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Kranenburg/Leuth
Thornsche Mühle wieder in Betrieb

Kranenburg/Leuth. Die Flügel der historischen Mühle in unmittelbarer Nähe zu Zyfflich drehen sich wieder. Hunderte Gäste feierten das Ereignis. Von Werner Stalder

Es war ein Jahrhundertereignis: Um 14.40 Uhr drehten sich unter dem Beifall und Jubel der 200 geladenen Gäste und hunderter anderer Zuschauer die Flügel der "Thornsche Molen", gelegen direkt an der Grenze zwischen dem niederländischen Ort Leuth und dem deutschen Dorf Zyfflich, das zur Gemeinde Kranenburg gehört. Zeremonienmeister Loet von Sluis, dessen beide Söhne maßgeblich an einem Erinnerungsbuch mitgewirkt hatten, führte durch das zweistündige Programm, das durch einen großen Chor unter musikalischer Begleitung festlich gestaltet wurde. Der Vorsitzende der Stiftung "Thornsche Molen", Henny Driessen, zitierte in seiner Begrüßung der zahlreichen Gäste aus dem In- und Ausland sichtlich gerührt das Wort "Der Wert ist mehr als der Preis."

Mit Stolz stellte er die Mitglieder der Stiftung vor, die sich seit 2006 um den Wiederaufbau der Mühle verdient gemacht haben. Er vergaß auch die vielen Sponsoren nicht, die mit ihren Zuwendungen beim Wiederaufbau "dieser Perle in der Landschaft" sorgten. Um die Umgebung der Mühle zu gestalten, seien weitere finanzielle Mittel notwendig. Auch strebe man den Status eines Monumentes an. Unter den Gästen waren Ludwig van der Grinten aus Kranenburg und Franz van der Grinten aus Singen am Bodensee, beide Nachfahren eines früheren Müllers der Thornschen Mühle. Die kirchliche Segnung nahmen Pastor Henk Janssen und Pfarrerin Sabine Jordan-Schöler vor. Der Pastor stellte dabei den Patron der Kornmüller, den hl. Victor von Marseille vor, dessen Fest am 21. Juli ist.

Dann kam der große Augenblick, auf den man zehn Jahre gewartet hatte. Der Kommissar des Königs für die Provinz Gelderland, Clemens Cornielje, begab sich mit dem Beamten der Provinz Gelderland, Joop Heydra, Sohn des verstorbenen Mühlenarchitekten Jan Heydra, und anderen hohen Gästen in das Mühleninnere, wo der königliche Kommissar mit einem Seilzug die Mühle in Betrieb nahm. Die Flügel bewegten sich im Wind, und draußen stimmte der Chor ein Mühlenlied an. In seiner Ansprache freute sich Clemens Cornielje über das Kommen der Nachbarn aus Deutschland. In der Provinz Gelderland gebe es 150 verschiedene Mühlen, darunter die älteste des Landes. Mit der "Thornsche Molen" habe man eine der ganz seltenen "Kokermolen", womit man Korn zu Mehl mahlen könne. Sie sei schon seit dem 15. Jahrhundert verzeichnet und habe Krieg, Sturm und Deichdurchbrüche erlebt. Der Kommissar hob vor allem die Verdienste des verstorbenen Mühlenarchitekten Jan Heydra hervor. Die Provinz habe zum Wiederaufbau 600.000 Euro beigetragen. Das Geschenk zur Inbetriebnahme war ein "Bilhamer", um die Mühlsteine zu schleifen.

Nachfahren der Familie Vierboom, die über Generationen mit der "Thornsche Molen" verbunden war, enthüllten eine Namenstafel und widmeten den Platz vor der Mühle ihrer Familie. Rieks Vierboom plauderte aus ihrer Kindheit und schenkte der Stiftung ein Gemälde aus ihrem Wohnzimmer mit dem Bild der Mühle aus 1935. Ein Sprecher der "Vereinigung der holländischen Mühlen" überbrachte mit den Glückwünschen eine Spende. Kranenburgs Bürgermeister Günter Steins hob die grenzüberschreitende Bereicherung durch die neue Mühle in der Düffel hervor, während Altbürgermeister Paul Wilbers, Ubbergen aus dem "Mühlen-Nähkästchen" plauderte. Eine wertvolle Bereicherung ist das Buch über die "Thornsche Molen" von Jan van Eck, dem langjährigen Sekretär der Stiftung. Er stellte den Inhalt seines Werkes "Uit de as herrezen" (Aus der Asche entstanden) vor, beispielsweise die Art der Mühle, ihre Lebenszeit, ihr besonderer Standort und ihre Geschichte.

Quelle: RP
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