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Kreis Kleve
Verband VBE fordert mehr Lehrer für die Inklusion

Kreis Kleve. Der Pädagogen-Verband Bildung und Erziehung (VBE) kritisiert, dass die Schulen nicht genügend bei ihrem Auftrag, Inklusion umzusetzen, unterstützt werden. "Die aktuelle Umsetzung der Inklusion in den Schulen von NRW wird auf der Basis steigender Schülerzahlen im Gemeinsamen Lernen vom Ministerium für Schule und Weiterbildung gerne als Erfolg dargestellt", schreibt der VBE.

Neben dieser rein quantitativen Steigerung, müsse der Blick aber unbedingt auf die Qualität der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention gerichtet sein. Hier ergebe sich ein ganz anderes Bild. Die Schulen befänden sich zurzeit noch auf einem weiten und steinigen Weg hin zu einem funktionierenden inklusiven Schulsystem. Bildungswissenschaftler gingen sogar davon aus, dass das dreigliedrige Schulsystem und die Praxis der Notenvergabe der Realisierung der Inklusion entgegenstehen, so der VBE. "Die Verantwortlichen der Landesregierung sind gefordert, schnellstens weitere und bessere Unterstützung zur Verfügung zu stellen, damit sowohl aus Schüler- als auch Lehrersicht die Verliererzahl nicht noch größer wird. Diese Bereitschaft dazu ist für die Lehrkräfte in der Praxis leider noch nicht zu sehen", meint Gertrud Kersten vom VBE.

Das Stellenbudget für die Förderung von Schülern im Bereich der Lern- und Entwicklungsstörungen sei auf dem Stand des Schuljahres 2012/2013 eingefroren worden.

Die Lehrer gingen oft an die Grenzen ihrer Leistungskraft. "Viele engagierte Lehrkräfte erleben daher große Frustration, da die Politik die Anforderungen auf der einen Seite - auch durch die neue Situation der Beschulung von Flüchtlingskindern - ständig erhöht und auf der anderen Seite die notwendigen Mittel dazu verweigert", sagt Kersten. "Wir VBE-ler sorgen uns daher sehr um die Gesundheit der Lehrer", so Bernd Lindenau vom VBE Kreisverband Kleve. "Leider reicht es nicht allein aus, öffentlichkeitswirksam Stellen zu schaffen, wenn nicht hinreichend Lehrer ausgebildet wurden und zur Verfügung stehen. Dies ist speziell in ländlichen Regionen wie hier im Kreis Kleve ein großes Problem." Kersten und Lindenau fordern, zeitnah zu reagieren und sowohl mehr Lehrer und Schulsozialarbeiter einzustellen als auch die Klassen zu verkleinern.

Der VBE-Kreisvorsitzende Jens Willmeroth richtet den Blick auf die Grundschulen. "Wenn jede Schule im Bereich der Lern- und Entwicklungsstörungen notwendige und sinnvolle Förderungen vollziehen soll, so muss dies mit entsprechenden personellen Ressourcen untermauert werden. Gerade lernschwache und herausfordernde Lernende brauchen feste Beziehungsstrukturen. Das ist bei Klassengrößen von 30 Kindern und mehr nicht mehr möglich. Die Realität zeigt, dass zwei Drittel der Grundschulen marginale Unterstützung erhalten."

Das eine Drittel der Schulen, die als Standortschulen Gemeinsames Lernen definiert wurden, sei mit der zur Verfügung stehenden Ressource weit von Konzepten entfernt. So werde die unterstützenswerte Idee des Gemeinsamen Lernens vor die Wand gefahren.

Quelle: RP
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