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Rp-Serie Unsere Seelsorger (26): Pastor Hermann Mühlhoff
Unterwegs zu neuen Ufern

Kleve. 1910 wurde Hermann Mühlhoff in Uedem geboren. 24 Jahre war er Pfarrer in Warbeyen, wo er 1982 im Schatten der Sankt-Hermes-Kirche beigesetzt wurde. Er legte den Grundstein für die Städtepartnerschaft zwischen Ronse und Kleve. Von Werner Stalder

KLEVE-WARBEYEN Die Anhänglichkeit und Dankbarkeit für ihren Pastor Hermann Mühlhoff, der von 1958 bis 1982 Pfarrer in Warbeyen war, kommt bei den vier Zeitzeugen bis zum heutigen Tage zum Ausdruck.

Franz-Josef van den Berg kannte den Hirten der Gemeinde als Ratsmitglied und als Vorstandsmitglied im Heimatverein, Elisabeth Sluiter traf den Seelsorger beim monatlichen Treffen der KFD, Johannes Vermaasen erinnert sich an ihn als Messdiener und Pfarrgemeinderatsmitglied, und Josef Hölker war seit 1963 sein nächster Nachbar und drei Jahre im Kirchenvorstand.

Hermann Mühlhoff wurde 1910 in Uedem geboren und 1935 in Münster zum Priester geweiht. Er war Kaplan in Selm und Rheine, dann von 1946 bis 1954 Kaplan in Kleve, St. Mariä Himmelfahrt, danach Kaplan in Duisburg, bis er Pfarrer in Warbeyen wurde.

Franz-Josef van den Berg hat bis heute eine Ansprache aufbewahrt, die er anlässlich des 40-jährigen Priesterjubiläums von Pastor Mühlhoff 1975 gehalten hat. Nach dem Krieg galt es, in Warbeyen vielfältige Aufgaben zu lösen. Zunächst war es die Friedhofserneuerung, es folgten die Renovierung des Kirchturms, der Glocken, der Heizung und der Umbau der Sakristei.

Der Pastor baute das neue Pastorat, weihte nach einer Renovierung die alte, wertvolle Orgel ein und sorgte für die Instandsetzung der Kirche. "Sie haben immer ein offenes Türchen, sei es in Münster, in Kleve oder in der eigenen Gemeinde gefunden", sagte der Sprecher damals.

Das Interesse des Priesters für die Geschichte der Pfarre legte den Grundstein für die bis heute bestehende Städtepartnerschaft zwischen Kleve und Ronse in Belgien mit seinem Hermes-Patrozinium. Der verstorbene Adolf Pedinkowski hat in seiner Dorfchronik das Leben des "guten Hirten von Warbeyen" ausführlich dokumentiert. Elisabeth Sluiter sagte, für den Schönstattpriester sei das Hauptanliegen immer die Seelsorge gewesen. So unterstrichen die vier Warbeyener seine tiefe treue Frömmigkeit, seine Hinwendung zu den alten Menschen und Kranken - er fuhr jede Woche zu Besuchen ins Klever Krankenhaus - und sein Herz für die Kinder.

Bei allen Familienfesten war er dabei, und seine Schäfchen im weitläufigen Warbeyen besuchte er stets mit dem Fahrrad. Sein Nachbar Josef Hölker brachte ihn oft zum Bahnhof, wenn wieder einmal ein Besuch in Münster anstand. Viele Erinnerungen hat Johannes Vermaasen an den Seelsorger aus seiner Zeit als Messdiener, auch als einmal ein Fußball in die Kirche flog und der Pastor die Rotröcke erwischte, die dort den Ball suchten. Beim alljährlichen Erntedankzug zog der Hirte auf einem Festwagen mitten in der Herde durchs Dorf. Persönlich gönnte sich der Pastor einmal jährlich einen Urlaub in St.-Peter-Ording und hin und wieder einen guten Tropfen Wein. Als Pfarrer Mühlhoff am 11. Januar 1982 starb, feierte "ganz Warbeyen" das Seelenamt und die Beerdigung mit.

Im Schatten der Sankt-Hermes-Kirche fand der Verstorbene seine letzte Ruhestätte. Am offenen Grab erklang das "Salve Regina", wie es sich der engagierte Marienverehrer gewünscht hatte.

Quelle: RP
 
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