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Kalkar
Verkehrsgutachten zur Kalkarer Monrestraße

Kalkar: Verkehrsgutachten zur Kalkarer Monrestraße
Vor allem dieser Teil der Monrestraße zwischen Markt und Kirchstraße soll attraktiver gestaltet werden. FOTO: Klaus Dieter Stade
Kalkar. Die Stadt will Verkehrsplaner Vorschläge prüfen lassen, ob die Attraktivität der Einkaufsstraße durch eine Richtungsänderung der Einbahnstraße oder durch eine Fußgängerzone zu erhöhen ist. Von Dieter Dormann

Die Monrestraße bleibt ein Dauerthema in der Nikolaistadt. Nachdem vier Eigentümer von Immobilien am nördlichen Ende der Straße Mitte Dezember die Verwaltung schriftlich gebeten hatten, die Attraktivität in diesem Bereich durch eine Verkehrsberuhigung sowie größere Flächen für Außengastronomie zu verbessern, hat die Stadt nun Angebote für ein entsprechendes Gutachten bei Verkehrsplanern eingeholt. Dies teilte Stadtoberbaurat Frank Sundermann im Bauausschuss mit. Die Auftragsvergabe ist für diesen Monat geplant, Ergebnisse erwartet die Verwaltung im Sommer.

Durch das Gutachten soll nach Aussagen des Vorsitzenden des Bauausschusses, Peter Sakowski (CDU), unter anderem geprüft werden, welche Folgen eine Sperrung zwischen Kirchstraße und Markt an den Wochenenden oder eine Richtungsänderung der Einbahnstraßenregelung haben würde. Zudem soll der Verkehrsplaner die Auswirkungen einer solchen Verkehrsberuhigung auf andere Straßen – insbesondere die Jan-Joest-Straße – ermitteln. "Wenn das Gutachten vorliegt, können wir weiter beraten, wie die Situation der Monrestraße verbessert werden kann", meint Peter Sakowski. Der Stadtoberbaurat kündigte an, dass für entsprechende Maßnahmen Fördergelder beantragt werden können.

Der CDU-Bauausschuss-Vorsitzende teilt die Einschätzung, dass "der Zustand der Monrestraße sicher nicht erfreulich" sei. Zugleich nimmt er ebenso wie sein Stellvertreter von der SPD, Paul Bienemann, die Eigentümer der Immobilien an der Monrestraße in die Pflicht. "Rat und Verwaltung können Hilfen geben – und das tun sie auch seit Jahren in jeder möglichen Form –, aber aktiv werden und konkret gestalten müssen die Anlieger der Straße", meinen sowohl der CDU- als auch der SPD-Politiker. Ein großer Teil der Anlieger habe dies auch getan – unter anderem durch ihre Teilnahme an vier Workshops im vergangenen Jahr. Dadurch sei ein "Wir-Gefühl" unter den Anliegern entstanden.

"Reicht das aus, um die Monrestraße zu retten", fragt sich allerdings Willibald Kunisch, der für die Grünen im Bauausschuss sitzt. Das fraktionslose Ausschussmitglied Norbert van de Sand lobt das Engagement der Anlieger in den Workshops. Jedoch zitierte er im Bauausschuss auch aus einem Sitzungsprotokoll vom 7. Mai 2009 CDU-Fraktionschef Günter Bergmann, der damals von Verwaltung, Wirtschaftsförderung und Projektentwickler (Schoofs/NGH-Gelände) eine "aktive Entwicklung von Perspektiven" gefordert habe. "Davon ist vier Jahre später wenig zu sehen", meint Norbert van de Sand. Zwar sei 2011 ein Leitbild erstellt worden, doch bislang seien "nur" Blumenkübel aufgestellt worden. "Es ist richtig und gut, Anwohner in die Pflicht zu nehmen, aber auch die Stadt ist gefordert", betont Norbert van de Sand.

Kritik übten Verwaltung und einige Ausschussmitglieder am Verhalten von zweien der vier Anlieger, die sich Mitte Dezember schriftlich an die Verwaltung gewandt hatten: Sie seien zu einem vereinbarten Gespräch mit Bürgermeister und Stadtoberbaurat nicht erschienen.

In Gesprächen mit der Stadtverwaltung sind derzeit Ulla Hübbers und "Hübi" Hübbers, die gestern in den ehemaligen Räumen der im November 2012 geschlossenen Musikkneipe "Zeitlos", ihre Gaststätte "Marktstübchen" eröffnet haben. Die neue Pächterin ist zuversichtlich, dass sich die Situation am Eingang der Monrestraße zum Marktplatz zum Besseren entwickeln kann. "Da liegt nicht alles auf Eis", meint die 41-Jährige, die auf eine mehr als zwei Jahrzehnte währende Erfahrung als Mitarbeiterin im Hotel und Restaurant Siekmann auf der Kesselstraße zurückblickt. So habe ihr die Stadt angeboten, auf dem Markt Außengastronomie anzubieten. Ob sie diese Möglichkeit nutzen wird, weiß Ulla Hübbers noch nicht. Zunächst will die neue Pächterin das renovierte Lokal als "rustikale Kneipe" führen und "Kleinigkeiten" zum Verzehr anbieten. Geöffnet sein wird das "Marktstübchen" werktags ab 16 Uhr und am Wochenende ab 11 Uhr.

(RP/rl)
 
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