kreis nicht machen, dass er diese Bestimmungen nicht bekommt. Maas hatte mit seiner Parteikollegin, der Klever Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks, darüber gesprochen. "Sie sagte mir, dass bis zum Jahresende die entsprechende Gesetzesänderung verabschiedet wird und damit rechtskräftig wäre", so Maas.

Während der Diskussion über das Thema Tempo-30-Zonen hatte sich die Materbornerin Marlies van Heek bei der Redaktion gemeldet. Sie regte an, direkt vor ihrem Haus an der Ecke Gemeindeweg/Am Forsthaus die Geschwindigkeit zu begrenzen. "Es wird für die Kinder immer knapper. Wir haben da eine hervorragende Sicht von unserem Erker aus. Die Fahrzeuge, die von der Hamstraße kommen, sind viel zu schnell", sagt Marlies van Heek. Auch würden Kinder, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, nicht die eingebaute Querungshilfe nutzen, wenn sie vom Gemeindeweg her kommen. Über die Straße Am Forsthaus würde der kürzeste Weg gewählt, um über den Kattenwald zur Reichswalder Grundschule zu fahren. Die Verkehrssituation an der Stelle wurde vor anderthalb Jahren bewertet. Ergebnis: Ein Fußgängerüberweg könne nicht angelegt werden, da dafür das Verkehrsaufkommen nicht ausreiche, so ein Stadtsprecher. Eine Fahrbahnverengung wurde eingebaut. Marlies van Heek bewertet die Maßnahmen als nicht ausreichend: "Ich sehe doch, was hier täglich abgeht."

Quelle: RP
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