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Kleve
Theo Brauer nahm Abschied vom Amt

Kleve: Theo Brauer nahm Abschied vom Amt
Nachdenklich am Ende seiner Dienstzeit: Bürgermeister a.D. Theo Brauer und seine Frau Jutta. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Nach dem Zug der Vereine durch die Klever City für ihren Bürgermeister und dem Zapfenstreich auf dem Gelände der Hochschule Rhein-Waal feierte Brauer mit Weggefährten sein Dienstende. Blumenstrauß für Sonja Northing. Von Matthias Grass

Für ihn waren die elf Jahre im Amt als Bürgermeister der Stadt Kleve ein Geschenk. "Ein Geschenk, eine Gnade", sagte Kleves scheidender Bürgermeister Theo Brauer am Abend nach dem Zapfenstreich am Ende einer teils ausgelassenen, teils auch nachdenklichen Abschiedsfeier in der Klever Stadthalle. Brauer redete aus dem Stegreif, redete sich in Rage und ließ so am Ende seiner Dienstzeit noch einmal das große Rede-Talent des Klever Bürgermeisters aufblitzen.

Der Bürgermeister a. D. blickte zurück auf seine politische Arbeit ebenso, wie auf seine schulische Laufbahn als Lehrer, streute auch immer wieder Bonmots ein: Er habe mit seinem Kollegen eine Unterrichtsstunde ohne zu sprechen eingeübt - und das ihm, der doch so gerne redet (die Lacher im Saal waren ihm sicher). Er freute sich nochmals über die Wähler, die ihm zweimal ihr Vertrauen geschenkt haben. Wähler, die es ihm wohl dankten, dass er eigentlich nie das Amt vor sich hertrug, sondern immer versuchte, stets auf Augenhöhe mit seinem Gegenüber zu diskutieren, immer der "Theo" zu sein, nicht der "Herr" Bürgermeister.

Das Geschenk zum Abschied wurde von Sekretärin Barbara Lamers und den Referentinnen Maren Hölscher und Martina Welbers (v. l.) übergeben. In der Mitte Brauer und seine Frau Jutta (mit Blumen). FOTO: Evers, Gottfried (eve)

Sein Dank galt seinen Mitarbeitern, galt den "tollen Leuten", die er kennengelernt habe in seiner Zeit als Erster Bürger der Stadt. Politisch erinnerte er sich gerne an die Anfänge der schwarz-grünen Zusammenarbeit, die schon über zehn Jahre währt. Dennoch habe er stets versucht, im Rat alle Parteien mitzunehmen. "Wobei einige gar nicht mitgenommen werden wollten", sagte Brauer. Jedem Ratsmitglied gelte sein Dank für die gute Arbeit für die Stadt Kleve. Es seien Ratsmitglieder, die für dieses Ehrenamt ihre Freizeit hergeben. "Das ist ein Ehrenamt, das man unterstützen muss und nicht in Blogs niedermachen darf", brach Brauer eine Lanze für die so wichtige Kommunalpolitik. Ihm gehe es jetzt nach einer so ereignisreichen Amtszeit bestens: "Ich habe keine Minute bereut, das Amt angenommen zu haben", sagte er. Er wünschte seiner Nachfolgerin viel Erfolg: "Es geht um Kleve, nicht um Personen", riet er der neuen Bürgermeisterin Sonja Northing und überreichte ihr einen dicken Blumenstrauß.

Zuvor hatte Kleves stellvertretender Bürgermeister Joachim Schmidt in seiner Rede den scheidenden Amtsinhaber geehrt: "Theo, Du hast dich um die Stadt Kleve verdient gemacht. Du warst in den schwierigen Zeiten des Wandels eine unverwechselbare Konstante". Kleve habe einen Bürgermeister gehabt, für den Empathie das Zauberwort war. Er sei aber auch eine Persönlichkeit mit Ecken und Kanten gewesen. Doch Schmidt warnte auch mit Blick auf Köln vor der in Internetforen oder Blogs verbreiteten Herabwürdigung von Personen, die die Grenzen des Anstandes überschritten: "Zwischen übler Hetze und tätlichem Angriff ist nur noch ein kleiner Schritt", mahnte er. Da frage man sich, wie der Kommunalpolitiker die Nähe zum Bürger durchhalten solle. Theo habe das geschafft, er habe seine Leutseligkeit nie aufgegeben.

Brauer dankte den engsten Mitarbeitern: Barbara Lamers (rechts) und ihre Vorgängerin Mechthild Gerling-Wosniak (2.v.r.) sowie den Fahrern Karl-Heinz Engelen (2.v.l.) und Willi Hendricks (links). FOTO: Evers, Gottfried (eve)

Brauers Referentinnen Daniela Rennecke und Martina Welbers dankten musikalisch - mit Sinatra und dem "Summertime-Blues", dem sich Brauer jetzt wohl hingeben darf. Die vielen Programmpunkte der gelungenen Feier bis Mitternacht verbanden die beiden Moderatoren Bettina Keysers und Helmut Vehreschild gekonnt kurzweilig.

Quelle: RP
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