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Kalkar
Trucker machen kranke Kinder froh

Kalkar: Trucker machen kranke Kinder froh
Schwere Lastkraftwagen haben auch für Kinder eine große Faszination. FOTO: Wunderland
Kalkar. Vielleicht nur für einen Tag, aber der soll unvergesslich sein - am 27. Mai ist "Wunderland Kalkar" wieder "on Wheels": 100 schwerkranke oder behinderte Kinder werden im Lkw-Konvoi am Rhein entlang gefahren. Dörfer beteiligen sich. Von Anja Settnik

Lastwagenfahrer gelten als harte Kerle. Dass sie strahlen oder sogar feuchte Augen bekommen, weil ein Kind neben ihnen in der Fahrerkabine hockt und offensichtlich glücklich ist - das zu erfahren war für Kalkars Bürgermeisterin im vergangenen Jahr vielleicht am rührendsten, sagt Britta Schulz. Wenn es am Samstag, 27. Mai, zum vierten Mal heißt "Wunderland Kalkar on Wheels" dürfte mit ähnlichen Erlebnissen zu rechnen sein. 100 Trucker, die aus nächster Nähe bei der Benefiz-Aktion dabei sein wollen, waren innerhalb von zwei Tagen gefunden. Sie werden behinderte und schwerkranke Kinder durch den Niederrhein kutschieren. Bei ganz viel öffentlicher Aufmerksamkeit.

Han Groot-Obbink, Geschäftsführer des "Wunderlandes", ist selbst ein großer Fan der Veranstaltung. "Da geht es mal nicht um den Umsatz, sondern nur darum, Menschen einen unvergesslichen Tag zu bereiten", erklärt er. Kleinen Menschen vor allem, deren Alltag meist von Klinik, Behandlung oder intensiver Pflege zuhause geprägt ist. Sie und ihre Eltern und Geschwister leiden gemeinsam an der schweren Krankheit. Nicht zuletzt Brüder oder Schwester spielen dabei oft eine Nebenrolle - alles dreht sich (verständlicherweise) um das kranke Kind. Am letzten Samstag im Mai wird das genauso sein, aber die restliche Familie kommt genauso zu ihrem Recht. Sie darf zum Beispiel in Bussen hinter dem Trucker-Konvoi her fahren und anschließend im Kernie's nach Herzenslust toben und Karussell fahren.

Um 10 Uhr geht es am Wunderland los, hupend verabschieden sich die 100 Lastwagen Richtung Wissel. Josefa Hartjes-de Ruiter vom dortigen Koordinierungsverein berichtet, dass Vereine und Kindergarten sich schon intensiv auf die Durchfahrt der Trucks vorbereiten. Auch in Grieth und auf dem Kalkarer Markt werden Fähnchen geschwungen und Luftballons aufgeblasen. Ein Höhepunkt ist immer die Fahrt über die Emmericher Rheinpromenade. Die Anlieger schmücken Balkone und Fassaden, und die Stadt hilft dabei, dass die Lkw auch Engstellen passieren können. Von Emmerich aus ist es nicht weit nach 's-Heerenberg; in der niederländischen Grenzgemeinde wurde die Aktion "erfunden" und natürlich wird auch dort der Jubel groß sein. Zumal, wie im Vorab-Gespräch angemerkt wurde, die Niederländer meist ja besonders selbstverständlich mit Gehandicapten umgehen. Schirmherrin Britta Schulz begrüßt den Konvoi kurz auf dem Kalkarer Marktplatz, letzte Ortsdurchfahrt vor dem Ziel "Wunderland" wird Hönnepel sein. Das Ganze darf nicht allzu lange dauern, denn die Kinder sind - auch wenn die Begeisterung sie dies hoffentlich für einige Stunden beinahe vergessen lassen wird - nicht gesund und dürfen nicht überfordert werden.

Erwachsene, auch solche, die nicht direkt mit den Kindern zu tun haben, können sich zeitgleich auf einer Messe umsehen. Mehr als 200 Nutzfahrzeuge und Lkw, eine Mini-Modellbahn und Stände mit diversem Zubehör werden sowohl drinnen, als auch draußen zu sehen sein. Wilde Show-Trucks, die später prämiert werden, Oldtimer, auch Teilnehmerfahrzeuge der Rallye Paris-Dakar, werden zu bewundern sein, dazu gibt's standesgemäß Country-Musik. Janno Harms, "der stärkste Mann der Niederlande" lässt beim Lkw-Pull seine Muskeln spielen.

Das alles ist für die Besucher des Familienparks in Kalkar-Hönnepel kostenlos. Sponsoren aus der Region beiderseits der Grenze finanzieren das Event, und auch manche Vereine und andere Gruppen überreichen Schecks, die zum Beispiel in Zukunft der Düsseldorfer Kinderkrebsklinik Extras für die kleinen Patienten und ihre Familien ermöglichen sollen.

Quelle: RP
 
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