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Kleve
Über die Liebe und das Leben

Kleve. Basta gastierte in der Klever Stadthalle als a-capalla-"Boyband". Von Barbara Mühlenhoff

Lückenlos ausverkauft: das Schild am Eingang versprach, dass der Abend richtig gut werden muss, wenn die Menschmassen derart in die Stadthalle Kleve strömen. Auf dem Programm standen "BASTA" mit ihrem Konzertabend "Domino", eine a-cappella-"Boyband", die die großen und kleinen Widrigkeiten des Lebens und vor allem sich selbst herrlich ironisch auf die Schüppe nimmt. Da sitzen nicht nur die Pointen, sondern auch die Stimmen: Thomas Aydintan, René Overmann, William Wahl, Werner Adelmann und der neue Bassist Arndt Schmöle stellten sich im Opener als "Vorband" ihrer selbst vor, um dann mit "Basta la vista"-Samba zurück auf die Bühne zu kehren.

Im Laufe des Abends sang jeder einmal prominent die Leadstimme, die Choreografie saß für Körper und Mund und die "Jungs" fühlten sich sichtlich wohl in Kleve, dem "Venedig des Niederrheins", wie sie es scherzhaft nannten. Unterschreiben wollte man sofort beim Titel "Es ist nur a-cappella, doch ich mag es" und mitreißend wurde der "Flamingo" zum Flamenco. "Being Reinhard Mey" mit Barhocker und a-cappella-Gitarre gelang zum Herzensstück, als sehr charmant die zweite Strophe neu angesetzt werden musste, weil der Textgeist zuschlug. Über die Liebe und das Leben bis hin zum Entstehungspunkt, der ganz eigenen "Schöpfungsgeschichte", führte die musikalische Reise. Auch von Rügen, wo der fremdgehende (Ex-)Liebste leider von der Klippe springen muss, bis nach Venedig zum kleinen, nervigen Gondolière, der jetzt zwei Meter unter dem Wasserspiegel seine Lieder blubbert, weil "aus Versehen" seine Barke kentert - ansteckend sprang der Funke des herrlich spritzigen Humors über, schnell auf den Punkt und in die Töne geschrieben. "Der Mann der kein Beatbox konnte" handelte von guter - und weniger guter - Vocal Percussion mit dem weltschlechtesten Mundschlagzeugsolo, dem eine Showeinlage mit Luft-Akrobatik und ein Pfeif-Konzert folgten.

Eine gekonnte Persiflage vom Plastik-Pop der 90er-Jahre-Greorianik mit dem Titelgeber "Domino" leitete über zu den ADHS-People - eine Hommage an die Village-People, allerdings ohne Kostüme, "weil sonst alle der Indianer sein wollten".

Von Schlager bis Pop, von Prince bis Peter Maffay: Die Quellen der Ideen und die musikalische Umsetzung funktionierten blendend und bescherten schlichtweg einen hervorragend unterhaltsamen Abend, der die Lachmuskeln forderte, die Ohren beschenkte und die Herzen für die BASTAs öffnete. Das Publikum war begeistert, ging mit und klatschte mit - viele kannten die Songs und freuten sich schon bei den Anfangstönen.

Quelle: RP
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