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Bedburg-Hau-Hasselt
Tierdiebe stehlen 21 wertvolle Zuchttauben

Bedburg-Hau-Hasselt: Tierdiebe stehlen 21 wertvolle Zuchttauben
Brieftauben in einem Taubenschlag in Uedem. (Archivbild) FOTO: Evers, Gottfried
Bedburg-Hau-Hasselt. Unbekannte haben in Bedburg-Hau einem Züchter 21 Tauben gestohlen. Eines der gestohlenen Männchen soll mindestens 5000 Euro wert.

Für Helga Willems aus Bedburg-Hau hatte der vergangene Montag wahrlich entsetzlich begonnen. Als die Hausfrau gegen 8 Uhr in ihrer Küche des Hauses am Schwanenkamp 23 (nahe der B 57) das Frühstück machte, war ihr Ehemann Werner (78) schon bei seiner zweiten großen Liebe – seinen Zuchttauben, um die er sich seit 66 Jahren kümmert. Doch an diesem Montag rief der Vogelfreund entsetzt nach seiner Frau. Als Helga Willems daraufhin ihren Mann am Taubenhaus sah, wusste sie gleich, dass etwas für den Gatten Schreckliches geschehen war. "Er winkte – aschfahl war er im Gesicht. Er sah aus, als bekomme er gleich einen Herzinfarkt", erinnert sich die Bedburg-Hauerin.

Werner Willems hatte das Unglück in seinem Tauben-Haus rasch erkannt: 21 seiner insgesamt etwa 100 Zuchttauben waren gestohlen worden. Vor allem, weil der Züchter seit Jahrzehnten viel Leidenschaft in die Pflege der Tiere gesteckt hat, ist der dreiste Diebstahl, der sich laut Polizeiangaben in der Zeit zwischen Sonntag, 18 Uhr, und Montag 8 Uhr, ereignet haben muss, für den 78-Jährigen ein harter Schlag. Doch auch der Wert der Vögel sei enorm, versichert der Bedburg-Hauer, der fest davon ausgeht, dass die Diebe "Tauben-Experten" waren und ganz gezielt wertvolle Tauben ausgesucht haben. Eines der gestohlenen Männchen sei mindestens 5000 Euro wert. Den Preis für weitere zehn entwendete Zuchttauben beziffert der Fachmann auf mindestens jeweils 500 Euro. Vor allem in Japan und anderen asiatischen Staaten werden laut Werner Willems derzeit leicht 100.000 Euro für sehr gute Zuchttauben – vor allem wenn diese aus Deutschland stammen – bezahlt.

Dass er seine Zuchttiere jemals wieder bekommen wird, glaubt der Bedburg-Hauer nicht. Verkaufbar seien die Tauben auf dem legalen Markt nicht. Doch der 78-Jährige vermutet, dass die Vögel "auf Bestellung" entwendet worden sind. "Die sehen wir nie wieder", befürchtet das Diebstahlsopfer. Mit dem Verlust der 21 Tauben sei auch seine Zucht massiv gefährdet, sagt Werner Willems. Die ihm nach dem Diebstahl verbliebenen 80 Zuchttiere seien eigentlich zu wenig, um weiter züchten zu können.

Als er am Montag den Diebstahl bemerkt hatte, stand für den 78-Jährigen eigentlich fest: "Das war das Ende meiner Taubenzucht." Gestern wirkte der Rentner schon wieder gefasster. Und auch seine Ehefrau Helga Willems, die keine ganz so große Leidenschaft für die Taubenzucht hat wie ihr Gatte, meinte optimistisch: "Er soll es jetzt erstmal langsam angehen lassen. Wenn er mit den Tauben aufhört, habe ich einen tot-unglücklichen Mann – das wäre ja keine Lösung."

Hinweise von Zeugen an die Polizei Kleve, Telefon 02821 5040

(dido)
 
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