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Kleve
Unter Frauen

Kleve: Unter Frauen
Der Inner Wheel Club Kleve im Garten des klassizistischen Hauses: Andrea Bongertmann (l.) gibt die Amtskette des Vereins an ihre Nachfolgerin Jacobien Barents weiter. FOTO: van Offern
Kleve. Der Inner Wheel Club Kleve ist einer von deutschlandweit 300. Die Frauen-vereinigung engagiert sich im sozialen und kulturellen Bereich. Im B.C. Koekkoek-Haus ging jetzt die Präsidentschaft von Andrea Bongertmann auf Jacobien Barents über. Von Peter Janssen

Der Inner Wheel Club ist keiner, auf den man als erstes kommt, wenn über die Klever Vereinslandschaft gesprochen wird. Geht es jedoch darum, wer sich um Menschen kümmert, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens unterwegs sind, gehört die Organisation in die erste Reihe.

Inner Wheel gilt mit rund 100.000 Mitgliedern in 100 Ländern als eine der größten Frauenvereinigungen, die aus etwa 3700 Clubs besteht. Einer davon ist der Klever. Auf drei Säulen baut dieser Zusammenschluss auf: soziales Engagement, internationale Verständigung sowie die Freundschaft untereinander.

Ihre Freundschaft pflegen die Klever Mitglieder einmal im Monat bei ihren Treffen im Museum B.C. Koekkoek Haus. Nahezu ebenso regelmäßig, wie sich die Frauen begegnen, wird beim Inner Wheel Club auch etwas übergeben - ob Spenden oder Ämter. Überreicht wurde in dieser Woche gleich zwei Mal etwas, was nicht allein für die Organisation von Bedeutung ist. So erhielt das Museum am Koekkoek-Platz von der Frauenvereinigung ein historisches Schmuckstück und der Club eine neue Präsidentin. Bislang hatte Andrea Bongertmann das Amt inne. Ihr folgte jetzt Jacobien Barents. Ein Jahr führte die Kleverin den Inner Wheel Club. Die Zeit für den Wechsel war gekommen, da die Präsidentschaft stets nach zwölf Monaten auf ein anderes Mitglied übergeht.

Der Rückblick auf ihr Amtsjahr ist für Andrea Bongertmann ein erfreulicher. "Wir konnten erneut zahlreiche Projekte unterstützen - wie etwa das der Caritas, die sich für jugendliche Flüchtlinge einsetzt", sagt sie. Auch bei der "Aktion pro Humanität" und dem Klever Hospiz engagierte sich der Club im vergangenen Jahr mit großzügigen Spenden. "Wir helfen gemeinnützigen Organisationen vor Ort. Hier sind uns die Verantwortlichen persönlich bekannt und wir können sicher sein, dass das Geld auch genau dort ankommt, wofür es bestimmt ist", erklärt Andrea Bongertmann.

Doch herrschen nicht selten falsche Vorstellungen davon, wie die Inner Wheel-Frauen an die Mittel kommen, um Gutes zu tun. Es geht nicht allein darum, Geld unter den Mitgliedern einzusammeln, sondern auch durch eigene Aktionen Einnahmen zu erzielen. So engagiert sich der Club regelmäßig bei der Kunst und Kunsthandwerk-Ausstellung "LebensArt" auf dem Hof ten Berge. Allein diese Aktion brachte den Betrag von 4000 Euro ein.

Das Programm der Gruppe stellt sich jedoch vielfältiger dar. Vorträge, Treffen mit anderen Vereinigungen sowie Besichtigungen oder Vorträge geben dem Jahr Struktur.

1988 wurde der Inner Wheel Club Kleve gegründet. Was dieser gebrauchen kann, unterscheidet sich nicht großartig von anderen Vereinen. Es fehlt an jüngeren Jahrgängen. Derzeit sind die Mitglieder zwischen Ende 40 und 80 Jahre alt. Was den Bereich neue Mitglieder betrifft, ist die Vereinigung dabei, Vorurteile abzubauen, die sich in der Öffentlichkeit wacker halten. War es einst nur möglich, der Organisation beizutreten, wenn man mit einem "rotarischen" Mann, Mitglied im Rotary Club, verheiratet war, gibt es diese Hürde heute nicht mehr. "Es ist jede Frau willkommen, die Freude daran hat, sich sozial zu engagieren und interessiert ist, das Vereinsleben mitzugestalten", beschreibt Andrea Bongertmann die grundlegenden Voraussetzungen.

Eine ihrer letzten Amtshandlungen fand jetzt im Rahmen der Präsidentschaftsübergabe statt. So konnte sie Ursula Geisselbrecht-Capecki, künstlerische Leiterin B.C. Koekkoek-Haus, ein Schmuckstück aus der Biedermeierzeit überreichen. Dabei handelte es sich um das originale Nähkästchen der Frau von Barend Cornelis Koekkoek. Aus dem Nachlass des Künstlers fristete das aus Mahagoni hergestellte Stück bislang ein eher unbeachtetes Dasein im Depot des Museums.

Der Klever Restaurator Clemens Giesen hatte es aufwendig originalgetreu restauriert. "Jetzt wird auch ein Hauch von Familienleben in das Palais des Malerfürsten einziehen. Wir sind stolz, dass wir das Museum unterstützen können", sagt Andrea Bongertmann als scheidende Präsidentin. So gab es für das Museum ein Nähkästchen und einen nahtlosen Übergang beim Inner Wheel Club Kleve.

Quelle: RP
 
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