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Kleve/Wesel
Volksbank Kleverland bereit für eine Fusion

Kleve/Wesel: Volksbank Kleverland bereit für eine Fusion
Links: Der Elf-Millionen-Euro-Bau der Klever Bank soll im Oktober fertig werden. Rechts: die Weseler Voba. FOTO: malz/Evers
Kleve/Wesel. Gestern stellten auf der Bilanzpressekonferenz Vorstandschef Frank Ruffing und der Chef des Aufsichtsrates Hans Geurts, die Eckedaten für eine geplante Kooperation mit der Volksbank Rhein-Lippe vor. Von Matthias Grass

Die Planung für eine Kooperation zwischen der Volksbank Kleverland und der Volksbank Rhein-Lippe in Wesel steht. Es soll ein Kooperationsausschuss gebildet werden, dem Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates der beiden Institute angehören. Ziel der Kooperation soll eine Fusion, die spätestens im Dezember 2016 über die Bühne gegangen sein. Das bestätigten gestern auf der Bilanzpressekonferenz der Volksbank Kleverland Aufsichtsratsvorsitzender Hans Geurts und Vorstandsvorsitzender Frank Ruffing. Am Montag hatten beide auf der Vertreterversammlung zum gleichen Thema die Genossen der Bank informiert.

"Wir müssen nicht fusionieren - das ist eine strategische Entscheidung mit Blick in die Zukunft", sagt Ruffing. Geurts fügt an, dass es für Banken mit einem Bilanzvolumen unter eine Milliarde Euro langfristig immer schwerer wird, sich am Markt zu behaupten. "Größere Institute können auch größere Geschäfte abwickeln", sagt Ruffing. Hauptsächlich gehe es aber mit Blick auf Basel III und Basel IV um das Eigenkapital der Bank. Basel II und IV sind Vorschriften, die EU-weit den Instituten gemacht werden, weil die Bankenkrise eine zu dünne Kapitaldecke der Banken offenbar gemacht hatte. Zusätzlich treffe die Banken eine Bürokratie-Flut. "Wir müssen jeden Kredit ab 25000 Euro an die Europäische Zentralbank melden", führt der Vorstandsvorsitzende als Beispiel an. Ein großes Haus könne sich für die EU-Bürokratie Spezialisten leisten, die sich nur um diesen Bereich kümmern. Welche Synergieeffekte überhaupt erzielt werden können und wie die Banken im Vergleich aufgestellt sind, wird derzeit sowohl verbandsintern als auch durch einen "unbefangenen Dritten" (so Ruffing-Stellvertreter Peter-Severin Seidel) analysiert. Diese Analyse müsse man zunächst abwarten, dann gehe man in intensivere Gespräche, sagen Geurts und Ruffing.

"Wir prüfen damit auch neue Wege. Ob es tatsächlich zu einer Fusion kommt, können wir jetzt noch nicht abschließend sagen. Aber es wäre verantwortungslos, angesichts der Basel-Vorschriften diesen Schritt nicht zu machen", sagt Ruffing. Jetzt werde vieles parallel passieren, man müsse besagte Gutachten abwarten - das dauere die nächsten Wochen. Dann gehe es in weitere Verhandlungen. Damit man in Ruhe eine für alle verträgliche Lösung finden könne, habe man im Kooperationsausschuss den Zeitrahmen bis Ende 2016 festgelegt. Falls es vorher klappe, gut, wenn nicht, auch gut, sagt Geurts.

Wenn es zu einer Fusion kommt, wird es eine Zentrale in Kleve oder Wesel geben, sagte Geurts sibyllinisch. Auch das werde erst später geklärt und hänge von vielen verschiedenen Faktoren ab, führte der Altbürgermeister aus. Der moderne Neubau der Bank in Kleve am Kanal im Herzen der Kreisstadt werde in jedem Fall genutzt: "Dort werden 100 Volksbank-Mitarbeiter täglich arbeiten - egal wie die Fusion ausgeht", konstatiert Geurts.

Der Bau selbst geht jetzt in die Endphase. Die Außenhülle ist zu 90 Prozent fertig, erklärte Ruffing, Die Gewerke für die Pflasterarbeiten und die Wege rund um das Gebäude sind ausgeschrieben und sollen in den nächsten Wochen beginnen. Gleichzeitig geht der Innenausbau weiter. Der Vorstand hofft, dass die Arbeiten bis Oktober abgeschlossen sind und man dann im Dezember 2015 umgezogen ist. Dann werde auch der versprochene Weinhandel eröffnet. Bis jetzt liegt das 11-Millionen-Euro Kundenzentrum sowohl im Zeit- als auch im Kostenrahmen.

Quelle: RP
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