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Kleve
Totenhagen Quartett liefert anspruchsvollen Jazz

Kleve. Der Auftritt forderte und begeisterte das Publikum. Von Bert Keim

Mit dem Totenhagen Quartett hatten die Klever Jazzfreunde zu einem anspruchsvollen Musikereignis geladen. Die Frontfrau des Abends rief bereits zu Beginn des ersten Sets ihr gesamtes Stimmrepertoire ab, wobei die hohen und höchsten Töne eher gehaucht, die tieferen Altlagen mit viel Macht daher kamen. Nach Vorstellung des Themas ging es mit Verve in den improvisierten Scat-Gesang hinein.

Spannend hierbei, wie die Sängerin die Modulation der Stimme mit ausdruckstarken Bewegungen der linken Hand unterstützte. Nach diesem Soloausflug übernahm Pianist Felix Hauptmann weitere Improvisationen. Auffällig bei ihm ein äußerst sparsamer Klavierstil, der sich sehr gut in das Gesamtklangbild einfügte. Das nächste Stück war ein Feature für Stefan Schönegg am Kontrabass, der seinem Instrument wunderbar warme und wohlklingende Töne entlockte. Der kongeniale Schlagzeuger Leif Berger bekam erst zum Ende des ersten Sets sein Solo, das er über einen von der Band unisono produzierten Riff in Perfektion ablieferte.

Die meisten der von der Band aufgeführten Kompositionen entstammten der Feder von Laura Totenhagen und hatten stets einen sperrigen Charakter. Sehr eindrucksvoll in diesem Zusammenhang die musikalische Interpretation des Shakespeare-Sonetts "Sigh no more, Ladies".

Unerwartete Tonintervalle und Rhythmuswechsel erforderten von den Zuhörern viel Aufmerksamkeit, sogar hohe Konzentration. So verwunderte es kaum, dass Soli einzelner Musiker überhaupt nicht beklatscht wurden (wie sonst beim Jazz üblich), sondern erst am Ende des jeweiligen Stückes anhaltender Beifall aufrauschte.

Quelle: RP
 
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