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Kreis Kleve
Trauung für gleichgeschlechtliche Paare

Kreis Kleve. Vier Vertreter aus dem Kirchenkreis waren bei der Landessynode der Evangelischen Kirche dabei.

An der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland nahmen für den Kirchenkreis Kleve Superintendent Hans-Joachim Wefers, Pfarrerin Ulrike Dahlhaus (beide Xanten) sowie Friedrich Graf zu Eulenburg und Hertefeld (Weeze) und Karin Wilhelm (Louisendorf) teil. Sechs Tage lang arbeiteten die Synode in Bad Neuenahr intensiv - zum Teil an sehr aktuellen und schwierigen Fragen.

In Ausschüssen feilten die über 200 Abgesandten der rheinischen Kirche an Beschlussvorlagen, um sie später im Plenum beschließen zu können. Unter anderem machte die Landessynode den Weg frei für die Gleichberechtigung der Trauung gleichgeschlechtlicher Paare - "mit großer Ernsthaftigkeit und Akzeptanz anderer Meinungen", betont Stefan Schmelting als Sprecher des Kirchenkreises, dem ausführlich berichtet wurde.

Bereits seit dem Jahr 2000 ist in der rheinischen Kirche die Segnung solcher Paare möglich.

Die Ausschüsse betrachten Themen aus theologischer, rechtlicher sowie finanzieller Sicht oder haben die öffentliche Verantwortung im Blick. Unterhändler vermittelten zwischen den Arbeitsgruppen.

Diverse Gesetzesänderungen waren Thema in Bad Neuenahr, eines davon das Diakoniegesetz. Dieses bedurfte aufgrund der bevorstehenden Fusionierung der landeskirchlichen Diakoniewerke Rheinland, Westfalen und Lippe die Zustimmung der drei Landessynoden. "Mit dem neuen Gesetz gibt es einen Bestandsschutz für die kreiskirchliche Diakoniearbeit", so Superintendent Wefers. Ihn beeindruckte der in anderen Medien als "Wutrede" titulierte Bericht von Präses Manfred Rekowski, der sich deutlich gegen eine Obergrenze der Flüchtlingszahlen ausspricht. Für Aufregung hatte Rekowskis Aussage gesorgt: "Flucht trägt das Label Made in Germany", womit er auf den Einsatz von in Deutschland produzierten Waffen in Krisenregionen abzielt.

Die allgemein positive Steuerentwicklung tut auch dem landeskirchlichen Haushalt gut; das strukturelle Defizit konnte von neun auf drei Millionen reduziert werden, am Sparprozess werde dennoch festgehalten.

Lesenswert sei der Bericht der "ökumenischen Visite", der in Bad Neuenahr vorgestellt wurde. 17 Kirchenleitende aus der weltweiten Ökumene haben sich die rheinische Kirche angesehen und den Bericht verfasst. "Wir sollten mehr Gottvertrauen haben und weniger planen", fasste Graf zu Eulenburg den Denkanstoß zusammen.

Sämtliche Drucksachen und Entscheidungen sind im Internet unter der Adresse www.ekir.de/landessynode abrufbar.

Quelle: RP
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