| 00.00 Uhr

Kreis Kleve
Vier Krankenhäuser, vier Spezialzentren

Kreis Kleve: Vier Krankenhäuser, vier Spezialzentren
Propst Johannes Mecking, Wilfried Jacobs als Vorsitzender des Aufsichtsrates, Dr. Peter Enders, Hauptgeschäftsführer des Karl-Leisner-Klinikums, und Prof. Volker Runde, Ärztlicher Direktor (von links). FOTO: Gottfried Evers
Kreis Kleve. Investitionen in Personal, Infrastruktur und Ausstattung sollen alle vier Standorte des Karl-Leisner-Klinikums für die kommenden Jahre absichern. Mit Zentrumsbildung begegnet die Geschäftsführung dem neuen Krankenhausgesetz. Von Anja Settnik

Zum 1. Januar 2016 tritt ein neues Krankenhausreformgesetz in Kraft, das kleinere Krankenhäuser sorgenvoll in die Zukunft blicken lässt. Hospitäler, die in den Fachbereichen keine Mindestanzahl an Operationen nachweisen können, werden künftig finanziell schlechter gestellt. Um dem zuvor zu kommen, wird die Katholische Karl-Leisner-Trägergesellschaft mehrere Millionen Euro in Gebäude, Ausstattung und leitendes Personal investieren, um in Zukunft ein noch größeres medizinisches Spektrum anbieten zu können. Alle Standorte sollen profitieren, teilten Klinikleitung und Aufsichtsrat gestern mit.

Die Neustrukturierung vor einigen Jahren scheint sich bezahlt zu machen: Ein Plus von 1,3 Millionen Euro stehe in der Bilanz des Klinikums für 2014, teilte der Aufsichtsratsvorsitzende Wilfried Jacobs mit. Schwarze Zahlen würden auch für 2015 und erst recht für die Folgejahre erwartet. In Diagnose und Therapie wolle man ein noch breiteres Leistungsspektrum anbieten. Insbesondere Krebspatienten sollen vom Ausbau der Chirurgie in Goch profitieren. "Von der Speiseröhre bis zum Enddarm" seien Patienten mit allen Krankheiten im Bereich "Bauch" in Goch gut aufgehoben, während die Unfallchirurgie weiter in Kleve bleibt. Vor Ort die Basis- und Notfallversorgung, an den einzelnen Standorten die speziellen Kompetenzzentren.

Um auch für Nachwuchsmediziner attraktiver zu werden und vor Ort viel Weiterbildung anbieten zu können, will das Karl-Leisner-Klinikum akademisches Lehrkrankenhaus der Uniklinik Düsseldorf werden, zudem die Kooperation mit der Nimweger Radboud-Klinik ausbauen. In Kevelaer wird die Innere Abteilung samt Kardiologie gestärkt, innerhalb von 18 Monaten soll ein Anbau entstehen, kündigt Enders an. Für seine neue kardiologische Fachabteilung wird Kevelaer einen "Linkskatheter-Messplatz" und weitere moderne Technik im Wert von zwei Millionen Euro bekommen. Weitere Millionen würden an den übrigen Standorten investiert. "Sowohl in Kevelaer, als auch in Goch wird es eine Bettenaufstockung geben." Kalkar wiederum wird zum "altersmedizinischen Zentrum" und dadurch ebenfalls in seinen Schwerpunkten gestärkt. "Kleve bleibt unser Zentrum für alle übrigen Fachdisziplinen", sagt Enders - gerade erst ist ja das neue Bettenhaus in Betrieb gegangen.

Weil (RP berichtete) Prof. Reers in den Ruhestand wechselt, musste eine Nachfolge für die Leitung der Chirurgie in Goch gefunden werden: Prof. Patrick Verreet, zuletzt am St.-Bernhard-Hospital in Kamp-Lintfort, wird im Oktober Chefarzt der neu gegründeten Klinik für Spezielle Viszeralchirurgie. Zwei neue Oberärzte - Dr. Henk Pietersen und Jacek Witala - ergänzen das Team. Die Klinik für Thoraxchirurgie bleibt in den Händen von Dr. André Stobernack, leitender Arzt der Allgemeinchirurgie ist Dr. Detlef Attig. "So wird Goch zum chirurgischen Mittelpunkt des katholischen Karl-Leisner-Klinkums", erklärt Dr. Enders. Die alten Befürchtungen, ein oder zwei Standorte sollten systematisch "ausgetrocknet" werden, gehören damit hoffentlich der Vergangenheit an.

Weil neben der medizinischen Kompetenz auch die Pflege für das Funktionieren einer Klinik notwendig ist, sollen neue Regionaldirektoren als Bindeglieder im Verbund wirken. Bekanntester Name: Gabi Theissen, bisher Leiterin des Seniorenheims "Josefshaus" in Pfalzdorf und zudem stellvertretende Bürgermeisterin (der CDU) in Goch, wird im September Regionaldirektorin in Goch; Bernd Ebbers bekommt eine entsprechende Stelle in Kevelaer, Alexander Noack in Kalkar und Philipp Kehmeier in Kleve. Die Positionen sollen helfen, die Versorgungsprozesse und die Zusammenarbeit mit zuweisenden Ärzten und Einrichtungen zu optimieren.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Kreis Kleve: Vier Krankenhäuser, vier Spezialzentren


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.