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Kleve
Volles Haus zum Minoritenplatz

Kleve: Volles Haus zum Minoritenplatz
Gut gefüllt: Nur ganz wenige Plätze blieben im großen Saal der Stadthalle zur Bürgerbefragung zum Minoritenplatz frei. FOTO: Klaus Stade
Kleve. Großer Andrang bei der Bürgerbeteiligung zur künftigen Gestaltung der Unterstadt in der Klever Stadthalle. Kompromissmodell mit zwei Baufenstern. Von Matthias Grass

Als sich gegen 22 Uhr die Stadthalle leerte und die Mitarbeiter des Fachbereichs Planen und Bauen dicke Packen mit Anregungen zum Minoritenplatz gesammelt hatten, war Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing bester Laune: Es schien, dass einer der drei von Kleves Technischen Beigeordneten Jürgen Rauer zuvor vorgestellten Entwürfe - der mit den zwei Baufenstern und einem mittelgroßen Platz - sich als "Goldener Mittelweg" abzeichnen würde. Es war eine gute Bürgerbeteiligung, die ein Abbild aller Bürgergruppen in Kleve wiedergab (so die Bürgermeisterin). Und noch eins zeichnete sich ab: Den Entwurf mit den drei Baufenster, der die dichteste Bebauung darstellte, will keiner haben. Auch das hatte Northing erkannt. Klar wurde aber auch, dass Etliche gar keine Bebauung haben wollen.

Dieses Stimmungsbild wird die Stadt in die weitere Bearbeitung für einen Bebauungsplan zum Minortenplatz einarbeiten. Jetzt kann der Rat in zwei Wochen die weitere Bürgerbeteiligung beschließen, bei der nochmals Anregungen und Einwürfe eingebracht werden können. Dann geht es in die Abwägung und im Laufe des Jahres 2017 sollte dann ein Bebauungsplan vorliegen, skizzierte Rauer am Ende der Veranstaltung den weiteren Weg hin zu einer Lösung für den Minoritenplatz. Erst dann wolle man nach einen Investor suchen. Zuvor hatte Prof. Kunibert Wachten vom Büro Scheuvens+Wachten, das seit 2008 in Kleve Veranstaltungen zum Stadtentwicklungsprozess moderiert, sachlich und eingängig die Geschichte der Planungen zum Minoritenplatz seit 1999 Revue passieren lassen. Fachbereichsleiter Dirk Posdena und Jürgen Rauen zeigten auf, was sich alles in der Unterstadt verändert hat - dass die Minoritenstraße, die Kleve bis Haus Koekkoek mit ihren diversen Abbiege- und Haltespuren zerschnitt, ebenso Geschichte ist, wie die mehrspurige Straße entlang des Opschlags, dass die Rampenbrücke abgerissen wurde. Die Bilder zeigten, dass neue Räume in der Stadt entstanden, dass die Wallgrabenzone zum Verweilen einlädt, wie der Opschlag.

Erster Gedankenaustausch an den Marktständen, später füllten sich die Stellwände mit Zetteln voller Vorschlägen und Kritik und auch Lob. FOTO: Stade Klaus-Dieter

Die Wallgrabenzone (jener Park mit Wasserspiel von Haus Koekkoek bis zum Kanal) ist der größte gemeinsame Nenner, den alle haben wollen. Dort hinein sollen auch keine Häuser greifen. Wachten zitierte zudem ein großes Maß an Durchlässigkeit zwischen der City und der Hochschule, das alle Parteien forderten. Er begrüßte, dass man Wohnen in die Stadt holen wolle: Das sei jetzt das richtige Zeitfenster, um dieses Wohnen möglich zu machen.

Nach den Vorträgen ging es an die drei Markstände, an denen jeder mit den städtischen Mitarbeitern diskutieren konnte, an denen jeder seine Ideen "loswerden" konnte, ohne dass es in der Halle zu ermüdenden Statements kommen sollte: der direkte Austausch der Bürger mit den Planern und den Politikern der Stadt stand an - und wurde von allen angenommen. Bald füllten rote, grüne und gelbe Kartons die Flächen rund um die Entwürfe, manche grundsätzlich und kompromisslos ablehnend "keine Bebauung!", andere konstruktiv ablehnend "der Platz ist viel zu groß", manchen gab's zu viele Parkplätze, anderen zu wenige. Es gab Meldungen wie: "hat Potenzial für einen gemütlichen Platz". Jemand forderte eine "klare Kante der Stadt" und manche ließ sich auch auf Prosa ein, die mehrere Zettel füllte und aufforderte, eine neue "Altstadt" entstehen zu lassen. Posdena, Northing und Rauer versicherten zum Abschluss: "Jeder der Zettel wird erfasst und fließt in die Planung ein".

Quelle: RP
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