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Rp-Serie Unsere Seelsorger (39): Pastor Leonhard Van Der Velden
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Kleve. In Veert geboren war Leonhard van der Velden 20 Jahre Priester in St. Martinus Pfalzdorf. 1950 wurde er in Münster geweiht. Von Werner Stalder

GOCH-PFALZDORF Pfarrer Leonhard van der Velden war von 1965 bis 1985 Pastor von St. Martinus in Goch-Pfalzdorf. Der Geistliche wurde 1917 in Veert geboren und 1950 in Münster zum Priester geweiht. Er starb 2009 in Kevelaer.

Nach seiner Priesterweihe war er zunächst als Kaplan in Recklinghausen-Süd, Walsum-Vierlinden, Tönisberg, Duisburg-Neudorf, Oberhausen-Osterfeld und Rees tätig. Nach seiner Emeritierung 1985 lebte er zunächst in Gescher und seit 2006 in Kevelaer. 1940 wurde Leonhard van der Velden zum Militär eingezogen und war im Krieg bis 1944 Sanitäter. Anschließend war er dann vier Jahre im Ural in russischer Gefangenschaft. Diese Zeit hat ihn sehr geprägt.

Pfarrer em. Günter Leuken hat Leonhard van der Velden 1966 kennen gelernt. Vier Jahre war er sein Kaplan. "In Leo bin ich einem Priester begegnet, der sich in der Seelsorge viel Mühe gab. Er war tiefgläubig, ehrlich, und er meinte es gut", blickt Leuken zurück. "Aber er hatte auch seine Schwächen, er konnte sich und anderen das Leben schwer machen." So berichtet Pfarrer Leuken in seiner legendären Predigt, die er bei der Beerdigung des Pfalzdorfer Pfarrers am 12. Dezember 2009 in der Pfarrkirche St. Martinus gehalten hat, dass der Pastor gern sehr lange gepredigt habe: "Ich denke noch an einen Gottesdienst, in dem er predigte. Mitten in der Predigt schlug die Turmuhr halb. Da hörte man von hinten eine laute Stimme 'Amen'. Anschließend gab es dann ein Wortgefecht über die Köpfe der Gläubigen hinweg."

Die Jahre beim Militär und die vier Jahre in der Hölle von Sibirien hätten in seiner Seelsorge nachgewirkt. Theo Janßen (72) war unter van der Velden im Pfarrgemeinderat. Er erinnert sich vor allem an die baulichen Aktivitäten des Pastors. Schon 1966 begann er mit dem Bau eines Schwesternhauses. 1968 wurde der Bau des Pfarrhauses vollendet. Die neue Pfarrbücherei konnte 1968 eingeweiht werden. Pfarrer van der Velden erweiterte das Altenheim und den Kindergarten. 1972 und 1973 standen ganz unter dem Zeichen des Kirchneubaus. Nach dem Abbruch der alten Pfarrkirche erfolgte 1972 die Grundsteinlegung und am 17. November 1973 die Weihe der neuen Kirche. Eine neue Orgel konnte 1981 erstmals erklingen. 1982 wurde die Altenbegegnungsstätte gebaut, das Josefshaus erweitert und das Pfarrheim renoviert. Die Schwestern bekamen ein Oratorium.

"Pfarrer van der Velden hinterließ seinem Nachfolger eine geordnete Pfarrgemeinde", sagt Theo Janßen. Von April 1965 bis August 1985 war Ursula Zeegers (75) Pfarrsekretärin des Pastors von Pfalzdorf. "Er hatte stets alles gut geordnet und nahm die Dinge selbst in die Hand", blickt sie zurück. Unermüdlich habe sich der Pfarrer für seine Gemeinde eingesetzt. "Seine Leidenschaft war eine gute Zigarre", erzählt sie. Christoph Huismann (53) erinnert sich, dass er vom Pastor, ohne zu fragen, zum Messdiener und Lektor bestimmt wurde. "Er suchte sich die Leute für diese Ämter stets selbst aus. Dabei herrschte bei den Diensten ein strenges Regiment, aber er hatte für uns auch stets ein offenes Ohr". Frau Maria Wemmer war in all den Jahren in Pfalzdorf und auch danach noch in Gescher der gute Geist seines Haushaltes.

Pfarrer van der Velden war ein "Bücherwurm"; er war sehr belesen. Viele Bücher, die er verschenkte, tragen eine Widmung von ihm. Jährlich besuchte er die Heimkehrer-Dankeskirche in Bochum, die ein Priester aus der Kriegsgefangenschaft, sein Kamerad Vikar August Halbe, erbauen ließ.

Quelle: RP
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