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Kranenburg
Volker Mittags 40. Reichswaldwanderritt

Kranenburg. Kranenburger Reiter bereiten sich intensiv auf die traditionelle Veranstaltung im Reiterdorf vor, zu auch Gäste aus der Umgebung stets herzlich willkommen sind. Das dreitägige Pferdesport-Jubiläum beginnt am morgigen Freitag. Von Stephan Derks

Das, was vor 40 Jahren von den Klevern Anton van den Boom und Wolfgang Hähn als Protestritt aus der Taufe gehoben wurde, feiert am kommenden Wochenende (27. bis 29. Mai), in der Reithalle am Treppkesweg im Reiterdorf Frasselt sein rundes Jubiläum. Die Rede ist vom Reichswaldwanderritt der mit Fug und Recht als traditionell bezeichnet werden kann und zu dem im Laufe der Jahr weit über 5000 Freizeitreiter Nordrhein-Westfalens größten zusammenhängenden Staatsforst aus der sprichwörtlichen Sattelperspektive durchstreift haben.

Rückblende: Es war die damalige, SPD geführte Landesregierung, die 1976 das Reiten in den Wäldern derart reglementieren wollte, indem das freizügige Reiten aufgehoben werden sollte. Davon betroffen, auch der Reichswald. Doch hatten die Düsseldorfer Politiker ihre Rechnung ohne van den Boom und Hähn gemacht, die spontan eine Protestaktion mit gleichgesinnten Wanderreitern organisierten und sich offen gegen die Beschränkung des freizügigen Reitens im Reichswald zur Wehr setzten.

Die Protestaktion, zugleich die Geburtsstunde des Reichswaldrittes. Denn ein Jahr später schlossen sich immer mehr Wanderreiter der Aktion "Freies Reiten im Wald" an, wobei diese aus ganz NRW und darüber hinaus in die Kranenburger Ortschaft Frasselt, dem späteren Reiterdorf pilgerten. Denn schnell fanden die Klever "Vorreiter" in den Reihen der Kranenburger Reiter eine breite Unterstützung. Was seinerzeit als Protestaktion begann, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer festen Größe in der Breitensportszene der Pferdesportler.

Dabei verfehlte der Zusammenschluss der Wandereiter keinesfalls seine Wirkung in der Landeshauptstadt. Es wurden Zeichen gesetzt, wobei selbst der damalige Landwirtschaftsminister Dieter Denecke am Reichswaldritt teilnahm und die Reiter Ende der 1970iger Jahre auf ihrer Strecke von Wissel nach Haus Riswick begleitete. Die Einschränkungen hinsichtlich des freizügigen Reitens waren vom Tisch, auch wenn Jahre später geringere Vorgaben aus Düsseldorf folgten.

Mehr noch, aus der Protestveranstaltung entwickelte sich ein Mekka der Wanderreiter. Dabei gehörte neben den Klevern van den Boom und Hähn zudem der Langenfelder Volker Mittag zum Mann der ersten Stunde, der am kommenden Wochenende nunmehr am seinem 40 (!) Ritt in Folge teilnehmen wird. Ihm zu erklären, dass man in überschaubaren Gruppen täglich ab 10 Uhr von der Reithalle am Treppkesweg mit wechselnden Tageszielen zur Mittagsrast startet, am Abend zünftig in der festlich dekorierten Reithalle feiert, wobei hierzu stets Gäste aus der Umgebung herzlich willkommen sind wäre so, als würde man die legendären Eulen nach Athen tragen.

Und auch das, wie am Sonntag, den 29. Mai, um 15.30 Uhr, die Veranstaltung mit einer Pferdesegnung an der Reithalle unter Mitwirkung von Jagdhornbläsern ausklingt, ist dem Langenfelder hinreichend bekannt. Schließlich kennt er den traditionellen Reichswaldritt wie seine Westentasche, hat jahrelang, so wie am kommenden Samstag, 28. Mai, zünftig den Reiterball mitgefeiert, zu der stets auch seine Familie angereiste. Und wenn die teilweise jungen Berittführer ab Freitag, 27.

Mai, die 76 Reiter die sich zu diesem Traditionsritt angemeldet haben durch den Staatsforst führen, dann hält sich Volker Mittag in gewohnter Manier zurück, lässt sie einfach machen obwohl er schon längst als Berittführer hätte eingesetzt werden können, da er den Reichswald, bei dem aus Fremde Freunde werden zwischenzeitlich genauso kennt wie, wie eben seine berühmte Westentasche.

Quelle: RP
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