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Kleve-Rindern
Unterschriftenliste für Sparkasse in Rindern

Kleve-Rindern: Unterschriftenliste für Sparkasse in Rindern
Hannelore Wingels (76) aus Rindern hat Unterschriftenlisten gegen die Schließung der Sparkasse Rindern ausgelegt. FOTO: Klaus-Dieter Stade
Kleve-Rindern. Das Ehepaar Wingels aus Rindern wehrt sich gegen die Schließung der örtlichen Sparkassen-Filiale. Rund 250 Menschen aus der gesamten Niederung schlossen sich bisher dem Protest mit ihrer Unterschrift an. Von Marc Cattelaens

Zum 1. April soll die Sparkasse an der Keekener Straße in Rindern geschlossen werden. Hannelore (76) und Hermann Wingels (78), die in dem Dorf an der Wasserburg wohnen, wollen das nicht einfach so hinnehmen. Das Ehepaar hat eine Unterschriftenliste für den Erhalt der Sparkassen-Filiale in Rindern ausgelegt. Mit Erfolg: Innerhalb von zwei Wochen haben sich rund 250 Menschen eingetragen. Die meisten wohnen in Rindern, aber viele Adressen sind auch aus den umliegenden Dörfern wie Düffelward, Keeken, Bimmen oder Donsbrüggen.

Der Hintergrund der geplanten Schließung: Die Sparkasse Kleve führt wirtschaftliche Gründe an. 50 Prozent der Kunden würden ihre Geldgeschäfte inzwischen übers Internet abwickeln. Deshalb sei es für die Bank "betriebswirtschaftlich sinnvoll", die Zweigstelle in Rindern zu schließen, so Sparkassen-Sprecher Ludger Braam.

Die Filiale der Sparkasse Kleve in Rindern soll laut den Planungen des Geldinstituts am 1. April geschlossen werden. FOTO: Klaus Dieter Stade

Hannelore Wingels pocht dennoch darauf, dass die Sparkasse die "Nähe zum Kunden", mit der sie oft werbe, auch weiterhin umsetzen müsse. "Der Versorgungsauftrag der Bevölkerung ist im Sparkassengesetz festgeschrieben. Wenn die Filiale geschlossen wird, kommt die Sparkasse diesem Auftrag nicht mehr nach", betont Wingels. Dazu Braam: "Die Sparkasse bietet im Hagebaumarkt und in den Geschäftsstellen Ludwig Jahn Straße und Kellen in einem Umkreis von rund 2,5 Kilometern verschiedene Möglichkeiten zur Erledigung von Geldgeschäften und zur Kundenberatung. Darin sehen wir schon unseren Auftrag zum Angebot eines flächendeckenden Angebotes erfüllt."

Weil auch der Geldautomat in Rindern verschwinden soll, bietet die Sparkasse einen Bargeldbringservice an. Kontoinhaber können Montags bis 12 Uhr telefonisch einen Betrag bis 1500 Euro bestellen, der dann dem Kunden nach Hause gebracht wird. Dieser Service kostet fünf Euro. Dazu meint Hannelore Wingels: "Das ist doch eine Einladung an Ganoven. Die brauchen nur dem Sparkassenauto zu folgen und wissen dann, wo sie den nächsten Coup landen können." Sie und ihr Mann wollen nicht größere Mengen Bargeld zu Hause horten. Braam hält dagegen, dass in vielen Geschäften ein Bezahlen mit Karte möglich ist, so dass keine Notwendigkeit bestehe, große Bargeldbeträge zu Hause aufzubewahren.

Das Ehepaar macht sich Sorgen um die wenigen verbliebenen Geschäfte in Rindern, für den Fall, dass die Filiale in Rindern schließt. "Die Leute werden sich in Kleve Geld besorgen und gleichzeitig ihre Einkäufe dort erledigen. Über kurz oder lang müssen dann die noch vorhandenen Einkaufsmöglichkeiten in Rindern aufgegeben werden. Die Dorfbevölkerung wird auf dem Trockenen sitzen", prophezeit Hannelore Wingels. Dazu Braam: "Auch in den Geschäften in Rindern kann man mit Karte bezahlen."

Das Ehepaar schlägt einen Kompromiss vor: Die Sparkasse soll ein- bis zweimal wöchentlich die Filiale öffnen oder den Automaten in Rindern belassen. Auch da winkt Braam ab: Das Gebäude könne nicht anderweitig genutzt werden. Ein Aufrechterhalten der Filiale mit eingeschränkten Öffnungszeiten sei keine Lösung für längere Zeit.

In den nächsten Tagen will das Ehepaar Wingels die Unterschriftenliste der Sparkasse überreichen.

Quelle: RP
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